Gewerkschaft GPA: Sonntagsöffnung ist ein Bumerang für Beschäftigte und kleine Betriebe
Gewerkschaft GPA: Sonntagsöffnung ist ein Bumerang für Beschäftigte und kleine Betriebe
GPA-Keizer: „Freiwilligkeit ist im Handel ein Märchen – 95 Prozent der Angestellten lehnen Sonntagsarbeit ab“
Die Gewerkschaft GPA weist die von UNOS geforderte „Modernisierung“ der Öffnungszeiten mit Sonntagsöffnung entschieden zurück. „Was als Flexibilität verkauft wird, landet in der Realität auf dem Rücken der Beschäftigten – und schwächt gerade jene kleinen Betriebe, die angeblich profitieren sollen“, sagt Linda Keizer, Kollektivvertragsverhandlerin der Gewerkschaft GPA im Handel. „Freiwilligkeit ist im Handel ein Märchen: Wer spontanes Einspringen, Personalmangel und Dienstplanunsicherheit kennt, weiß, dass Sonntagsarbeit für viele de facto nicht ablehnbar wäre.“ ++++
Keizer: „95 Prozent der Handelsangestellten lehnen Sonntagsarbeit ab. Das ist eine überwältigende Mehrheit. Dabei geht es nicht nur um Planbarkeit und einen letzten Rest an garantierter Freizeit: Rund 70 Prozent der Handelsangestellten sind weiblich. Fehlende Kinderbetreuung am Sonntag macht Vereinbarkeit praktisch unmöglich.“
Die Gewerkschafterin führt aus: „Ökonomisch würden vor allem große Ketten profitieren, während für kleine Händler höhere Kosten ohne gesicherte Mehreinnahmen drohen. Das verschärft den Konkurrenzdruck zusätzlich. Für die großen Händler zahlt sich die Sonntagsöffnung auch nicht aus: Ob die Couch am Samstag oder am Sonntag gekauft wird, macht für den Umsatz keinen Unterschied.“
Zur Aussendung der UNOS sagt Keizer: „Ein Fleckerlteppich aus Ausnahmen ist nicht gut – aber eine flächendeckende Sonntagsöffnung ist schlechter. Wer wirklich die Nahversorgung sichern will, stärkt Kaufkraft, schafft planbare Arbeitszeiten und attraktive Beschäftigungsbedingungen – statt den letzten gemeinsamen freien Tag zu opfern. Der Sonntag ist ein sozialer Anker für Familien, Pflege von Beziehungen, Ehrenamt und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Das ist kein Anachronismus, sondern ein Standortvorteil in einem Land, das Lebensqualität ernst nimmt.“
Gewerkschaft GPA – Öffentlichkeitsarbeit
Raphaela Lang
Telefon: 0676 817 111 368
E-Mail: raphaela.lang@gpa.at
Web: www.gpa.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender