Wiens Schulwege werden noch sicherer und klimafitter
Wiens Schulwege werden noch sicherer und klimafitter
Schulvorplätze, Schulstraßen und Radweg-Anbindungen sorgen für mehr Sicherheit und Lebensqualität im Schulumfeld
Noch genießen Wiens Schulkinder die Sommerferien, in wenigen Tagen werden sie wieder am Weg zu Schule sein. Die Stadt Wien setzt seit vielen Jahren Maßnahmen, um Wiens Schulwege noch sicherer, attraktiver und klimafitter zu gestalten. Kinder, Eltern als auch PädagogInnen sollen komfortabel und sicher zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Tretroller oder mit den Öffis zur Schule kommen können. Dafür wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte umgesetzt, weitere folgen.
„Der Schulweg ist ein zentraler Teil des Alltags unserer Kinder. Unser Ziel ist es, dass sie diesen möglichst sicher, selbstständig und klimafreundlich zurücklegen können. Darum investieren wir seit Jahren in Verkehrsberuhigung, begrünte Schulvorplätze und eine gute Radweganbindung der Schulen. Zudem gibt es unterschiedliche Mobilitätsbildungsangebote für Schulen, darunter Gratis-Fahrradkurse für Kinder“, betont Mobilitätsstadträtin Ulli Sima, die allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start ins neue Schuljahr wünscht.
In den letzten Jahren hat die Stadt Wien über 20 Schulvorplätze umgestaltet und 13 Schulvorplätze neu errichtet, weitere folgen. Aktuell wird beispielsweise im Zuge von Nachbegrünungsmaßnahmen im Nordbahnviertel das Vorfeld des Gertrude-Fröhlich-Sandner-Schulcampus in der Ernst-Melchior-Gasse umgestaltet. Gepflanzt werden 28 neue Bäume, es werden 2.900 m2 entsiegelt und 1.300 m2 neuer Grünraum geschaffen. Dazu kommen ein neues Wasserspiel für Kinder, Trinkhydranten und Nebelstelen. Asphalt wird durch wasserdurchlässige Pflasterung ersetzt, die sich an den heißen Sommertagen nicht so stark erhitzt.
Insgesamt gibt es in Wien mittlerweile 93 Kfz-freie Schulvorplätze, 222 Schulen sind an das Wiener Radnetz angebunden.
NEOS Wien Mobilitäts- und Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner: „Wenn Wiens Schulkinder in wenigen Tagen wieder unterwegs sind, müssen sie sich im Straßenverkehr ohne Angst bewegen können. Jeder Schulvorplatz, jeder Geh- und Radweg, den wir sicherer machen, nimmt Eltern die tägliche Sorge und ersetzt Elterntaxis durch gesunde, eigenständige Bewegung. Wer von klein auf erlebt, dass man Wege sicher zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller erledigt, nimmt dieses klimafreundliche Verhalten ganz selbstverständlich fürs ganze Leben mit.“
ZAHLREICHE PROJEKTE FÜR SICHERE SCHULUMFELDER
Zu den aktuellen Projekten zählt etwa der Schulvorplatz der VS Lortzinggasse im 14. Bezirk. Im Zuge der Umgestaltung der Meiselstraße wurde der Vorplatz begrünt und klimafit gemacht. Die gesamte Meiselstraße wurde zur Fahrradstraße umgebaut, der Bereich vor der Volksschule bleibt Kfz-frei. Sitz- und Spielgelegenheiten, ein Wasserspiel, sechs neue Bäume und zusätzliche Grünflächen machen den Platz zu einem sicheren und lebendigen Begegnungsraum nicht nur für die Schule, sondern für das ganze Grätzl.
Ein weiteres Beispiel ist die Galileigasse im 9. Bezirk, die als Wohnstraße und verkehrsberuhigter Bereich neu gestaltet wurde.
Im Supergrätzl Favoriten wurde mit umfassenden Verkehrsberuhigungs- und Begrünungsmaßnahmen ein europaweit beachtetes Vorzeigeprojekt geschaffen. Das Projekt wurde vom Kuratorium für Verkehrssicherheit mit dem Österreichischen Verkehrssicherheitspreis ausgezeichnet. Vor der Mittelschule in der Herzgasse wurde eine Fußgänger*innenzone errichtet. Diese bietet den Schulkindern ein sicheres und begrüntes Umfeld und ist ein attraktiver Treffpunkt für die Nachbarschaft. In die Flächen zwischen den neuen Grünbeeten malt die sickerfähige Pflasterung ein mehrfarbiges Muster und verleiht dem Grätzl damit besonderen Charme. Vor allem die Klinkerpflasterung in erdigen Rottönen vermittelt– gemeinsam mit den neuen Bäumen – das Gefühl, dass man sich in einem schattigen Innenhof mit Garten befindet. Auch der Gehsteigbereich vor dem städtischen Kindergarten in der Gudrunstraße wurde verbreitert und mit Sitzmöbel aufgewertet.
Im 18. Bezirk wurde in der Michaelerstraße ein Schulvorplatz neu gestaltet und aufgewertet.
Besonders gelungen ist auch der Schulvorplatz in der Pfeilgasse im 8. Bezirk. Dort wurde im Zuge der Errichtung einer Fahrradstraße unter dem Motto „Raus aus dem Asphalt“ auch der Vorplatz der Schule samt angrenzendem Lisette-Model-Platz umgestaltet. Aus einem Parkplatz wurde eine coole Freifläche für Jung & Alt mit Bäumen, bunten Sitzgelegenheiten und Großsträuchern. Insgesamt sechs neue Grünflächen mit bunten Blumen sowie ein Wasserspiel mit Bodenfontänen sorgen für mehr Schatten und Kühlung rund um die Schule.
SCHULSTRASSEN REDUZIEREN VERKEHR UND ERHÖHEN DIE SICHERHEIT
Schulstraßen sind ein besonders wirksames Instrument, um den Schulweg sicherer zu machen. Wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis direkt vor das Schultor bringen, entstehen durch Halten in zweiter Spur, Rangieren und Anfahren immer wieder gefährliche Situationen. Je weniger Autos im Schulumfeld unterwegs sind, desto sicherer wird der Schulweg für alle. Daher wird an Schultagen bei Schulstraßen jeweils 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn und teilweise 30 Minuten nach Unterrichtsende ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge eingerichtet.
„Schulstraßen tragen dazu bei, die Verkehrssicherheit gerade für die Kleinsten zu verbessern und das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Das nützt allen: Luft- und Aufenthaltsqualität rund um die Schulen werden verbessert“, so Petra Jens von der Mobilitätsagentur Wien. Zudem werden Schulkinder und Eltern angeregt häufiger zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis zur Schule zu kommen. Das hilft nicht nur dem Klima, sondern trägt auch zu mehr gesunder Bewegung von Kindern und Jugendlichen bei. Ein besonders gelungenes Beispiel ist die Rohrwassergasse im 12. Bezirk, die als längste Schulstraße Europas gilt.
SCHULEN BESSER ANS RADNETZ ANGEBUNDEN
Ein weiterer Schwerpunkt der Stadt Wien ist die bessere Anbindung der Schulen an das Radwegenetz. Im Rahmen der großen Radwegeoffensive wurden bislang 142 Schulen neu an sichere und bequeme Radwege und Fahrradstraßen angebunden. Damit schafft die Stadt Wien die Voraussetzungen dafür, dass Schüler*innen sicher und klimafreundlich zur Schule gelangen können.
Neben baulichen Maßnahmen unterstützt die Stadt Wien Eltern und Kinder auch mit praktischen Angeboten: Schulwegpläne, die Magazine Stadtentdecker*in und Mini-Stadtentdecker*in sowie Grätzelralleys der Mobilitätsagentur helfen dabei, das eigene Umfeld spielerisch kennenzulernen und sichere Wege zu entdecken.
Für Schulkinder bietet die Mobilitätsagentur auch gemeinsam mit dem Mobilitätsministerium kostenlose Fahrradkurse für Schulklassen und gratis Radfahrtrainings an Wochenenden an.
Weitere Informationen:
https://bildung.mobilitaetsagentur.at/
https://www.wien.gv.at/verkehr/verkehrssicherheit/schulweg/plaene/index.html
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/
Mediensprecherin StRin Ulli Sima
Anita Voraberger
Telefon: +43 1 4000 81353, 0664/1658655
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