Disoski: ÖVP macht sinkende Geburtenzahlen zum Frauenproblem

Disoski: ÖVP macht sinkende Geburtenzahlen zum Frauenproblem

Grüne fordern Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, faire Karenzmodelle und Maßnahmen gegen Einkommensungleichheit

„Die aktuelle Debatte über sinkende Geburtenzahlen zeigt vor allem eines: Noch immer wird das Thema fast ausschließlich auf Frauen abgeladen“, sagt die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, anlässlich der Aussagen von ÖVP-Ministerin Claudia Bauer.

„Politik hat nicht die Aufgabe, Frauen Lebensmodelle vorzuschreiben. Ihre Aufgabe ist es, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die echte Wahlfreiheit ermöglichen“, sagt Disoski.

„Statt ehrlich darüber zu reden, warum viele Menschen ihren Kinderwunsch verschieben oder sich bewusst gegen Kinder entscheiden, wird unterschwellig wieder Frauen die Verantwortung zugeschoben. Das ist rückwärtsgewandt und ignoriert die Lebensrealität vieler Menschen in Österreich“, so Disoski.

Die Grünen-Frauensprecherin verweist auf die jahrelangen Versäumnisse der ÖVP bei Kinderbetreuung und Vereinbarkeit: „Zu wenige Plätze, unzureichende Öffnungszeiten und Personalmangel führen seit Jahren dazu, dass Betreuung und Care-Arbeit überwiegend an Frauen hängen bleiben. Die Folge sind Teilzeit, Einkommensverluste und niedrigere Pensionen.“

Gerade deshalb brauche es endlich eine ehrliche Debatte über die Rolle von Vätern. „Kindererziehung und Care-Arbeit dürfen nicht automatisch Frauensache sein. Die skandinavischen Länder zeigen längst, dass eine stärkere Beteiligung von Vätern und eine partnerschaftliche Aufteilung im Alltag entscheidend dafür sind, ob Vereinbarkeit tatsächlich funktioniert“, betont Disoski.

Die Grünen fordern daher einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag, Elternkarenzmodelle, die beide Elternteile in die Verantwortung nehmen, sowie einen echten Anspruch auf partnerschaftliche Elternteilzeit für beide Elternteile.

Auch bei der finanziellen Gleichstellung brauche es endlich Fortschritte: „Die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie ist ein zentraler Hebel im Kampf gegen den Gender-Pay-Gap. Doch auch hier blockiert die ÖVP seit Jahren notwendige Schritte“, kritisiert Disoski.

Zugleich müsse anerkannt werden, dass es sowohl gewollte als auch ungewollte Kinderlosigkeit gebe. „Nicht jede Frau möchte Kinder bekommen – und das ist selbstverständlich zu respektieren. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die sich Kinder wünschen, aber angesichts steigender Lebenshaltungskosten, fehlender Betreuung und unsicherer Zukunftsperspektiven keinen realistischen Rahmen dafür sehen.“

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