Masern: ÖVIH fordert Aufklärungskampagne sowie besseren und niederschwelligeren Zugang zu Impfungen

Masern: ÖVIH fordert Aufklärungskampagne sowie besseren und niederschwelligeren Zugang zu Impfungen

NACH DEM WHO-ENTZUG DES MASERN-ELIMINATIONSSTATUS FÜR ÖSTERREICH, FORDERT DER ÖSTERREICHISCHE VERBAND DER IMPFSTOFFHERSTELLER EIN GEZIELTES ENTGEGENWIRKEN DER POLITIK. ES BRAUCHE MEHR AUFKLÄRUNG SOWIE BREITERE IMPFANGEBOTE UND -BERATUNG.

Ganze 542 Masernfälle im Jahr 2024 brachten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Vorjahr dazu, Österreich den Eliminationsstatus für die hochansteckende Viruserkrankung zu entziehen. Laut AGES sei 2026 mit weiteren Fällen zu rechnen. „Das können wir nicht hinnehmen, wir müssen diese Entwicklung schnellstmöglich umkehren“, sagt Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH).

AUFKLÄRUNGSKAMPAGNE NOTWENDIG

Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig hat Berichten zufolge bereits eine Impfkampagne mit dem Ziel der Erhöhung der Durchimpfungsrate angedacht. Ein Vorschlag, den ÖVIH-Vizepräsidentin Sigrid Haslinger begrüßt. „Wir brauchen aber eine möglichst breit angelegte Impfaufklärungskampagne, damit eine Immunität von mehr als 95 Prozent der Bevölkerung in Österreich gegen das Masernvirus erreicht werden kann.“ Nur dann könnten Infektionsketten gestoppt und Masern wieder eliminiert werden, so Haslinger weiter. Derzeit liege die Durchimpfungsrate in Österreich bei nur 71%.

„Der ÖVIH steht gerne mit Rat und Tat zur Seite. Ein Land wie Österreich kann es sich nicht leisten, bei einer Erkrankung, die mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden sein kann und die offiziell als eliminiert klassifiziert wurde, zurückzufallen“, sagt Gallo-Daniel und bietet der Politik Unterstützung an – „unser gemeinsames Ziel muss es sein, auf eine Immunität von über 95 Prozent zu kommen.“ Dies gelinge nur mit konsequenter Prävention.

Im Falle von Masern gebe es keine Therapiemöglichkeit nach einem bereits erfolgten Ausbruch. Deshalb sei die in Österreich kostenlos verfügbare Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) eine wirksame Möglichkeit zur Prävention.

IMPFANGEBOTE AUFSTOCKEN, VORSORGE ERWEITERN

Die MMR-Impfung ist Teil des kostenlosen Impfprogramms. Dieses müsse man besser bewerben und weiter ausbauen. Es sei zum Beispiel zu wenig bekannt, dass neben dem kostenfreien Zugang für Kinder auch Erwachsene die Impfung in Anspruch nehmen können. Eine Kampagne müsse über unterschiedliche Kanäle möglichst breite Wirkung entfalten. Zentral dabei: die Ärzteschaft.

Gallo-Daniel: „Der ÖVIH unterstützt die jüngsten Forderungen der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien, eine Impfberatung als Teil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung zu etablieren. Sehr oft scheitern Impfungen nicht an der mangelnden Bereitschaft, sondern vielmehr daran, dass Patientinnen und Patienten schlicht zu wenig über die kostenlosen Impfangebote informiert sind. Und wo könnten sie besser informiert werden als etwa bei Ärztinnen und Ärzten ihres Vertrauens, etwa im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung?“

Zudem sei es generell wichtig, Impfprogramme auszubauen – und die Bevölkerung über diese bestmöglich zu informieren. „In Zeiten der Budgetknappheit wird es immer wichtiger, kosteneffizient zu handeln und Prävention zu priorisieren. Dazu gehört auch der Ausbau bestehender und die Einführung neuer Impfprogramme. Nur so können wir einen spürbaren Effekt und dementsprechend hohe Durchimpfungsraten erzielen“, so Vizepräsidentin Haslinger.

ÜBER DEN VERBAND DER ÖSTERREICHISCHEN IMPFSTOFFHERSTELLER (ÖVIH)

Der ÖVIH ist eine freiwillige Interessensvertretung und Plattform der in Österreich tätigen Unternehmen, die Impfstoffe für alle Altersgruppen herstellen und vertreiben. Der Verband orientiert sich dabei an den Zielen des europäischen Dachverbandes Vaccines Europe (einer Arbeitsgruppe der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations / EFPIA). Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Zugang zu bestehenden und neuen Impfungen sicherzustellen und zu optimieren. Um die Primärprävention durch Impfungen im heimischen Gesundheitswesen zu verbessern, bringen wir unsere fachliche Expertise in den Diskurs mit den Entscheidungsträgern ein. Darüber hinaus setzen wir uns auch für die Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit mit evidenz- und faktenbasierter Information ein.

Impfen heißt Verantwortung tragen. Für den Einzelnen und die Gesellschaft.

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ÖVIH
Mag.a rer.nat Renée Gallo-Daniel
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