Werbeklima unter Druck: Lage trübt sich ein, Konjunkturentwicklung weiter verhalten

Werbeklima unter Druck: Lage trübt sich ein, Konjunkturentwicklung weiter verhalten

WIFO Werbeklimaindex April 2026: Kennzahlen überwiegend rückläufig – Geschäftslage deutlich schlechter, mangelnde Nachfrage bleibt größte Herausforderung

Der WIFO-Werbeklimaindex, den das Wirtschaftsforschungsinstitut in regelmäßigen Abständen im Auftrag des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erhebt, liegt im April 2026 bei 8 Punkten und damit um 6 Punkte unter dem Wert des Vorquartals. „Nach einer leichten Stabilisierung zu Jahresbeginn zeigen die jüngsten Ergebnisse deutlich, dass das schwierige allgemeine wirtschaftliche Umfeld weiterhin auf die Werbe- und Kommunikationsbranche in Österreich durchschlägt. Die wirtschaftliche Lage hat sich wieder eingetrübt. Vor allem die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage fällt deutlich schlechter aus als noch zu Beginn des Jahres“, sagt Jürgen Bauer, Obmann des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation, zu den Ergebnissen der aktuellen Konjunkturerhebung.

_AKTUELLE GESCHÄFTSLAGE DEUTLICH IM MINUS_

Die Rückmeldungen zur aktuellen Geschäftslage für die Werbeklimaindex-Erhebung im April liegen per Saldo bei minus 24 Punkten und damit um 13 Punkte schlechter als im Vorquartal. Nur 5 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, während 29 Prozent von einer sich verschlechternden Lage sprechen.

Positiv, wenn auch nur leicht, entwickelten sich Geschäftslage und Nachfrage in den vergangenen drei Monaten. Der Saldo zur Geschäftsentwicklung liegt bei plus 6 Punkten, jener zur Nachfrage bei plus 4 Punkten – beide Werte sind damit knapp im positiven Bereich und liegen aber deutlich unter den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre.

Die Arbeitsmarktdynamik ist gering: 11 Prozent der Unternehmen haben in den vergangenen drei Monaten neue Mitarbeiter:innen aufgenommen, 12 Prozent haben Personal abgebaut. Der Saldo liegt damit knapp unter Null.

_UNZUREICHENDE NACHFRAGE BLEIBT GRÖSSTES HEMMNIS_

Als größtes Hemmnis der Geschäftstätigkeit nennen viele Unternehmer:innen weiterhin die unzureichende Nachfrage. Aktuell sehen 34 Prozent darin den Hauptgrund. 49 Prozent der Befragten gaben aber an, derzeit keine wesentlichen Einschränkungen in ihrer Geschäftstätigkeit zu erfahren.

„Die WIFO-Konjunkturerhebung vom April zeigte im Dienstleistungssektor ein weiterhin verhaltenes Stimmungsbild. Auch in der Werbewirtschaft überwiegen vorsichtige Einschätzungen. Allerdings haben sich die Auftragsbestände im letzten Quartal gut erholt und auch die Beschäftigung hat sich stabilisiert“, erklärt Agnes Kügler, Konjunkturexpertin am WIFO. „Die Erwartungen der Unternehmen zur künftigen Entwicklung bleiben aber sehr gedämpft, was Ausdruck einer erhöhten Unsicherheit sein kann.“

_AUCH DIE ERWARTUNGEN FÜR DAS NÄCHSTE HALBE JAHR SIND VERHALTEN_

Der Ausblick auf die kommenden sechs Monate ist weiterhin verhalten. Sowohl bei der erwarteten Geschäftslage als auch bei der Nachfrage überwiegt die Skepsis. Die Nachfrageerwartungen rutschen mit minus 1 Punkt leicht ins Negative, während die Erwartungen zur Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten bei minus 4 Punkten liegen. Auch die Beschäftigungserwartungen bleiben negativ.

Im EU-Vergleich liegt Österreichs Werbebranche weiterhin im Mittelfeld. Während sich Italien zuletzt leicht verbessern konnte, haben sich die Konjunkturdaten in Deutschland und Frankreich gegenüber dem Vorquartal weiter verschlechtert. „Für die kommenden Monate braucht es vor allem Planungssicherheit und Impulse, die Investitionen und Nachfrage wieder stärken. Die Betriebe sind grundsätzlich leistungsfähig – entscheidend ist, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verlässlicher werden“, so Fachverbandsobmann Jürgen Bauer.

Auch grafisch aufbereitete Informationen zum WIFO-Werbeklimaindex mit Erhebungszeitraum April 2026 gibt es unter https://shorturl.at/zYRxS . (PWK242/JHR)

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