FCG/GPA: Pension Pay Gap erst im Jahr 2170 überwunden

FCG/GPA: Pension Pay Gap erst im Jahr 2170 überwunden

Frauen steigen auch und noch immer in der Pension massivst schlechter aus

Am 4. August (Equal Pension Day) haben Männer bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst bis zum Jahresende erhalten werden. „So weit, so schlecht. Alt, arm, weiblich ist noch immer, auch in diesem Jahr erschreckende Realität“, so Karin Zeisel, Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafter*innen in der Gewerkschaft GPA. Besonders kritisiert sie, dass sich das österreichische Pensionssystem immer noch an Vollbeschäftigung ohne Erwerbsunterbrechung orientiert. Und die ist meist den Männern vorbehalten. „Wir wissen, dass unsere Gesellschaft ohne Frauen nicht funktioniert, wie auch die Zeitverwendungserhebung der Statistik Austria zeigt“, stellt Zeisel klar. Frauen leisten auch 2023 den größten Teil der unbezahlten Arbeit. Sie übernehmen Care-Arbeit für zu pflegende Angehörige und Kinder, erledigen den Großteil des Haushaltes, gehen in Karenz und arbeiten danach meist Teilzeit. All das führt dazu, dass Frauen armutsgefährdeter sind. Zeisel fordert, die Zeitverwendungsstudie jährlich durchzuführen, um dringend die richtigen Schritte zu setzen. Die aktuellen Teuerungen treffen abermals besonders Frauen. Besonders Pensionistinnen sind betroffen, da sie anteilig mehr ihrer Pension für das tägliche Leben ausgeben müssen. 

ARBEITSZEITVERKÜRZUNG ALS CHANCE FÜR WEIBLICHE PENSION 

Männliche Vollzeit ist noch immer das Maß aller Dinge. Die Rahmenbedingungen in Österreich machen es Frauen (vor allem mit Betreuungspflichten) jedoch schwerer bis unmöglich, Vollzeit zu arbeiten. „Um mehr Frauen in Vollzeit zu bringen, braucht es eine bessere und längere Anrechnung der Kindererziehungszeiten, eine partnerschaftliche Aufteilung der Sorgearbeit und einen Ausbau an Kinderbildungsplätzen“, bekräftigt Wolfgang Pischinger, Vorsitzender der FCG/GPA, die gewerkschaftlichen Forderungen. Noch stärker drängt die FCG/GPA auf eine Arbeitszeitverkürzung.  Mehr Stunden zu arbeiten, muss einerseits, wenn erwünscht, ermöglicht werden. Eine Arbeitszeitverkürzung ist die bessere Lösung, um eine Gleichstellung zwischen Männern und Frauen zu erwirken. „Reduziert man die Normalarbeitszeit um ein paar Stunden, erreichen viele Frauen, die momentan in Teilzeit arbeiten, leichter die Vollzeit. Das bedeutet, volle Bezüge und damit positive Auswirkung auf die Pension“, ist sich Zeisel sicher. Fakt ist, durch die momentan geltenden Rahmenbedingungen steigen Frauen noch immer, auch in der Pension deutlich schlechter aus. Zwischen 1997 und 2020 hat der Gender Pension Gap von 46,4 Prozent auf 37,7 Prozent abgenommen. „Von 2022 auf heuer haben wir uns lediglich um einen Tag verbessert. Geht es in diesem Schneckentempo weiter, haben wir den Pension Pay Gap im Jahr 2170 überwunden,“ so Zeisel und Pischinger abschließend.

Mag. Markus Hiesberger, Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA: 0676-817 111 352
Karin Zeisel: Frauenvorsitzende der FCG/GPA: 0664-8180201

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