Raiffeisen-Neujahrsempfang: Reformen für die Wirtschaft gefordert
Raiffeisen-Neujahrsempfang: Reformen für die Wirtschaft gefordert
DER RAIFFEISENVERBAND SALZBURG LUD GESTERN (8. JÄNNER 2026) BEREITS ZUM 28. MAL ZUM TRADITIONSREICHEN NEUJAHRSEMPFANG. RUND 1.300 PERSÖNLICHKEITEN AUS WIRTSCHAFT, POLITIK, VERWALTUNG, KULTUR UND SPORT FOLGTEN DER EINLADUNG IN DIE SALZBURGER FELSENREITSCHULE. EHRENGAST UND GESPRÄCHSPARTNER VON RVS-GENERALDIREKTOR HEINZ KONRAD WAR HEUER DER ÖKONOM FRANZ SCHELLHORN VON DER DENKFABRIK AGENDA AUSTRIA.
Für die kulturellen Highlights sorgten unter anderem das Orchester Bella Musica vom Mozarteum Pre-College unter der künstlerischen Leitung von Stefan David Hummel, die Geschwister Bernadette und Elisabeth Pihusch, der erst 16-jährige Gitarrist Benno Panhans und der Chor der Jugendkantorei.
KONRAD: SALZBURGS WIRTSCHAFT BRAUCHT JETZT SPÜRBARE ENTLASTUNGEN
Generaldirektor Heinz Konrad nutzte den Neujahrsemfang für einen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr 2025 sowie eine Einschätzung über die aktuellen wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen und notwendigen Reformen. Seine Botschaft war klar: Um die Wettbewerbsfähigkeit von Salzburgs Wirtschaft nicht zu gefährden, braucht es jetzt dringend Reformen. Es ist hoch an der Zeit, die Zeichen der Zeit zu erkennen und die wirtschaftspolitischen Weichen neu zu stellen.
Konrad weiter: „Raiffeisen Salzburg hat das Ohr ganz nahe bei der Wirtschaft. Und da hören wir eine Botschaft immer und immer wieder: Unsere Betriebe brauchen eine spürbare Entlastung, um die Wettbewerbsfähigkeit halten zu können, um nachhaltig ein Wirtschaftswachstum zu schaffen und damit den Lebensstandard für die Menschen in unserem Land abzusichern. 2026 muss aus meiner Sicht endlich das Jahr der wirklich wirkungsvollen Reformen werden. Mit zaghaften Ansätzen kommen wir da nicht mehr weiter. Beschönigen und darauf warten, dass sich die schwierige Lage von selbst auflöst – das haben wir lange genug versucht. Wenn Österreich als Land und als Wirtschaftsstandort erfolgreich bleiben soll und wir unseren Wohlstand und die soziale Sicherheit auf gewohntem Niveau beibehalten wollen, müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen – und zwar jetzt und nicht erst irgendwann.“
FRANZ SCHELLHORN: HÖHERE SCHULDEN UND MEHR STEUERN SIND KEINE LÖSUNG
Talk-Gast von Generaldirektor Heinz Konrad war dieses Jahr der Ökonom Franz Schellhorn, Direktor des Thinktanks Agenda Austria. Schellhorn unterstützte dabei den Appell von Heinz Konrad an die Politik, endlich konkrete Reformen zur Stärkung der Wirtschaft umzusetzen. Schellhorn weiter: „Die aktuelle Bundesregierung hat auf alle Probleme nur eine Antwort: Noch höhere Staatsausgaben, noch höhere Schulden, noch höhere Steuern. Davon haben wir allerdings schon genug. Was wir brauchen, ist das genaue Gegenteil davon. Die Staatsausgaben müssen schrittweise auf 45 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken, nur so wächst uns der Zinsendienst nicht über den Kopf, nur so ist eine Entlastung der geschröpften Bevölkerung möglich, nur so sind Arbeits- und Investitionsanreize zu setzen, nur so kann der Mittelstand wieder Vermögen aufbauen, nur so ist das Land wieder dauerhaft auf Wachstumskurs zu bringen.“
AGENDA AUSTRIA MIT KLAREN FORDERUNGEN UND KONZEPTEN
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Budgetsanierung nach Schweizer Vorbild – dort dürfen die Ausgaben nicht schneller steigen als die prognostizierten Einnahmen steigen.
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Sozialreformen nach Dänischem Vorbild – die Dänen zahlen ein höheres Arbeitslosengeld, das allerdings mit Fortdauer des Bezugs sinkt. Man kann drei Jobs ablehnen, dann landet man in der Grundsicherung. Die Dänen arbeiten bis 67, die Rentner bekommen eine staatliche Grundpension, den Lebensstandard sichert ihnen die betriebliche Altersvorsorge (zweite Säule).
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Radikaler Bürokratieabbau nach Argentinischem Vorbild – Reduktion von Behörden, Dekreten und Gesetzen.
MEHR LEISTUNG MUSS SICH MEHR LOHNEN
Konrad: „Wir haben in Österreich im letzten Jahr zwar die längste Rezession seit 1945 überwunden, aber die heimische Wirtschaft erholt sich nur sehr zaghaft. Wir bleiben beim Wirtschaftswachstum weiterhin im Schlussfeld aller europäischen Staaten, das bedeutet gleichzeitig auch einen Wohlstandsverlust. Erschwerend kommt hinzu, dass wir im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Staaten die hohe Inflation nicht und nicht in den Griff bekommen. Die daraus resultierenden hohen Lohn- und Gehaltsabschlüsse der letzten Jahre, in Verbindung mit hohen Energiekosten und überbordender Bürokratie, drücken auf die Wettbewerbs-fähigkeit unserer Wirtschaft.“
„Reformbedarf haben wir jedenfalls auch beim aktuell leistungsfeindlichen Lohnsteuersystem. Und ganz wichtig: Arbeit und Leistung müssen sich wieder lohnen. Dazu bedarf es einer substanziellen Entlastung des Mittelstandes. Fast ein Drittel aller Erwerbstätigen in Österreich arbeitet mittlerweile in Teilzeit. Zwei Drittel davon wiederum nicht aus familiären Verpflichtungen, sondern weil es sich steuerlich nicht auszahlt, mehr zu arbeiten. Das ist eine Fehlentwicklung, die es nicht nur aufgrund der Altersvorsorge zu korrigieren gilt. Damit wir in Österreich wieder nach vorne kommen, werden wir mehr arbeiten müssen und nicht weniger.“
SALZBURG GUT AUFGESTELLT – JETZT DIE WEICHEN STELLEN, DAMIT DAS SO BLEIBT
„Salzburg ist in vielerlei Hinsicht gut aufgestellt. Wir haben das höchste BIP pro Kopf in Österreich, noch vor Wien. Unsere Arbeitslosenquote ist traditionell um 2-3 % niedriger als der Durchschnitt Österreichs. Und Salzburg zählt zur TOP 20-Gruppe der leistungsfähigsten Regionen der EU. Aus Sicht von Raiffeisen Salzburg glaube ich schon sagen zu können, dass wir zu dieser Stabilität in unserem Bundesland sehr viel beitragen und das unabhängig davon, ob die Wirtschaft gerade gut oder schlecht läuft. Wir haben als Raiffeisen Bankengruppe Salzburg in unserem Bundesland 50 % Marktanteil in den Kerngeschäftsfeldern Einlagen und Kredite. Damit einher geht eine hohe Verantwortung für die Menschen und für die Wirtschaft in unserem Bundesland. Unsere genossenschaftliche Struktur mit dem Förderauftrag und den Kernwerten Solidarität, Hilfe zur Selbsthilfe und regionaler Verantwortung ist dafür in gewisser Weise unser Kompass“, so Konrad.
RAIFFEISEN BLEIBT DER FINANZIELLE NAHVERSORGER
Raiffeisen Salzburg betreut 370.000 Kundinnen und Kunden und verfügt über insgesamt 132 Bankstellen – mehr als alle Mitbewerber:innen zusammen. Konrad: „Das Wichtigste dabei ist, dass wir alleinverantwortlich vor Ort entscheiden. Bei uns gibt’s niemanden, der aus Wien, Linz oder Mailand mitredet.“
Konrad: „Wir sind der wichtigste finanzielle Nahversorger im Bundesland. Nur wir sind weiterhin flächendeckend in strukturschwächeren Regionen Salzburgs vertreten. Raiffeisen Salzburg ist genossenschaftlich organisiert. Unser Zweck ist in unseren Satzungen ganz klar festgeschrieben: Die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft unserer Mitglieder. Das sind 81.000 Salzburgerinnen und Salzburger. Gewinne, die wir erzielen, bleiben in den Genossenschaften und damit in unserem Bundesland. Und wir zeigen das ja auch mit zahlreichen Investitionen und eigenunternehmerischen Aktivitäten zur Unterstützung der Wirtschaft in Salzburg.“
RAIFFEISEN SALZBURG: SOLIDES ERGEBNIS 2025
Das 120. Geschäftsjahr des Raiffeisenverbandes Salzburg ist gut gelaufen. Aufgrund eines Einmaleffektes aus einem Beteiligungsunternehmen wird der Raiffeisenverband Salzburg für 2025 ein Rekordergebnis ausweisen. Nähere Angaben folgen nach der Generalversammlung im April 2025. Auch die 33 selbstständigen Raiffeisenbanken werden auf aggregierter Basis an das Top Ergebnis des Jahres 2024 anschließen können.
Konrad: „Besonders gefreut hat uns, dass wir Ende November 2025 vom Elite Report und der führenden deutschen Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ als bester Vermögensverwalter Österreichs ausgezeichnet wurden. Mit einer sensationellen Bewertung ist unser Private Banking unter den Top Ten aller Vermögensverwalter im gesamten deutschsprachigen Raum. Darauf sind wir sehr stolz.“
Über den Raiffeisenverband Salzburg eGen (RVS)
Raiffeisen ist seit über 130 Jahren in Salzburg. Der Raiffeisenverband Salzburg (RVS) beschäftigt im Bankenbereich über 1.000 Mitarbeiter:innen und in der 100%-Tochter Raiffeisen Lagerhaus Salzburg GmbH (RLS) weitere rund 700 Mitarbeiter:innen. Gemeinsam mit den 33 selbstständigen Raiffeisenbanken und deren 1.400 Mitarbeiter:innen bildet der RVS die Raiffeisen Bankengruppe Salzburg (RBGS). Raiffeisen Salzburg ist die größte regionale Bankengruppe in Salzburg. Die Universalbank ist Marktführer im Finanzdienstleistungsgeschäft und betreut an den insgesamt 132 Bankstellen über 370.000 Kund:innen; die aggregierte Bilanzsumme 2024 betrug 22,5 Mrd. Euro. Mehr auf www.rvs.at
Raiffeisenverband Salzburg
Sigi Kämmerer
Telefon: +43 664 78016513
E-Mail: sigi.kaemmerer@rvs.at
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