Krieg in der Ukraine: „Menschen drohen in ihren Wohnungen zu erfrieren. Unsere Hilfe rettet Leben!“
Krieg in der Ukraine: „Menschen drohen in ihren Wohnungen zu erfrieren. Unsere Hilfe rettet Leben!“
Caritasdirektor Schwertner aus Kyjiw zum 4. Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine: „Kyjiw ist von Wien nicht weiter entfernt als Paris. Lassen wir unsere Nachbarn nicht allein.“
Vier Jahre sind seit Beginn des brutalen Angriffskrieges auf die Ukraine vergangen. Der Krieg tobt mit voller Härte weiter und verursacht unvorstellbares menschliches Leid. Eine Delegation rund um Caritasdirektor Klaus Schwertner befindet sich deshalb aktuell auf Projektbesuchen in Kyjiw. Die ukrainische Hauptstadt war in den vergangenen Tagen und Nächten immer wieder Ziel von massiven Drohnen- und ballistischen Raketenangriffen. Auch die Teams der Caritas mussten die Nächte in einem Luftschutzraum verbringen. Schwertner: „Es steht völlig außer Frage: Die Ukraine erlebt den härtesten Kriegswinter seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Die Situation ist gerade für alte Menschen und für Millionen Kinder, die ihrer Kindheit beraubt werden, dramatisch. Denn neben den ständigen Drohnen- und Raketenangriffen wird auch die Eiseskälte als gnadenlose Waffe eingesetzt. Allein in Kyjiw sind derzeit mehr als 1.000 Wohnblocks ohne funktionierende Heizung – bei Temperaturen jenseits des Gefrierpunkts. Unsere Hilfe rettet in dieser Phase des Krieges Leben. Und genau deshalb wollen wir auch nicht nachlassen! Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon – und vielleicht der längste Hilfsmarathon, den Österreich und Europa seit dem Zweiten Weltkrieg laufen müssen.“ Das Team der Caritas aus Österreich besucht Kinderzentren, Suppenküchen sowie Wärmezelte, die Menschen vor dem Erfrieren schützen. Weiters besucht das Caritasteam Familien und ältere Menschen, die in ihren Wohnungen ohne Strom und Heizung und teilweise auch ohne Wasser, bei Außentemperaturen von bis zu Minus 20° C ausharren müssen. „Der Zusammenhalt und das Durchhaltevermögen in der Bevölkerung sind extrem beeindruckend. Gleichzeitig ist die Sehnsucht der Menschen nach Sicherheit, Frieden und Freiheit ebenso groß wie die Sorge, dass ihre Not in Vergessenheit gerät. Umso wichtiger ist es, dass die internationale Staatengemeinschaft, die Europäische Union und auch die österreichische Bundesregierung die prekäre humanitäre Situation der Menschen jetzt nicht aus dem Blick verliert und Hilfsmaßnahmen fortgesetzt werden.“
CARITAS-HILFE ERREICHT MEHR ALS 6 MILLIONEN MENSCHEN SEIT 2022
10,8 Millionen Menschen – fast ein Drittel der Bevölkerung – sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen. Knapp 80.000 Luftalarme wurden seit Kriegsbeginn im Jahr 2022 gezählt. „Über 5 Millionen Kinder sind vom Krieg betroffen. Viele können nicht regelmäßig zur Schule gehen, leben im Dauerstress von Luftalarmen und Vertreibung. In unseren Kinderzentren sehen wir, wie wichtig sichere Orte sind – Orte, an denen Kinder für ein paar Stunden einfach wieder Kind sein dürfen.“ Seit Beginn des Angriffskrieges im Februar 2022 hat das internationale Caritasnetzwerk dank öffentlicher Mittel und Spenden auch aus Österreich mehr als 6 Millionen Menschen in der Ukraine unterstützt – mit Notunterkünften, Lebensmitteln, Heizmaterial, medizinischer und psychosozialer Hilfe. Über 100.000 Kinder konnten bisher in mehr als 30 Projekten erreicht werden. 500 Tonnen Hilfsgüter wurden aus Österreich in die Ukraine verschickt. „Wir liefern Hilfe auch dorthin, wo andere nicht mehr hinkommen. Aber der Bedarf wächst weiter – während gleichzeitig internationale Hilfsgelder gekürzt werden.“
CARITAS APPELLIERT AN HEIMISCHE POLITIK IN WIEN
Schwertner bedankte sich bei der österreichischen Bundesregierung und Außenministerin Beate Meinl-Reisner, die zuletzt in Kyjiw Solidarität und weitere Unterstützung signalisiert hat. „Diese Unterstützung wird dringend gebraucht. Denn mehr Not braucht auch mehr Hilfe – in der Ukraine und auch für jene, die vor dem Krieg nach Österreich fliehen.“ Aktuell leben rund 80.000 Ukrainerinnen und Ukrainer mit Schutzstatus in Österreich, viele davon privat untergebracht und bereits integriert. Und hier ortet die Caritas dringenden Handlungsbedarf, wenn es etwa um die Wiedereröffnung von Ankunftszentren in zumindest drei bis fünf Bundesländern geht: „Es braucht das gemeinsame Engagement und den Willen von Bund und allen neun Ländern, um die Versorgung von Ukraine-Vertriebenen nach ihrer Ankunft in Österreich sicherzustellen. Es ist eine staatliche Aufgabe, dass Vertriebene aus der Ukraine in Österreich nicht nach ihrer Ankunft obdachlos auf der Straße stehen.“
DRINGENDER SPENDENAPPELL
„Jede Spende bedeutet hier Wärme, Schutz und Hoffnung. Bitte helfen Sie mit, damit wir unsere Hilfe fortsetzen können. Die Menschen in der Ukraine sind unsere Nachbarinnen und Nachbarn – Kyjiw ist von Wien nicht weiter entfernt als Paris, die ukrainische Grenze nur so weit entfernt wie Wien von Bregenz. Lassen wir sie nicht allein.“
SPENDENBEISPIELE:
* 17 EURO ermöglichen einem Kind einen Aufenthalt im Kinderschutzzentrum
* 35 EURO finanzieren ein Nothilfepaket für eine Familie
* 55 EURO schenken einer Familie Brennholz für eine Woche
SPENDEN: www.wirhelfen.shop/ukraine
Michaela Ritter
Pressesprecherin
Caritas der Erzdiözese Wien
0676/4634932
michaela.ritter@caritas-wien.at
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