Schieder: Fluglinien nehmen Flughafen-Chaos in Kauf – EU-Kommission und Bundesregierung schauen nur zur
Schieder: Fluglinien nehmen Flughafen-Chaos in Kauf – EU-Kommission und Bundesregierung schauen nur zur
Konsument*innenschutz und gute Arbeitsbedingungen sind wichtiger als Profit der Airlines
Wien (OTS/SK) – In dieser Woche musste sich die EU-Kommission im Verkehrsausschuss des EU-Parlaments zum aktuellen Flugchaos erklären. SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder: „Pünktlich zur Hauptreisezeit heißt es an den europäischen Flughäfen ‚Rien ne va plus!‘ Flugstreichungen, ungefragte Umbuchungen, lange Wartezeiten, Verspätungen und unkooperative Informationspolitik; wer in diesen Tagen mit dem Flugzeug verreisen will, braucht starke Nerven. Aber wer die Branche kennt und Medienberichte aufmerksam verfolgt hat, weiß, die Airlines sind sehenden Auges in diesen Chaos-Sommer marschiert. Und die EU-Kommission hat zugeschaut, denn die herausgestellte Marktposition der großen Airlines wurde trotz konsequentem Abbau des Angebots abgesichert. Dort hat man die Corona-Hilfen in Milliardenhöhe gerne eingestreift, aber gleichzeitig Personal entlassen und Kapazitäten heruntergefahren. Dass das erwartbar hohe Passagieraufkommen so nicht zu bewältigen sein wird, war klar, in erster Linie den Luftfahrtunternehmen. Die Kombination aus schlechten Arbeitsbedingungen, Personalauslagerungen und dem stetigen Preiswettbewerb nach unten führen zu dem Chaos, das wir nun auf europäischen Flughäfen vorfinden. Leidtragende sind jetzt die Konsument*innen und die Beschäftigten.“ ****
Andreas Schieder sieht jetzt die EU-Kommission und die Bundesregierung in der Pflicht, namentlich die EU-Kommissarinnen Valean und Vestager sowie Österreichs Verkehrsministerin Gewessler:
„Wir müssen sofort die zuständigen Wettbewerbsbehörden mit einer umfassenden Prüfung beauftragen. Wurde hier die Schädigung von Konsument*innen wissentlich in Kauf genommen, weil der erwartete Profit die Entschädigungen übersteigt? Sollten die Unternehmen für diesen Sommer zu automatischen Entschädigungszahlungen über die aktuelle Fluggastrechte-Verordnung hinaus verpflichtet werden?“
Schieder weiter: „Das Gejammer vom Personalmangel kann ich schon gar nicht mehr hören. Warum wurden bei der Vergabe der Corona-Hilfen an die Airlines keine klaren Kriterien in puncto Arbeitsbedingungen festgelegt. So hätte man Fremdvergaben bei den Beschäftigten und dem Ansatz nach immer noch billigerer Entlohnung entgegenwirken können. Die EU-Kommission ist jetzt gefordert, sich die Arbeitsbedingungen in der Luftfahrt genau anzusehen und für einheitliche europäische Regeln im Flugverkehr zu sorgen. Denn ein hochwirksames Mittel gegen den Personalmangel wären bessere Arbeitsbedingungen. Wer seinen Mitarbeiter*innen Respekt entgegenbringt und für gute Entlohnung und Rahmenbedingungen sorgt, wird auch Menschen finden, die motiviert und gerne arbeiten. Natürlich kann man gerade in der sicherheitssensiblen Flugbranche nicht ein paar Tage vor der Hauptreisesaison damit beginnen. Der Schaden ist jetzt schon angerichtet, aber wir müssen die Auswirkungen für die Reisenden abfedern und für angemessene Entschädigung sorgen.“ (Schluss) bj
Lena Rank
Pressesprecherin der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament
+32 472397210
lena.rank@europarl.europa.eu
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