Europaweite Zoll-Kontrollaktion zu Spielzeugimporten aus Drittstaaten: Mehrzahl entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards
Europaweite Zoll-Kontrollaktion zu Spielzeugimporten aus Drittstaaten: Mehrzahl entspricht nicht europäischen Sicherheitsstandards
Immer mehr Waren werden online gekauft – 97 Prozent davon Kleinsendungen – Aufhebung der Zollbefreiung für Kleinsendungen ab 1. Juli 2026
Im Rahmen einer groß angelegten EU-weiten Kontrollaktion haben das Bundesamt für Verbrauchergesundheit (BAVG) und das Zollamt Österreich (ZAÖ) Spielzeugimporte aus Drittstaaten überprüft. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die meisten Waren, die direkt aus Drittländern an EU-Verbraucherinnen und -Verbraucher versendet werden, nicht den EU-Produktvorschriften und Sicherheitsstandards entsprechen. Im Rahmen der „PCA“ wurden europaweit in Summe 20.000 Spielzeuge und kleine Elektronikgeräte in Zusammenarbeit mit den Marktüberwachungsbehörden kontrolliert, mehr als die Hälfte davon entsprach nicht den EU-Produktnormen. Beim Test ausgewählter Produkte im Labor wurden 84 Prozent als gefährlich eingestuft.
78 PROZENT DER IN ÖSTERREICH KONTROLLIERTEN SPIELZEUGE ENTSPRACHEN NICHT DEN EU-SICHERHEITSSTANDARDS
Bei der „PCA“ (Priority Control Area) handelt es sich um eine von der EU koordinierte Schwerpunktaktion im Auftrag der Direktion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU der EU (DG GROW) und der Generaldirektion Steuern und Zollunion (DG TAXUD), bei welcher Zoll- und Marktüberwachungsbehörden in allen Mitgliedstaaten zusammen tätig werden. In Österreich wurden in Kooperation von Zoll, BAVG, AGES Interneteinheit und Gutachterinnen und Gutachtern 69 Kinderspielzeug-Bestellungen, überwiegend kleine Sendungen, aus Drittländern untersucht. 78 Prozent der Produkte entsprachen dabei nicht den EU-Sicherheitsstandards. Die Hauptgründe waren verschiedene Kennzeichnungsmängel, darunter fehlende CE-Kennzeichnungen, unzureichende Warnhinweise sowie Mängel in der sprachlichen Ausführung der Kennzeichnung.
Konsument:innenschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig: „Wenn 78 Prozent der kontrollierten Spielzeuge in Österreich und europaweit sogar mehr als die Hälfte der überprüften Produkte nicht unseren Sicherheitsstandards entsprechen, dann zeigt das klar: Der Online-Boom darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder gehen. Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet, dass jedes Produkt – egal woher es kommt – denselben strengen EU-Regeln unterliegen muss. Die Aufhebung der Zollbefreiung für Kleinsendungen ist daher ein wichtiger Schritt für fairen Wettbewerb und wirksamen Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher.“
PRO SEKUNDE WERDEN FAST 180 KLEINPAKETE DIREKT AN VERBRAUCHERINNEN UND VERBRAUCHER IMPORTIERT
Der elektronische Handel hat in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen. Seit 2022 hat sich das Volumen der in die EU versendeten Kleinsendungen jährlich verdoppelt. Im Jahr 2024 kamen laut Angaben der EU-Kommission 4,6 Milliarden Pakete auf den EU-Markt. Zwischen Juli 2024 und Juli 2025, den letzten bisher verfügbaren Daten, war nochmals ein Anstieg um 36 Prozent zu verzeichnen. Pro Sekunde werden fast 180 solcher Direktlieferungen importiert. Mittlerweile machen Kleinsendungen 97 Prozent der Lieferungen aus.
„Um der Gefahr potenziell gesundheitsschädlicher Produkte im Internethandel zu begegnen, wurde die Kontrolltätigkeit und Zusammenarbeit von Zoll, BAVG und AGES risikobasiert verstärkt. Gezielt werden vom BAVG Trends beim Einkaufsverhalten der österreichischen Verbraucher:innen nach Warengruppe, Herkunftsland und Online-Plattform beobachtet, um Knowhow im operativen Vollzug austauschen zu können und ein hohes Maß an Verbraucher:innenschutz etwa bei Kinderspielzeug, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetik sicherzustellen“, so BAVG-Direktor und AGES-Geschäftsführer Anton Reinl.
EU SETZT MASSNAHMEN GEGEN PAKETFLUT
Nach der im Rat der Finanz- und Wirtschaftsminister angenommenen Aufhebung der Zollbefreiung ab 1. Juli 2026 für Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro und der Einhebung eines einheitlichen Zollsatzes von 3 Euro, hat die EU nun erste Maßnahmen in Bezug auf die Vielzahl der Pakete aus Drittstaaten gesetzt.
Finanzminister Markus Marterbauer betont: „Die Flut von Kleinsendungen aus Drittstaaten, die in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist, stellt nicht nur für den europäischen Binnenmarkt eine Herausforderung dar, sondern auch für die Gesundheit und den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, wie der hohe Prozentsatz der als gefährlich eingestuften Produkte zeigt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Zoll und seinen Partnerorganisationen, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene unterstützt die Bemühungen um mehr Produktsicherheit und den Schutz der europäischen Wirtschaft.“
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl: „Unsere kleinen und mittleren Unternehmen in Österreich investieren viel in die Qualität und die Sicherheit ihrer Produkte. Dem gegenüber stehen oft Billigimporte aus Drittstaaten, die auf verschiedenen Wegen auf den heimischen Markt gelangen. Darunter leidet nicht nur die Wertschöpfung und die Sicherheit von Jobs in Österreich, sondern es wird auch die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten gefährdet. Wirksame Kontrollen, die auch unsere Zöllnerinnen und Zöllner laufend sicherstellen, und die Abschaffung der Zollbefreiung für Kleinsendungen sind daher notwendige Schritte, um den fairen Wettbewerb zu sichern und unseren Wirtschaftsstandort zu stärken.“
RÜCKFRAGEN
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Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK)
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