Voglauer/Grüne: Rasche Dürre-Hilfen für Bäuerinnen und Bauern dringend notwendig
Voglauer/Grüne: Rasche Dürre-Hilfen für Bäuerinnen und Bauern dringend notwendig
Klimawandelanpassung und die Sicherung unserer Lebensmittelversorgung sind die wichtigste Versicherung für unsere Landwirtschaft
„Das Ausmaß dieser Dürrekatastrophe hätte sich Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig schon vor Wochen ansehen können. Wir Bäuerinnen und Bauern warnen seit Langem: Wiesen und Felder vertrocknen, die Erträge im Grünland brechen ein und auf den Äckern verdorren die Kulturen. Die Lage ist ernst – und sie war absehbar“, sagt Olga Voglauer, Bio-Bäuerin und Landwirtschaftssprecherin der Grünen.
Dass der Minister erst jetzt auf die dramatische Situation reagiere, sei viel zu spät: „Offenbar muss der Hut erst lichterloh brennen, bevor der Landwirtschaftsminister aus der Versenkung auftaucht. Jetzt reicht es nicht mehr, Betroffenheit zu zeigen. Die betroffenen Bäuerinnen und Bauern brauchen rasch und unbürokratisch Unterstützung, damit sie durch diese Akutphase kommen. Das Geld dafür ist da: Allein bei klimaschädlichen Subventionen gibt es genügend Einsparpotenzial, um wirksame Hilfen zu finanzieren.“
Voglauer erinnert auch an die Debatte um die Dürreversicherung: „Noch im Vorjahr wollte Minister Totschnig bei der Unterstützung für die Dürreversicherungsprämien der Landwirtschaft sparen. Zum Glück konnte das verhindert werden. Sonst würden heute wohl noch mehr Betriebe angesichts dieser Dürre ohne ausreichenden Versicherungsschutz dastehen.“
Dass Totschnig nun andere dazu auffordere, Blockaden beim Klimaschutz zu lösen, sei bemerkenswert: „Dass ausgerechnet der zuständige Umweltminister jetzt andere zum Handeln beim Klimaschutz auffordert, ist ein Treppenwitz. Er selbst trägt Verantwortung. In seinem Ressort liegen zentrale Hebel: Renaturierung vorantreiben, Bodenfraß eindämmen, Wasser in der Landschaft halten und unsere Landwirtschaft auf die Folgen der Klimakrise vorbereiten. Es geht dabei längst nicht mehr nur um einzelne Ernten. Es geht um die langfristige Sicherheit unserer Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung“, hält Voglauer fest.
„Die nächste Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik muss unsere Landwirtschaft krisenfester machen: mit Klimawandelanpassung, biologischer und vielfältiger Bewirtschaftung, gesunden Böden mit hoher Wasserspeicherfähigkeit und konsequentem Wasserrückhalt in der Landschaft. Wir können nicht jedes Jahr Milliarden in ein System stecken und gleichzeitig die Grundlagen unserer Lebensmittelproduktion – Klima, Boden und Wasser – weiter unter Druck setzen. Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss Klimaschutz ernst nehmen.“
Denn die Dürre mache nicht an Österreichs Grenzen halt. „Weite Teile Europas kämpfen mit Trockenheit und Hitze. Wenn gleichzeitig in mehreren wichtigen Anbauregionen die Ernten unter Druck geraten, steigt auch das Risiko für unsere Lebensmittelversorgung. Genau deshalb muss Österreich auch bei der kommenden EU-Agrarpolitik auf einen klaren Kurs drängen“, sagt Voglauer.
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