„Dok 1“-Premieren „Dumm durch KI – Wie wir das Denken verlernen“ und „Google an der Enns – Der Streit ums Rechenzentrum“

„Dok 1“-Premieren „Dumm durch KI – Wie wir das Denken verlernen“ und „Google an der Enns – Der Streit ums Rechenzentrum“

Am 16. September ab 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON; danach: ORF-Doku-Premiere „KI – Der Tod des Internets?“

Wenn es um künstliche Intelligenz geht, kommt die nächste Innovation schneller, als wir schauen können: Ein neues Tool, eine neue Funktion, eine neue Anwendung. KI verspricht uns vieles: komplizierte Sachverhalte werden in wenigen Sekunden zusammengefasst, Arztbefunde übersetzt und erstellt, und wenn wir uns einsam fühlen, dann können wir mit Chatbots sprechen. Doch hinter all den technischen Möglichkeiten steckt eine zentrale Frage: Verlernen wir durch künstliche Intelligenz das kritische Denken? Werden wir bequem und faul? Oder am Ende vielleicht sogar dümmer? All diesen Fragen geht Lisa Gadenstätter in der neuen „Dok 1“-Folge „Dumm durch KI – Wie wir das Denken verlernen“ am Mittwoch, dem 16. September 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON nach.

Google baut in Kronstorf in Oberösterreich ein gigantisches Rechenzentrum – 70 Fußballfelder groß und mit enormem Verbrauch an Strom, Wasser und Boden. Pro Sekunde werden künftig 200 Liter Wasser aus der nahen Enns zur Kühlung der Server entnommen, nur ein Teil davon fließt – erwärmt – wieder zurück in den Fluss, der Rest verdampft. Gerechnet wird mit einem Stromverbrauch, der jenen von 900.000 privaten Haushalten entspricht. Jetzt wächst der Widerstand der Gegner und Gegnerinnen – denn moderne Rechenzentren wie jenes in Kronstorf werfen immer mehr Fragen auf. Fragen, auf die es von Politik und Technologieunternehmen kaum Antworten gibt. Intransparenz und Geheimniskrämerei begleiten auch das Projekt in Kronstorf seit dem Spatenstich im April 2026, den Landeshauptmann Thomas Stelzer, Landesrat Markus Achleitner und Google-Österreich-Chefin Christine Antlanger-Winter medienwirksam feierten. Für ein Interview standen sie „Dok 1“ allerdings nicht zur Verfügung. Für die Doku „Google an der Enns – Der Streit ums Rechenzentrum“ (21.05 Uhr) macht sich Hanno Settele dennoch auf die Suche nach Sinn und Unsinn der sogenannten Hyperscaler: Was bringt uns das Google-Rechenzentrum in Oberösterreich? Welchen Schaden richten Rechenzentren an? Wie lassen sich solche Ressourcenfresser in Zeiten von Dürre und Stromengpässen rechtfertigen? Wie transparent sind Bau und Betrieb der Superrechner? Und wie funktionieren die Dinger überhaupt?

Das Internet, wie es bislang bekannt ist, steht vor einem Wendepunkt. Expertinnen und Experten warnen vor einer unkontrollierten Flut von KI-generierten Inhalten, die Suchmaschinen und Plattformen zunehmend unbrauchbar machen, das Vertrauen in digitale Informationsquellen nachhaltig bedrohen und drastische wirtschaftliche Folgen mit sich bringen könnten. Die Frage „KI – Der Tod des Internets?“ steht um 21.55 Uhr im Mittelpunkt der gleichnamigen Doku-Premiere. Regisseur und Drehbuchautor Mario Sixtus beleuchtet die Schattenseiten des rasanten KI-Booms und diskutiert Lösungen für die Zukunft zwischen technologischer Regulierung und digitaler Ethik.

Dok 1: „Dumm durch KI – Wie wir das Denken verlernen“ (20.15 Uhr)

Um herauszufinden, was KI mit uns Menschen, mit unserem Gehirn, macht, wagt Lisa Gadenstätter einen ungewöhnlichen Selbstversuch: Zwei Tage lang lagert sie so viele Entscheidungen wie möglich an eine KI aus. Sie lässt sich ihren Alltag von der Maschine vorgeben und verzichtet weitgehend darauf, selbst zu entscheiden. Welche Folgen hat das für ihr Denken? Für ihr Gehirn? Der Neurologe Christian Enzinger untersucht Lisa vor und nach dem Experiment. Schon nach 48 Stunden zeigen sich überraschende Veränderungen. Doch nicht nur unser Denken verändert sich. Lisa spricht mit einem Psychologen über die zunehmende emotionale Bindung und Abhängigkeit von künstlicher Intelligenz. Denn immer mehr Menschen entwickeln sogar romantische Gefühle für ihre digitalen Gesprächspartner. Auch im Bildungsbereich stellt KI vieles auf den Kopf. Was bedeutet es für Schulen, wenn Hausaufgaben, Referate oder Aufsätze immer häufiger von Chatbots erstellt werden? Wie gehen Lehrkräfte damit um, wie können Leistungen noch fair beurteilt werden? Braucht es neue Formen der Leistungsbeurteilung und wird kritisches Denken zur wichtigsten Kompetenz im Zeitalter der KI?

Auf der Rax trifft Lisa einen Bergretter, der ihr von ungewöhnlichen Suchaktionen berichtet. Denn immer mehr Einsätze am Berg gehen darauf zurück, dass sich Wanderer auf von der KI erstellte Routen bzw. Ausrüstungslisten verlassen. Und während Lisa das Interview führt, kommt es plötzlich zu einem echten Einsatz am Berg. Auch im Gesundheitsbereich ist die KI längst angekommen. In einer Arztpraxis erfährt Lisa, dass immer mehr Patientinnen und Patienten mit Diagnosen in die Ordination kommen, die sie mithilfe von KI erstellt haben. Was bedeutet diese Entwicklung für Ärztinnen und Ärzte und für das gesamte Gesundheitssystem? Ist es grundsätzlich problematisch, wenn sich Menschen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz über ihre Gesundheit informieren? Wo liegen die Chancen, wo die Gefahren? Eine „Dok 1“-Ausgabe über die Frage, wie viel von unserem Denken wir an Maschinen abgeben können – und was wir dabei möglicherweise verlieren.

Dok 1: „Google an der Enns – Der Streit ums Rechenzentrum“ (21.05 Uhr)

In Kronstorf begibt sich Hanno Settele auf Spurensuche und trifft Bürgermeister Christian Kolarik, der das Projekt seit 18 Jahren begleitet. Er besucht eine Kundgebung einer Bürgerinitiative, die sich gegen den Bau des Google-Rechenzentrums wehren will, und schaut auf einen Sprung ins Café Erika, um die Stimmung im Dorf auszuloten. Widerstand gegen Rechenzentren und fehlende Transparenz rund um diese Projekte findet man rund um den Globus. In der Nähe von Washington besucht „Dok 1“ die Region mit der höchsten Dichte an Rechenzentren weltweit. Wie geht die Bevölkerung dort damit um, dass ein Rechenzentrum nach dem andern in der Nachbarschaft entsteht? In Frankfurt war eine lokale Bürgerinitiative, initiiert von zwei Pensionisten, erfolgreich: Ein Rechenzentrum wurde dort vorläufig verhindert. Und in Wien darf Hanno Settele ein bereits bestehendes, wenn auch viel kleineres Rechenzentrum besuchen. Der Streit um die Rechenzentren wird jedenfalls heftiger, denn der Bedarf durch künstliche Intelligenz treibt die notwendigen Rechenleistungen in die Höhe. Und wie neu angedachte Projekte in Nickelsdorf, Leopoldsdorf oder Stetten zeigen – der Streit ums Rechenzentrum ist noch lange nicht vorbei.

„KI – Der Tod des Internets?“ (21.55 Uhr)

Während über die möglichen gesellschaftlichen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz diskutiert wird, scheint der digitale Wissensraum im Internet im synthetischen Schund unterzugehen. Mario Sixtus geht in seiner Doku der Frage nach, wie es dazu kommen konnte. Das Netz, das für lange Zeit als Ort des freien Wissens und offenen Austauschs galt, wird von maschinell gefertigtem Nonsens überschwemmt. Suchmaschinen scheinen ihre Orientierung zu verlieren und aus Ratlosigkeit an der eigenen Abschaffung zu arbeiten. In der Doku kommen Netzexpertinnen und -experten zu Wort.

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender