Zum Pride Month: ORF-2-Premiere für „Universum History: Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ am 5. Juni

Zum Pride Month: ORF-2-Premiere für „Universum History: Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ am 5. Juni

Außerdem: „Kultur heute“, „dokFilm“-Premiere, „kuMO“, „Meilensteine queerer Geschichte“ und Highlights der „Regenbogenparade 26“

Es ist eine Heldengeschichte, die wenig bekannt ist, die angezweifelt oder bewusst verschwiegen wurde. Vor mehr als 2000 Jahren soll es im antiken Griechenland eine Elitetruppe aus 300 schwulen Kriegern gegeben haben – die sogenannte Heilige Schar aus Theben. 150 männliche Paare, die in Liebe und Krieg verbunden sogar die gefürchteten Spartaner besiegt haben sollen. Neu entdeckte Grabungstagebücher aus dem 19. Jahrhundert und der Skelettfund eines vor mehr als 2000 Jahren niedergemetzelten Kämpfers rücken diese Überlieferung wieder ins Zentrum der Forschung: hat es die Heilige Schar tatsächlich gegeben? Die 90-minütige „Universum History“-Dokumentation „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“ von Lefteris Charitos versucht die Wahrheit über die angeblichen schwulen Elite-Krieger der Antike herauszufinden. Der Film ist als ORF-Premiere zum Pride Month am Freitag, dem 5. Juni 2026, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zu sehen.

Im Zeichen des Pride Month stehen in ORF 2 und auf ORF ON weiters die „dokFilm“-Premiere: „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“ (7. Juni), der „kulturMONTAG (8. Juni) und der „Universum History“-Zweiteiler „Meilensteine queerer Geschichte“ (12. und 19. Juni) sowie in ORF III „Kultur Heute“ (3. Juni).

Die Regenbogenparade zieht heuer bereits zum 30. Mal über die Wiener Ringstraße. Der ORF begleitet dieses besondere Jubiläum am Samstag, dem 13. Juni: Ein Live-Spezial zur Pride Parade ist ab 12.00 Uhr auf ORF ON zu sehen. Fanny Stapf und Grazia Patricia moderieren in ORF 1 „Regenbogenparade 26 – Pride and Party“ (23.40 Uhr) und präsentieren die Highlights der Regenbogenparade.

„Universum History“-Premiere: „Die Heilige Schar – Schwule Krieger der Antike“

Die griechische Eliteeinheit, die Heilige Schar, wird 379 v. Chr. von der Stadt Theben gegründet, um die Vorherrschaft Spartas zu beenden. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die griechischen Stadtstaaten wie etwa Athen, Sparta oder Theben in einem ständigen Machtkampf. Vier Jahrzehnte lang dominiert die Heilige Schar die Schlachtfelder der griechischen Antike, berichtet u. a. Plutarch. Die 300 Mann setzen sich auch gegen zahlenmäßig überlegene Gegner durch und entzaubern sogar das spartanische Heer, dessen Schlagkraft allen griechischen Streitkräften bis zu diesem Zeitpunkt überlegen war. Ist es die Macht der Liebe gewesen, die diese Männer unbesiegbar gemacht hat? Doch dann tritt Philipp II. von Makedonien auf den Plan. In der Schlacht von Chaeroneia 338 v. Chr. löscht er gemeinsam mit seinem Sohn, dem späteren Alexander den Großen, die Heilige Schar mit einem Schlag aus. Der Heldenmut der Besiegten soll den König zu Tränen bewegt haben. Die Gefallenen werden auf dem Schlachtfeld begraben und geraten in Vergessenheit. Die Schlacht von Chaeroneia besiegelt nicht nur das Ende der Heiligen Schar, sondern auch das Ende der Freiheit des antiken Griechenlands. Sie ist der Beginn einer neuen Ära.

Weitere Programmpunkte im Überblick

„Kultur Heute“ begrüßt am Mittwoch, dem 3. Juni, um 19.40 Uhr in ORF III Performancekünstlerin Stefanie Sourial, deren Fokus auf queeren, antirassistischen und gesellschaftskritischen Themen liegt, sowie Kabarettist und Transmann Kian Kaiser alias „Der Kuseng“ zum Gespräch über den Pride Month und ihren Kabarettauftritt am 2. Juni in der „Kulisse“ Wien, wo Sourials „Pharao in Drag“ auf Kaisers „Hoamatlond, Hoamatlond“ trifft.

„dokFilm“-Premiere: „Stonewall – Geburtsstunde der Gay Pride“

Am Sonntag, dem 7. Juni, widmet sich die „dokFilm“-Premiere um 23.05 Uhr in ORF 2 „Stonewall“ und damit der „Geburtsstunde der Gay Pride“. Dass diese Veranstaltungen heute möglich sind, liegt an einem mittlerweile historischen Aufstand von LGBTQI-Personen in New York City 1969, der den Wendepunkt im Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung markiert. In ihrer Dokumentation blendet Regisseurin Mathilde Fassin zurück in die Nacht zum 28. Juni 1969, als die Geschehnisse kulminierten: Wieder führte die Polizei eine brutale Razzia in einer Schwulenbar durch. Schauplatz war das wenig glamouröse Szene-Lokal Stonewall Inn in Manhattans Greenwich Village. Doch diesmal gaben die Gäste nicht klein bei. Die Polizei musste sich zurückziehen – kurz darauf begannen Lesben, Schwule und Transpersonen, sich zusammenschließen und politisch zu organisieren. Ein Jahr später fand der erste Pride-Marsch statt. Die Filmemacherin bittet Aktivistinnen und Proponenten des historischen Kampfes zum Interview, zeichnet aber auch ein Bild der Gegenwart, in der LGBTQI-Rechte wieder zusehends unter Druck geraten.

„kulturMONTAG“: „Fledermaus“-Neuproduktion an der Volksoper Wien mit Tom Neuwirth in der Rolle des „Frosch“

Passend zum Pride-Month befasst sich der „kulturMONTAG“ am 8. Juni um 22.30 Uhr in ORF 2 u. a. mit der Neuproduktion des Johann-Strauß-Hits „Die Fledermaus“ an der Volksoper Wien, die für Aufsehen sorgen wird: Tom Neuwirth, ehemaliger ESC-Sieger und besser bekannt als Conchita Wurst, steht in der Sprechrolle des „Frosch“ im legendären Operettenklassiker auf der Bühne. Mit einer modernen, queeren Perspektive will Volksopern-Intendantin Lotte de Beer der Operette frischen Wind einhauchen und gleichzeitig ein klares Zeichen für Vielfalt setzen – gerade in einer Zeit, in der queeres Leben international erneut vermehrt unter Druck gerät. In einer eigens geschaffenen Textfassung wird die „Fledermaus“ zu einem hochaktuellen, pointierten und humorvoll-bissigen Spiel über Liebe, Identität und gesellschaftliche Normen.

Universum History: „Meilensteine queerer Geschichte – Verbotenes Begehren“

Sigmund Freud und eine junge lesbische Wienerin, die sich nicht verbiegen lassen will, stehen im Mittelpunkt einer „Universum History“-Doku zur schwul-lesbischen Geschichte: Wien 1919. Die junge Bürgerstochter Margarethe Csonka (Christina Cervenka) ist lesbisch und wird von ihren Eltern zu Sigmund Freud (Karl Markovics) geschickt. Er soll sie von ihrem „verbotenen Begehren“ einer skandalumwitterten Gräfin und Prostituierten „heilen“. Doch Gretl kämpft um ihre Liebe und führt den Psychiater an der Nase herum. Freud kommt zum Schluss, dass Homosexualität weder geheilt werden kann – noch geheilt werden muss. Der Film von Regisseur Fritz Kalteis zeigt am Freitag, dem 12. Juni, um 23.10 Uhr in ORF 2, wie sich im Wien und Berlin der Zwischenkriegszeit erstmals queeres Selbstbewusstsein entfaltet – nur um bald darauf von den Nazis brutal zerstört zu werden.

Universum History: „Meilensteine queerer Geschichte – Verfolgte Liebe“

Josef Kohout aus Wien ist der erste homosexuelle KZ-Häftling, der seinen Leidensweg öffentlich gemacht hat – wenn auch unter Pseudonym. Sein Schicksal steht am Freitag, dem 19. Juni, um 23.15 Uhr in ORF 2 im Mittelpunkt von „Verfolgte Liebe“, des zweiten Teils der „Universum History“-Serie über „Meilensteine queerer Geschichte“ von Regisseur Fritz Kalteis. Gab es im Wien und Berlin der Zwischenkriegszeit eine Hochblüte queeren Selbstbewusstseins, endete mit der Machtübernahme Hitlers diese Illusion der Freiheit. Homosexuelle Männer werden verfolgt, inhaftiert, gefoltert und auch ermordet. Wie Tausende andere landet der schwule Josef Kohout nach Monaten in Gestapo-Haft im KZ. Gebrandmarkt mit dem berüchtigten Rosa Winkel liegen fünf qualvolle Jahre vor ihm. Kohout überlebt – und seine Lebensgeschichte wird später unter dem Titel „Die Männer mit dem Rosa Winkel“ zum Schlüsselwerk der zweiten schwul-lesbischen Bewegung. Es ist nicht nur eine Abrechnung mit der Nazizeit, sondern auch mit Österreich nach dem Krieg: Kohout wird von den Behörden eine Entschädigung als NS-Opfer verwehrt.

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