Danone ruft Aptamil Produkte zurück – foodwatch sieht Vorwürfe bestätigt
Danone ruft Aptamil Produkte zurück – foodwatch sieht Vorwürfe bestätigt
Nach Dementi und Rücknahmeforderung folgt nun der offizielle Rückruf betroffener Babymilchprodukte in Österreich
Nur drei Tage nach einer öffentlichen Aussendung von foodwatch Österreich, in der der Verdacht eines „stillen Rückrufs“ von Aptamil-Produkten thematisiert wurde, ruft Danone nun genau diese Produkte und noch eine zusätzliche Charge offiziell zurück. Zuvor hatte der Konzern die Vorwürfe bestritten, betont, dass die Produkte in Österreich sicher seien und foodwatch sogar aufgefordert, die Aussagen öffentlich zurückzunehmen.
_„Dass Danone jetzt selbst jene Produkte zurückruft, über die wir bereits am Mittwoch berichtet haben, spricht für sich“,_ sagt Indra Kley-Schöneich, Geschäftsführerin von foodwatch Österreich._ „Was vor wenigen Tagen noch dementiert wurde, ist nun Realität. Eltern wurden trotz möglicher Gefahr nicht informiert – und das ist inakzeptabel.“_
Besonders heikel: Auf der Website aptaclub.at war bis gestern ein beruhigendes Statement an die Eltern zu finden, in dem es hieß: „Keines unserer Produkte, die in Österreich verkauft werden, sind von einer Rücknahme betroffen. Unsere Babymilchen sind sicher […].“
foodwatch hatte bereits Mitte der Woche darauf hingewiesen, dass Aptamil-Produkte aus Regalen und Onlineshops verschwinden. Unsere Recherchen ergaben zudem, dass reaktiv auf konkrete Anfrage an einige Handelsunternehmen von einem Produktrückruf berichtet wurde. Danone wies dies zurück und stellte die Vorwürfe infrage. Der nun erfolgte Rückruf bestätigt jedoch genau jene Produkte, zu denen foodwatch bereits am Mittwoch die betreffenden Informationen vorliegen hatte.
_„Bei Säuglingsnahrung darf es keinen Interpretationsspielraum geben. Babys zählen zu den verletzlichsten Gruppen – hier zählt jede Minute“_, so Kley-Schöneich. _„Ein Warnsystem, in dem Unternehmen zunächst Entwarnung geben und wenige Tage später zurückrudern, ist kein funktionierendes Schutzsystem, sondern ein Risiko für die Gesundheit von Säuglingen. Es widerspricht zudem dem EU-Lebensmittelrecht, wonach Unternehmen und Behörden verpflichtet sind, bei einer möglichen Gefahr für die Gesundheit durch verunreinigte Lebensmittel unmittelbar die Öffentlichkeit zu informieren.“_
Genau wegen solcher Missstände – verspäteter Information, widersprüchlicher Aussagen und möglicher Vertuschung von Risiken – hat foodwatch in Frankreich Strafanzeige im Babymilch-Skandal eingebracht. Ziel ist eine lückenlose Aufklärung und klare Konsequenzen für Verantwortliche.
_„Eltern dürfen nicht darauf angewiesen sein, dass Missstände erst durch öffentlichen Druck ans Licht kommen“_, so Kley-Schöneich. _„Bei Säuglingsnahrung braucht es vollständige Transparenz, klare Regeln und ein Warnsystem, das Babys schützt – und nicht Konzerne.“_
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