Zeidler-Beck: Neues Institut für Lieferkettenforschung soll helfen, rascher auf Krisen reagieren zu können

Zeidler-Beck: Neues Institut für Lieferkettenforschung soll helfen, rascher auf Krisen reagieren zu können

Aktuelle Stunde mit dem Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft Martin Kocher: „Unterstützung der Lieferkettenforschung für einen starken, resilienten Standort“

„Die Pandemie, der russische Angriffskrieg in der Ukraine oder die Havarie des Containerschiffes Ever Given, das 2021 den Suezkanal blockierte und damit Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft hatte, machen uns die Brüchigkeit unserer Lieferketten deutlich“, sagte heute, Dienstag, die niederösterreichische ÖVP-Bundesrätin Marlene Zeidler-Beck in der Aktuellen Stunde des Bundesrates. Die „Ever Given“ war auf Grund gelaufen, hatte sich schräg gestellt und so den Kanal sechs Tage lang blockiert. Hunderte Schiffe konnten die Wasserstraße nicht passieren, was den weltweiten Handel erheblich beeinträchtigte. Auch österreichische Unternehmen waren betroffen, weil sie notwendiges Material nicht erhalten haben. „Die Wirtschaft steht immer wieder vor Herausforderungen in Zusammenhang mit Lieferkettenproblemen, strategischen Abhängigkeiten und der Sicherstellung reibungsloser Produktionsprozesse. Und genau hier setzen die Bundesregierung und das Land Oberösterreich mit dem neuen Institut für Lieferkettenforschung –  Supply Chain Intelligence Institute Austria – an“, so die Bundesrätin weiter. „Damit wird eine Lücke in der Forschung geschlossen und ein Beitrag geleistet, um den Standort noch krisenfester zu machen.“ Insgesamt werden in den Jahren 2023 bis 2027 zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

„Das Institut soll mithelfen, Gefahren und Risiken zu minimieren, um rascher auf Krisensituationen reagieren zu können. Es soll mit einem umfassenden Monitoring dazu beitragen, Abhängigkeiten aufzuzeigen, diese zu minimieren und sich auch mit Beschaffungsfragen auseinandersetzen“, so die Bundesrätin. Es soll zudem die Entscheidungsfindung bei Fragen der Lagerhaltung vor Ort oder zum Produktionsstandort erleichtern.
Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Ende 2021 mitteilte, hätten etwa 40 Prozent der heimischen Sachgütererzeuger einen Mangel an Material als primäres Produktionshemmnis bezeichnet. All das zeige, wie aktuell das Thema Lieferketten und wie notwendig es sei, diesem Thema auf den Grund zu gehen und in der Lieferkettenforschung anzusetzen. „Wir bekommen immer wieder vor Augen geführt, wie anfällig wir für externe Einflüsse sind“, wies Zeidler-Beck darauf hin, dass sechs von zehn in Österreich erwirtschafteten Euro aus dem Außenhandel stammen. „Es ist wichtig, in Zeiten multipler Krisen Konsequenzen zu ziehen und Maßnahmen zu setzen. Und das tun wir mit diesem Institut für Lieferkettenforschung. Damit haben wir einen Kompass in der Hand, um auch auf unruhiger See gut navigieren zu können“, wies Zeidler-Beck darauf hin, dass aber letztlich alle einen Beitrag leisten können, indem sie auf regionale Produkte und Nachhaltigkeit setzen und dadurch mithelfen, die Lieferwege zu verkürzen.

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