Schwarz/Grüne zu OeNB-Bericht: Kein Klimaschutz kostet am meisten
Schwarz/Grüne zu OeNB-Bericht: Kein Klimaschutz kostet am meisten
Zahlen bestätigen, dass Hitze und Dürre den Effekt der Mehrwertsteuersenkung zunichtemachen
„Kein Klimaschutz kostet am meisten – das ist nicht einfach nur dahingesagt, sondern das sehen wir mittlerweile in zahlreichen Bereichen: Milliarden-Strafzahlungen, die uns drohen, wenn wir Klimaziele nicht erreichen, Ernteausfälle in der Landwirtschaft durch Dürre und Unwetter, steigende Strom- und Gaspreise, weil Wasserkraftwerke weniger Strom liefern und Wind- sowie Solarenergie noch nicht genug davon liefern können. All das sind keine Probleme, mit denen wir uns in ferner Zukunft herumschlagen werden, sondern die bereits heute Auswirkungen haben. Das bestätigt uns auch der präsentierte Policy Brief der Österreichischen Nationalbank“, hält Jakob Schwarz, Budgetsprecher der Grünen, fest und weiter: „Die Ergebnisse sind eindeutig: Die OeNB geht davon aus, dass wegen der Hitze und Dürre des heurigen Sommers die Inflation um rund 0,1 Prozentpunkte steigen wird.“
Dass umfassende Ernteschäden zu höheren Lebensmittelpreisen führen, liegt auf der Hand. Weniger selbstverständlich ist der Anstieg der Energiekosten: „Wer an die Klimakrise denkt, geht von wärmeren Wintern und weniger Heizkosten aus. Im Sommer wird allerdings mehr Energie für Klimaanlagen benötigt – die stammt noch oft aus Gas-Kraftwerken. Das leert unsere Gasspeicher und treibt den Gaspreis nach oben. Und wir zahlen deshalb mehr fürs Kühlen im Sommer und mehr fürs Heizen im Winter“, so Schwarz.
Dazu kommen dann noch teurere Lebensmittel, so der Budgetsprecher: „Auch hier sprechen wir nicht nur von den verdorrten Feldern, die mit freiem Auge sichtbar sind. Bäuerinnen und Bauern mussten heuer ihr Vieh schlachten, weil sie es nicht füttern konnten. Kühe haben bei der Hitze weniger Milch gegeben, Hennen weniger Eier gelegt und selbst der Preis für Fruchtsäfte steigt, weil hitzebedingt weniger Obst geerntet werden kann. Entsprechend breit spürbar werden die Preisanstiege auch ausfallen.“
„Auch wenn die Bundesregierung es nicht wahrhaben möchte und zuletzt den ‚Schutz‘ sogar aus dem ‚Klimagesetz‘ gestrichen hat: Die Klimakrise ist da. Sie war diesen Sommer für alle am eigenen Leib spürbar. Und sie wird für die allermeisten auch im Geldbörsel spürbar, wenn die Inflation weiter hoch bleibt. Denn 0,1 Prozentpunkte hören sich nach wenig an. Tatsächlich ist das aber genauso viel, wie die Mehrwertsteuersenkung der Regierung den Preisanstieg gedämpft hat. Diese Maßnahme, für die sich die Bundesregierung selbst gefeiert hat, ist also sprichwörtlich verpufft“, so Schwarz abschließend.
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