Delegation aus Brünn informierte sich in Wien über Alkoholverbotszonen
Delegation aus Brünn informierte sich in Wien über Alkoholverbotszonen
Brünn holte sich Anregungen für weitere Planungen vom Wiener Vorbild-Modell
Eine hochrangige Delegation unter der Leitung des Magistratsdirektors aus Brünn, Oliver Pospíšil, hat sich am 1. September 2026 über Wiener Erfahrungen mit Alkoholverbotszonen sowie weitere sicherheitspolizeiliche Instrumente im öffentlichen Raum informiert. Der fachliche Austausch wurde von der Stadt Wien (MA 36) sowie der Landespolizeidirektion Wien (LPD Wien) gestaltet und fand in der Zentrale der LPD Wien statt. Es gab auch Vor-Ort-Besichtigungen am Verkehrsknotenpunkt Praterstern und Bahnhof Floridsdorf.
Im Mittelpunkt des Interesses der tschechischen Nachbarn standen Alkoholverbotszonen, sowie ein genereller Überblick über Verbotszonen im öffentlichen Raum – also rechtliche Grundlagen, praktische Erfahrungen und die Zusammenarbeit zwischen Stadt Wien, Landespolizeidirektion Wien, öffentlichen Verkehrsträgern und weiteren Partnerorganisationen. Brünn kämpft seit einiger Zeit mit massiven Problemen rund um den Brünner Bahnhof.
ALKOHOLVERBOTSZONEN UND SICHERHEITSPOLIZEILICHE MASSNAHMEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM
MA36-Abteilungsleiter Dietmar Klose konzentrierte sich im „theoretischen Teil“ auf Einblicke in die Entstehung, Umsetzung und Vollziehung von Alkoholverbotszonen, die auf Basis einer ortspolizeilichen Verordnung geregelt sind. Konkret wurde auch auf das bestehende Alkoholverbot am Praterstern, am Bahnhof in Floridsdorf und am Westbahnhof eingegangen. Dabei wurden auch andere Beispiele für ortspolizeiliche Verordnungen wie zB die Kampierverordnung, die Rattenverordnung und Regelungen zur Freihaltung des Stadtbildes von störenden Werbeständern genannt.
Die LPD Wien wiederum zog eine anschauliche Umsetzungsbilanz für die aktuellen Wiener Alkoholverbotszonen, aber auch zu ergänzenden Maßnahmen, wie Schutzzonen und Waffenverbotszonen. Die Wiener Erfahrungen der Polizei zeigen, dass Alkoholverbotszonen, Schutzzonen und Waffenverbotszonen wirksame Instrumente zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstellen. Als wesentliche Erfolgsfaktoren wurden konsequente Kontrollen, eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen sowie eine klare rechtliche Grundlage hervorgehoben.
IM VORFELD BRAUCHT ES DOKUMENTATION DER MISSSTÄNDE
Derartige Verordnungen betreffen großteils die örtliche Sicherheitspolizei, deren Vollziehung der Landespolizeidirektion Wien (Bundeseinrichtung) übertragen ist. Brünn hingegen hat eine eigene Stadtpolizei und für die Stadt ebenso zuständige Staatspolizei.
Und weil die Zusammenarbeit im Bereich der Schutzzonen in Wien zwischen Bund (Exekutive) und Land (Kommunalverwaltung) wirklich exzellent funktioniert, soll das Wiener Modell als Role-Model EU-weit ausgerollt werden, berichtete die LPD Wien.
„Alkoholverbotszonen sind ein geeignetes Instrument für Orte, an denen gravierende Missstände dokumentiert sind und die öffentliche Ordnung ohne zusätzliche Maßnahmen nicht ausreichend gewährleistet werden kann. Entscheidend sind eine sorgfältige Vorbereitung, transparente Information, sichtbare Kennzeichnung und die enge Abstimmung aller beteiligten Stellen. Dass die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Exekutive in Wien auch international Beachtung findet, zeigt den hohen Stellenwert dieses Modells. Unsere Erfahrungen geben wir gerne weiter, denn viele Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen im öffentlichen Raum“, betonte MA 36-Abteilungsleiter Dietmar Klose für die Stadt Wien.
Für die Einführung von Alkoholverbotszonen wurden Missstände anhand von Berichten und Statistiken der Landespolizeidirektion Wien, der ÖBB und der Wiener Linien dokumentiert. Zu den festgestellten Problemen zählten Belästigungen von Passant*innen, Lärmbelästigungen, die Verunreinigung öffentlicher Flächen, die Blockierung von Sitzgelegenheiten sowie die Bildung größerer Menschenansammlungen. Ziel der Maßnahmen ist die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und nicht der Gesundheitsschutz vor Alkoholmissbrauch.
Landespolizeivizepräsident General Dieter Csefan hob die sehr gute Abstimmung zwischen Stadt Wien und Landespolizeidirektion Wien hervor: „Aus Sicht der Landespolizeidirektion Wien ist die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und weiteren Partnerorganisationen ein zentraler Erfolgsfaktor. Schutzzonen, Waffenverbotszonen und Alkoholverbotszonen zeigen, dass Sicherheit im öffentlichen Raum durch abgestimmtes Vorgehen und konsequente Vollziehung wirksam unterstützt werden kann. Alkoholverbotszonen entfalten rasch spürbare Wirkung, wenn sie konsequent kontrolliert und klar kommuniziert werden.“
Brünner Magistratsdirektor Oliver Pospíšil betonte die Bedeutung des fachlichen Austauschs: „Für Brünn ist es sehr wertvoll, die Wiener Erfahrungen aus erster Hand kennenzulernen. Die Gespräche mit den Expertinnen und Experten haben gezeigt, wie wichtig klare rechtliche Grundlagen, konsequente Umsetzung und die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen sind. Wir nehmen das Wiener Vorbild-Modell in Brünn als Anregung für unsere weiteren Planungen.“
Anhand der Beispiele Praterstern und Floridsdorf wurde dargestellt, wie sich Alkoholverbotszonen in der Praxis auswirken können. Neben einer spürbaren Entlastung betroffener öffentlicher Räume wurden auch Herausforderungen wie mögliche Verdrängungseffekte thematisiert. Die Erfahrungen zeigen, dass nachhaltige Verbesserungen vor allem dann gelingen, wenn rechtliche, sicherheitspolizeiliche und soziale Maßnahmen gut aufeinander abgestimmt sind.
Der Besuch knüpft an den langjährigen Austausch zwischen den Magistratsdirektionen von Wien und Brünn an. Bereits seit rund drei Jahrzehnten pflegen beide Städte einen regelmäßigen fachlichen Dialog zu aktuellen Verwaltungsthemen. Der nunmehrige Besuch unterstreicht die enge Zusammenarbeit der beiden Städte und das gemeinsame Interesse an praxisnahen Lösungen für urbane Herausforderungen.
Andrea Leitner
Mediensprecherin Magistratsdirektor der Stadt Wien
Tel: +43 1 4000 82552
Mail: andrea.leitner@wien.gv.at
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