AK Anderl: Teilzeit ist gekommen, um zu bleiben!
AK Anderl: Teilzeit ist gekommen, um zu bleiben!
Wirtschaftskammer Wien mit „glatter Themenverfehlung“
Als „glatte Themenverfehlung“ bezeichnet AK Präsidentin Renate Anderl die Kampagne der Wirtschaftskammer Wien gegen die Teilzeitbeschäftigung von Männern. Die AK Wien steht klar an der Seite der Beschäftigten, egal, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten, und hat eine Petition gestartet, um gleiche Rechte für Teilzeitbeschäftigte zu erreichen.
„Wien ist anders bei der Teilzeitquote der Männer, und das ist gut so“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Die Teilzeitquote der Männer liegt bei 19,2 Prozent und damit über dem Österreich-Durchschnitt von 13,7 Prozent (Wert für 2024). „Die Wirtschaftskammer Wien springt mit ihrer Kampagne auf das Migranten-Bashing auf. Sie suggeriert, dass viele Männer im Haupterwerbsalter auf der faulen Haut liegen und Teilzeit mit Sozialleistungen kombinieren würden. Dabei ist die höhere Teilzeitquote der Männer in Wien vor allem darauf zurückzuführen, dass viele ihre Aus- und Weiterbildung mit einer Teilzeitarbeit finanzieren.“
In akademischen Berufen wiederum gibt ein höherer Prozentsatz an Männern Betreuungspflichten als Grund für die Teilzeitarbeit an. „Ich bin über jeden Mann froh, der sich die Kinderbetreuung mit seiner Partnerin gleichberechtigt teilt. Das erleichtert es Frauen erheblich, selbst Vollzeit oder Teilzeit mit höherer Stundenanzahl zu arbeiten“, sagt Anderl.
Dass Teilzeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, zeigt auch die Aufgliederung der Teilzeitquoten nach Bezirken. Die höchsten Teilzeitquoten (Frauen und Männer) gibt es in der Josefstadt, in Währing und in Alsergrund, alle drei sind nicht als klassische Arbeiter:innenbezirke bekannt.
Wo es tatsächlich Handlungsbedarf gibt, so Anderl, sei dort, wo Beschäftigte unfreiwillig Teilzeit arbeiten müssten. In Wien sind das laut Statistik Austria rund 15 Prozent der teilzeitbeschäftigten Männer und 9,5 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen. Der Anteil unfreiwillig Teilzeit Beschäftigter ist in Wien zudem höher als im Österreich-Durchschnitt.
„Für alle Teilzeitbeschäftigten, die regelmäßig Mehrarbeit leisten, verlangen wir einen Rechtsanspruch auf Stundenaufstockung. Das wäre nur gerecht. Ich fordere die Wirtschaftskammer auf, darüber mit uns in Verhandlungen einzutreten. Dass die Wirtschaftskammer Wien nun in einer Kampagne ‚mehr Vollzeit statt Teilzeit‘ fordert, aber genau jene Maßnahme ablehnt, die vielen unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten zu einer Vollzeit-Arbeitsstelle verhelfen würde, zeigt, dass es ihr offenbar nur um Polemik statt um Verbesserungen geht“, so Anderl.
„Teilzeit ist echte Arbeit und verdient vollen Respekt“, sagt Anderl. „Doch auch die Kampagne der Wirtschaftskammer Wien zeigt wieder einmal: Wer Teilzeit arbeitet, bekommt oft wenig Anerkennung – und weniger Geld.“
Die AK fordert mehr Fairness für Teilzeitbeschäftigte – mit einer Petition unter https://mitmachen.arbeiterkammer.at will die AK für faire Arbeit Druck machen. Konkret verlangt die AK: Gleiche Arbeit muss gleich viel wert sein!
+ ZUSCHLAG AB DER 1. STUNDE MEHRARBEIT: Derzeit gilt ein dreimonatiger Durchrechnungszeitraum, in dem die Mehrarbeit ohne Zuschlag durch Zeitausgleich ausgeglichen werden kann.
+ GLEICHE ZUSCHLÄGE WIE BEI VOLLZEIT – 50 STATT 25 PROZENT: Teilzeitbeschäftigte dürfen bei Mehrarbeit nicht schlechter gestellt werden.
+ RECHTSANSPRUCH AUF AUFSTOCKUNG DER ARBEITSZEIT: Wer regelmäßig Mehrarbeit leistet, muss ein Recht auf Stundenaufstockung haben.
SERVICE: Die AK Petition für faire Arbeit finden Sie unter mitmachen.ak.at.
Arbeiterkammer Wien – Kommunikation
Chef:in vom Dienst
Telefon: + 43 1 501 65 12565
E-Mail: presse@akwien.at
Website: http://wien.arbeiterkammer.at
Ausschließlich für Medienanfragen!
Für alle anderen Anfragen:
http://www.arbeiterkammer.at/ueberuns/kontakt/index.html
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