Datenschutz ohne Dauerklicks: Impulse für EU-Reform der Cookie-Banner

Datenschutz ohne Dauerklicks: Impulse für EU-Reform der Cookie-Banner

IT:U-Forschung treibt die Standardisierung und Vereinfachung digitaler Datenschutzarchitekturen in Europa voran

FORSCHUNG AN DER INTERDISCIPLINARY TRANSFORMATION UNIVERSITY (IT:U) TRÄGT DAZU BEI, AKTUELLE EUROPÄISCHE DEBATTEN ZUR REFORM DES DIGITALEN DATENSCHUTZES IN BRÜSSEL MIT INFORMATIONEN ZU VERSORGEN. IM MITTELPUNKT STEHT DER MÖGLICHE ÜBERGANG VON WIEDERKEHRENDEN COOKIE-BANNERN HIN ZU AUTOMATISIERTEN, AUF INDIVIDUELLEN PRÄFERENZEN BASIERENDEN DATENSCHUTZKONTROLLEN.

Mit der Forschung zu Advanced Data Protection Control (ADPC), automatisierten, maschinenlesbaren Mechanismen zur Übermittlung von Datenschutzpräferenzen, bringt die IT:U gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft (z. B. Wirtschaftsuniversität Wien) und Gesellschaft (z. B. noyb) Impulse in die EU-Reformdiskussionen rund um den vorgeschlagenen Artikel 88b der Datenschutz-Grundverordnung ein. Ziel des Ansatzes ist es, die Belastung für Nutzer:innen zu reduzieren, die derzeit auf nahezu jeder Website erneut Einwilligungsentscheidungen treffen müssen. In einem möglichen Zukunftsszenario könnte ein Browser standardisierte Signale senden, die Websites darüber informieren, ob bestimmte Formen der Datenverarbeitung, etwa Tracking, erlaubt sind. Diese Präferenzen müssten dann für einen definierten Zeitraum technisch respektiert werden.

„Damit könnte der Zustand der Einwilligungsmüdigkeit reduziert werden, also die Erschöpfung durch das permanente Wegklicken von Cookie-Bannern“, erklärt Dr. Soheil Human, Wissenschaftler für Menschenrechte und Technologie an der IT:U.

SCHUTZ FÜR KINDER UND ENTLASTUNG FÜR UNTERNEHMEN

Besonders kritisch sehen die Forschenden die aktuelle Praxis im Umgang mit Einwilligungen bei Kindern. Ein solcher Ansatz könnte Erziehungsberechtigte stärker einbinden und Minderjährige besser vor unbewusstem Tracking schützen. Darüber hinaus verweist die Forschung auch auf mögliche Entlastungen für Unternehmen. Heute investieren viele Anbieter erhebliche Ressourcen in die Entwicklung, Wartung und rechtliche Absicherung unterschiedlicher Cookie-Banner-Systeme.

WORKSHOPS FÜR KMU

Im Innovation Lab von IT:U und WKOÖ am WIFI Campus in Linz, das planmäßig zum neuen Wintersemester fertiggestellt werden soll, bietet die Forschungsgruppe Human Rights and Technology Workshops zu diesem Thema. Das Format unterstützt lokale Unternehmen und KMU dabei, digitale Innovationen verantwortungsvoll, rechtskonform und praxisnah umzusetzen. Nähere Informationen werden zur Fertigstellung des Innovation Labs veröffentlicht.

————————-

HINTERGRUND

Die Europäische Kommission hat mit dem sogenannten „Digital Omnibus“ ein Gesetzespaket vorgestellt, das unter anderem Anpassungen der Datenschutz-Grundverordnung vorsieht. Ein Bestandteil ist der vorgeschlagene Artikel 88b, der die derzeitige Praxis permanenter Cookie-Banner grundlegend verändern könnte. Sollte dieser Ansatz beschlossen werden, müssten Browser- und Technologieanbieter ihre Systeme innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens anpassen, um automatisierte Datenschutzpräferenzen technisch zu unterstützen.

Interdisciplinary Transformation University (IT:U)
Dr. Daniel Cracau
Telefon: +43 676 / 85 13 07 360
E-Mail: daniel.cracau@it-u.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender