Produkttests in der Verantwortung: Verival hinterfragt willkürliche VKI-Bewertung

Produkttests in der Verantwortung: Verival hinterfragt willkürliche VKI-Bewertung

Konflikt um den VKI-„Etiketten:Check Porridge“: Verival wirft dem Verein für Konsumenteninformation eine willkürliche Bewertung vor und fordert von Produkttests mehr Verantwortung.

Der aktuelle „Etiketten:Check Porridge“ des Vereins für Konsumenteninformation (VKI, KONSUMENT 08/2026) bewertet die Bio-Porridges von Verival mit „durchschnittlich“. Der Tiroler Frühstückshersteller kritisiert diese Bewertung offen – nicht, weil eine Note einmal nicht ins Bild passt, sondern weil aus seiner Sicht kaum nachvollziehbar ist, was dabei überhaupt gemessen wurde.

Der Kern der Kritik: 60 % der Gesamtnote entfallen auf die Gestaltung der Etiketten (40 %) und eine Verarbeitungs-Kennzahl (NOVA, 20 %). Nur 40 % betreffen das, was tatsächlich in der Packung ist – Zusammensetzung und Nährwert. „Wir fragen uns ernsthaft, wie man mit derart subjektiven Kriterien ein belastbares Testurteil fällen will – und ob der VKI seine Aufgabe hier nicht überschätzt“, sagt Verival-Geschäftsführer und -Gründer Wolfgang Fojtl. „Wir haben in all den Jahren noch nie eine Beschwerde über unsere Verpackungen gehört, im Gegenteil. Unsere Verpackungen sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet – sie sind ein Symbol unserer Arbeit und für uns ein echtes Plus. Fast wirkt es, als wäre genau das nun verdächtig.“

WENN DIE OPTIK ÜBER DIE NOTE ENTSCHEIDET

Wie stark die Gestaltung das Urteil bestimmt, zeigt ein Beispiel aus dem Test selbst: Das Verival Erdbeer-Chia-Porridge wird in der Zusammensetzung mit „sehr gut“ bewertet, enthält keine Zusatzstoffe und keine Aromen, erreicht den besten Nutri-Score (A) und gilt nach NOVA als „verarbeitet“ – ausdrücklich nicht als hochverarbeitet. Das Gesamturteil lautet dennoch „durchschnittlich“, allein weil die Etikettengestaltung als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft wurde. Der Testsieger der Beeren-Kategorie hingegen erhielt in der Zusammensetzung nur ein „gut“ und wurde zugleich als „hochverarbeitet“ (NOVA-Stufe 4) eingestuft – und gewinnt letztlich dennoch, weil sein Etikett als besser lesbar bewertet wird. „Wenn am Ende das den Unterschied macht, dann bewertet der Test die subjektiv wahrgenommene Lesbarkeit der Verpackung und nicht das Produkt“, so Fojtl.

WER DEFINIERT „VERBRAUCHERFREUNDLICH“?

Dieses Kriterium ist mit 40 % der größte Einzelposten der Bewertung – und zugleich das am schwersten Greifbare. Nach welchem Maßstab wird gemessen, wer legt die Schwelle für „nicht zufriedenstellend“ fest, und wie ist das für Konsumentinnen und Konsumenten nachvollziehbar? Verival hat beim VKI genau dazu um Auskunft gebeten. Die Antwort benennt zwar einzelne Anhaltspunkte wie Schriftgröße, Lesbarkeit und Textmenge, macht aus Sicht des Unternehmens aber gerade das Grundproblem sichtbar: Ein höchst subjektives Kriterium wird als vermeintlich objektive Bewertung dargestellt.

NOVA – EINE KENNZAHL MIT GRENZEN

NOVA wurde nie geschaffen, um Produkte zu bewerten oder gegeneinander zu reihen. Wer daraus – noch dazu mit 20 % Gewicht – eine Produktnote ableitet, wendet ein wissenschaftliches Instrument gegen seinen eigenen Zweck an. Das ist keine seriöse Bewertungsgrundlage. Wenn eine schonend hergestellte, hochwertige Zutat allein wegen ihres Verarbeitungsgrads pauschal negativ zu Buche schlägt, während andere, industriell gewonnene Zutaten milder eingestuft werden, entsteht ein schiefes Bild. Verivals Bio-Proteinpulver etwa stammt aus einer österreichischen Bio-Ölmühle: Bio-Ölsaaten werden schonend gepresst, der Presskuchen wird fein vermahlen – ein rein mechanischer Prozess. Andere Produkte im Test, die etwa Apfelsaftkonzentrat enthalten, werden dagegen als weniger verarbeitet (NOVA 3) eingestuft – für Verival eine vollkommen unhaltbare Bewertung.

UNGENAUIGKEITEN IM BERICHT

Hinzu kommt, dass die Auswertung Ungenauigkeiten enthält. So führt der Bericht unter dem Namen Verival ein Produkt an, das es gar nicht gibt („Verival Kakao-Orange“); an anderer Stelle ist von „vier Produkten der Marke Verival“ die Rede, tatsächlich wurden sechs bewertet.

„SEHR GUT“ BEIM STRENGSTEN TESTMAGAZIN “ÖKO TEST”

Wie unterschiedlich solche Urteile ausfallen, zeigt der Blick auf einen anderen Test: Im aktuellen ÖKO-TEST (Ausgabe 03/2026) – bekanntlich eines der strengsten Testmagazine im deutschsprachigen Raum, das die Produkte im Labor unter anderem auf Pestizide, Mineralölbestandteile und Schimmelpilzgifte untersucht – wurde das Verival Brombeer-Porridge mit „sehr gut“ bewertet. Der VKI-Etiketten:Check führt nach eigener Beschreibung ausdrücklich keine Laboranalyse durch, sondern beurteilt allein die Etiketten – und stuft dasselbe Produkt als „durchschnittlich“ ein.

PRODUKTTESTS TRAGEN VERANTWORTUNG

„Produkttests haben für Unternehmen einen massiven Impact – sie beeinflussen Kaufentscheidungen und im Zweifel Existenzen. Wer solche Tests durchführt, muss sich dieser Verantwortung bewusst sein und sorgsam damit umgehen“, betont Fojtl. „Der aktuelle Etiketten:Check zeigt aus unserer Sicht, dass diese Grenze immer wieder massiv überschritten wird – und dass der VKI selbst auf Nachfrage keine Einsicht erkennen lässt, die eigene Bewertung zu hinterfragen.“

WAS BLEIBT

An den Rezepturen ändert der Etiketten:Check nichts: Verival-Porridges sind zu 100 % biologisch und setzen auf echte Früchte und hochwertige, großteils regionale Zutaten. Lesbarkeit und Gestaltung der Etiketten sieht sich das Unternehmen – unabhängig von diesem Test – gerne genauer an; klare, gut lesbare Verpackungen sind auch im Sinne von Verival. „Aber eine Gesamtnote, die sich am Ende vor allem aus subjektiven Kriterien wie Schriftgröße, übersichtlicher Gestaltung oder Textmenge sowie einer umstrittenen Verarbeitungs-Kennzahl speist, ist keine gute Orientierung bei der eigentlich entscheidenden Frage: Was ist wirklich drin?“, so Fojtl.

ÜBER VERIVAL

Verival zählt zu den führenden Anbietern für biologisches Frühstück im Premiumsegment. Das 1993 gegründete Unternehmen ist in österreichischem Familienbesitz und produziert in seinem Werk in Langkampfen (Tirol) seit über 30 Jahren Bio-Frühstücksprodukte – von Porridge über Granola und Müsli bis zu Protein-Frühstück und Snacks. Verival ist mehrfach zertifiziert (u. a. EU-Bio, Green Brand, IFS, Glutenfrei) und exportiert seine Produkte in rund 35 Länder weltweit.

Verival Bio GmbH
Wolfgang Fojtl
Telefon: 06646109915
E-Mail: wf@verival.at

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