„kulturMONTAG“: Otto meets Albertina und live zu Gast im Studio, weiters 50 Jahre Arena-Besetzung, die Toten Hosen auf Abschlusstournee
„kulturMONTAG“: Otto meets Albertina und live zu Gast im Studio, weiters 50 Jahre Arena-Besetzung, die Toten Hosen auf Abschlusstournee
Danach: Dokumentation „Ella – Die Stimme des Jazz“ – am 1. Juni ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Der von Peter Schneebeger präsentierte „kulturMONTAG“ am 1. Juni 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON blickt anlässlich des Jubiläums 250 Jahre Albertina auf die künstlerische Intervention des berühmtesten Ostfriesen der Welt in der ehrwürdigen Institution – Otto Waalkes ist auch live zu Gast im Studio. Weiters befasst sich die Sendung mit der legendären Arena-Besetzung, die 50 Jahre zurückliegt, sowie mit dem neuen und letzten Album der Toten Hosen, mit dem die Kultband auf Abschiedstournee geht – auch in Wien. Anschließend an das Magazin erinnert die Dokumentation „Ella – Die Stimme des Jazz“ (23.15 Uhr) zum 30. Todestag an eine der bedeutendsten US-amerikanischen Jazz-Sängerinnen des 20. Jahrhunderts.
Otto meets Albertina – Der Kult-Ostfriese live zu Gast im Studio
In der Wiener Albertina herrscht Ottifanten-Alarm! Zum 250-Jahr-Jubiläum ihrer Gründung hat die ehrwürdige Institution den bekanntesten Ostfriesen, Komikerkönig Otto Waalkes, eingeladen, ausgewählte Meisterwerke der grafischen Sammlung mit einer Intervention in den Habsburgischen Prunkräumen des Hauses mit Augenzwinkern zu huldigen. Ob Monet, Gaudí, van Gogh, Spitzweg, Klimt oder Banksy – in diesen weltberühmten Arbeiten herausragender Künstler hat der energiegeladene Tausendsassa mit einer gehörigen wie charmanten Respektlosigkeit entweder sich selbst oder seine Ottifanten verewigt – und sorgt mit seinen Interpretationen für gute Laune. Wenn Waalkes als Komiker nicht so erfolgreich geworden wäre, wäre die Kunst durchaus eine Option gewesen. Immerhin hat er an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg Kunst studiert und weiß um die Finessen altmeisterlicher Techniken bestens Bescheid. Seine eigenen Kunstwerke sind für ihn sowohl Hommage als auch Parodie: „Das ist für mich dasselbe: Die Parodie ist meine Form der Verehrung“, lautet das typische Otto-Credo. Das Ergebnis seiner Albertina-Intervention kann ab 3. Juni bewundert werden. Live im „kulturMONTAG“-Studio spricht Otto Waalkes mit Peter Schneeberger u. a. über seine Liebe zur Kunst, Alte Meister und ihre Technik sowie über seine ganz persönlichen Glanzlichter in der Albertina-Sammlung.
Vom Protest zum Jubiläumsfest – 50 Jahre Arena
Im provinziellen, grauen Wien Mitte der 1970er Jahre lösten festgezurrte gesellschaftliche Normen, Arbeitslosigkeit und Chancenlosigkeit Frustration bei der Jugend sowie bei Kunst- und Kulturschaffenden aus. Mit der legendären Arena-Besetzung vor genau 50 Jahren verschaffte man sich Luft und Gehör, das soziokulturelle Leben wurde gründlich aufgemischt. Künstler:innen, Studierende, Musiker:innen sowie Autorinnen und Autoren solidarisierten sich mit Lehrlingen, Arbeits- und Obdachlosen und besetzten das 70.000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Auslandsschlachthofs mitten in St. Marx. Sie alle träumten einen heißen Sommer lang vom selbstbestimmten Leben und einer selbstverwalteten Jugendkultur. Auslöser für diese bis heute beispiellose Aktion war der geplante Abriss des Bauwerks auf dem Gelände, das die Stadt Wien als Eigentümerin der Modefirma Schöps für ein geplantes Textilzentrum angeboten hatte. Trotz einer damals bereits sechs Jahre dauernden Kreisky-Regierung dümpelte die Kulturszene im „verschlafen sozialdemokratisch monarchischen Wien“, wie es einst Architekturpublizist Dietmar Steiner formulierte, noch immer im Nachkriegsmief vor sich hin. Die Arena-Bewegung ging auf die von den Wiener Festwochen ins Leben gerufene alternative Kulturinitiative „Festwochen Arena“ zurück, die parallel zum Festival lief. Die „Arenaut:innen“ beschlossen spontan, zu bleiben. Mehr als 200.000 Menschen sollen das Gelände während der 101 Tage andauernden Besetzung besucht haben und nicht nur Sänger Leonhard Cohen bezeichnete die Arena als „best place in vienna“, „best place in Europe“ oder „best place in the world“. Heute ist die Arena Österreichs größtes alternatives Kultur- und Kommunikationszentrum. Mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Beatrix Neundlinger von den „Schmetterlingen“, Filmemacherin Ruth Beckermann und Journalist Armin Thurnher blickt der „kulturMONTAG“ zurück auf ihre 50-jährige Geschichte.
„Trink aus, wir müssen gehen“ – Die Toten Hosen mit letztem Album auf Tour
Ob Punk tot ist, darüber wird schon seit Jahrzehnten spekuliert. Doch dass die Toten Hosen, seit mehr als 40 Jahren Deutschlands Vorzeige-Punkband Nummer 1, jetzt ihr letztes Studio-Album veröffentlichen, damit hat die Musikszene nicht gerechnet. Dass es auf ein geruhsameres Pensionistenleben zugeht, ließ sich seit einigen Monaten zumindest erahnen. Immer wieder veröffentlichte die 1982 von Frontmann Campino und Schulkollegen gegründete Gruppe Videos mit Anspielungen. In einem sitzt Campino, mittlerweile 63 Jahre, auf einem alten Anglerstuhl am Rhein in seiner Heimatstadt Düsseldorf und sagt, sie wollten noch einmal auf Tour gehen. Und die soll „Trink aus, wir müssen gehen“ heißen. Laut, exzessiv und immer dagegen waren die ersten Jahre der Toten Hosen, eben das, was man sich von einer Punkband erwartet. Ein Album folgte auf das nächste, außerdem hunderte Konzerte auf der ganzen Welt. In den 1990er Jahren waren die „Hosen“ endgültig im Mainstream angekommen. Sie füllten Stadien, ihre Songs liefen im Radio, auf Partys und in Schulbussen. Lieder wie „Alles aus Liebe“ wurden zu Hymnen, auch für Menschen, die sich nicht im Traum als Punkfans bezeichnet hätten. Nun also das letzte Studioalbum. „Wir haben gemeinsam beschlossen, noch mal aus allen Rohren zu schießen und rauszuhauen, was geht“, erzählt Campino im „kulturMONTAG“-Interview. Und weil es eben auch ohne Tour nicht geht, feuern die Toten Hosen im Herbst ihre neuen Songs mal laut bis leise auch im Wiener Ernst Happel Stadion hinaus, ganz so wie man es von ihnen gewohnt ist.
Dokumentation „Ella – Die Stimme des Jazz“ (23.15 Uhr)
Ella Fitzgeralds Stimme ist ein Phänomen und bis heute unerreicht: sie hatte ein absolutes Gehör, eine makellose Intonation und einen Stimmumfang von drei Oktaven. Ihre scheinbar mühelose Phrasierung und stilistische Vielseitigkeit machten sie zur Ikone des Jazz. Die einzigartige Karriere der US-Amerikanerin begann im Alter von nur 17 Jahren. Schon bald avancierte sie zu einer der gefragtesten Swing-Sängerinnen ihrer Zeit, entwickelte sich zur Be-Bop-Meisterin und Scat-Königin und wurde über die Jahrzehnte zur Musiklegende. Ihre legendären „Great American Songbook“-Aufnahmen herausragender Komponisten dieser Zeit wie Cole Porter, George und Ira Gershwin oder Duke Ellington prägten Generationen und definierten Songinterpretationen neu. Als „First Lady of Song“ oder „First Lady of Jazz“ ging Ella Fitzgerald in die Geschichte ein.
Das Filmporträt von Katja Duregger geht dem Geheimnis ihrer einzigartigen Stimme auf den Grund. Seltene Archiv- und Fotoaufnahmen, kommentiert von Musikerinnen und Musikern bzw. Sängerinnen und Sängern, Biografinnen und Biografen sowie Expertinnen und Experten aus Jazzforschung und Musikpsychologie geben Einblicke in das Leben dieser Ausnahmekünstlerin sowie ihre Persönlichkeit und zeigen sie in verschiedenen Schaffensphasen auf den Bühnen dieser Welt.
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