Disoski/Hammer zu FPÖ-Jugend: Frauenverachtung, Demokratiefeinde und autoritäre Europa-Fantasien

Disoski/Hammer zu FPÖ-Jugend: Frauenverachtung, Demokratiefeinde und autoritäre Europa-Fantasien

Grüne: FPÖ kann Verantwortung nicht länger wegschieben

„Die aktuelle STANDARD-Recherche zeigt einmal mehr die abgrundtiefe Frauenverachtung und ein völkisches Frauenbild in rechtsextremen Milieus. Frauen werden nicht als selbstbestimmte Menschen gesehen, sondern als Objekte, die Männer nach Belieben benutzen, kontrollieren und demütigen können. Mit wem eine Frau schläft, entscheidet in dieser Gedankenwelt darüber, ob sie als ‚entehrt‘ gilt. Gleichstellung wird zum Feindbild erklärt. Und genau mit diesem Milieu ist die FPÖ-Jugend engstens verflochten“, sagt Meri Disoski, Sprecherin der Grünen für Frauen und Gleichstellung sowie Außen- und Europapolitik.

„Was der STANDARD hier ans Licht gebracht hat, zeigt keinen harmlosen Lesekreis. In diesem Umfeld wird über Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten fantasiert, es kommt zu Angriffen und politische Gegner werden entmenschlicht. Auch die massive Frauenfeindlichkeit ist dabei kein Nebenschauplatz, sondern fester Bestandteil rechtsextremer Ideologie. Herbert Kickls jahrelange Verharmlosung der Identitären als ‚NGO von rechts‘ fällt angesichts dieser Verflechtungen endgültig in sich zusammen“, sagt Lukas Hammer, Rechtsextremismussprecher der Grünen.

Die Recherchen des STANDARD dokumentieren enge Verbindungen zwischen der rechtsextremen „Aktion 451“, den Identitären, der Freiheitlichen Jugend und dem Ring Freiheitlicher Studenten. Aktivisten der „Aktion 451“ sollen demnach auf sogenannte „Rassenschandejagd“ gehen: Frauen werden gezielt getäuscht und anschließend in der rassistischen Logik der Gruppe als „entehrt“ betrachtet. Bei einem Vortrag wurde zudem dafür geworben, sich vom „Primat der Gleichberechtigung“ zu verabschieden.

Auch europapolitisch sind die Recherchen bemerkenswert. Bei der „Aktion 451“ trat laut STANDARD unter anderem Curtis Yarvin auf, der für die Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und deren Ersetzung durch eine „CEO-Monarchie“ eintritt. Ein weiterer Vortragender warb für ein „Großeuropa“, zu dem „selbstverständlich“ Russland gehören solle.

„Hier zeigt sich auch, welches Europa in diesem Milieu als Vorbild gilt: Demokratie und Rechtsstaat werden zur Disposition gestellt, während von einem ‚Großeuropa‘ gemeinsam mit Putins Russland geträumt wird. Mit einem Russland, das von einem Diktator regiert wird, der einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Frauen zurückdrängen, Gleichstellung zurückdrehen und Europa autoritär umbauen: Die FPÖ-Jugend bewegt sich nicht zufällig in diesem Milieu. Die FPÖ muss sich die Frage gefallen lassen, wie viel von diesem Frauen- und Europabild längst in der eigenen Partei steckt“, sagt Disoski.

„Nach diesen Recherchen kann die FPÖ nicht länger so tun, als ginge sie das alles nichts an. Die Verbindungen ihrer eigenen Jugendorganisation liegen auf dem Tisch. Die FPÖ muss offenlegen, welche Konsequenzen sie daraus zieht“, so Hammer.

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