„kulturMONTAG“ am 6. Juli: 250 Jahre Albertina, New Yorker Met unter Max Hollein, Neues von den Rolling Stones
„kulturMONTAG“ am 6. Juli: 250 Jahre Albertina, New Yorker Met unter Max Hollein, Neues von den Rolling Stones
Danach: Doku „Albertina – Eine Sammlung schreibt Geschichte“ – ab 22.30 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Der von Clarissa Stadler am 6. Juli 2026 um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentierte „kulturMONTAG“ widmet dem Anlass 250 Jahre Albertina einen Schwerpunkt mit einem Blick auf die Jubiläumsschau sowie die Geburtstagfeierlichkeiten der Institution. Auch die an das Magazin anschließende Dokumentation „Albertina – Eine Sammlung schreibt Geschichte“ stellt den – damals wie heute – lebendigen Kulturschauplatz ins Rampenlicht. Weiters befasst sich die Sendung mit dem Metropolitan Museum of Art in New York – der seit 2018 als Direktor amtierende Österreicher Max Hollein ist live zugeschaltet. Thema ist u. a. auch das Ende nächster Woche erscheinende neue Album der Rolling Stones – dazu gibt es ein Interview mit Kult-Frontman Mick Jagger.
Blick zurück nach vorn – 250 Jahre Albertina
Wie der Hase läuft, das zeigt die Wiener Albertina anlässlich ihres 250-Jahr-Jubiläums. „Sammeln für die Zukunft“ nennt Direktor Ralph Gleis die hochkarätige Geburtstagsschau, bei der Albrecht Dürers berühmter Feldhase natürlich nicht fehlen darf. Erstmals seit 2019 ist diese ikonische Naturstudie wieder im Original zu sehen. Und nicht nur das – mitten auf dem Flugdach des Museums begrüßt seit Mittwoch eine vom deutschen Konzeptkünstler Ottmar Hörl gestaltete, fünf Meter hohe, 3,7 Meter lange und 100 Kilogramm schwere Skulptur in leuchtendem Pink die Menschen. Doch damit nicht genug: Zum Jubiläum wird nicht gekleckert, sondern u. a. mit der hochkarätigen Schau „Sammeln für die Zukunft“ mit Kunstwerken von Rubens und Raffael bis Klimt und Schiele geklotzt. Begonnen hat alles 1776: Die Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika ist gleichzeitig der Anfang der atemberaubenden Albertina-Sammlung. Erzherzogin Marie Christine von Habsburg-Lothringen, die Lieblingstochter Maria Theresias, und ihren Mann, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, verband die gemeinsame Leidenschaft zur Kunst. In ihrem Nachlass finden sich 150.000 Druckgrafiken und 1.300 Zeichnungen. Heute sind mehr als eine Million Kunstwerke im Besitz des bedeutenden Museums. Mit 1,5 Millionen Besucherinnen und Besuchern zählt die Albertina zu den Publikumsmagneten der Stadt. Abseits eines prallvollen Ausstellungsreigens quer durch das Jubiläumsjahr mit 250 kostenlosen Führungen, offenen Ateliers und Tanzperformances wird der Geburtstag am 4. und 5. Juli mit einem großen Fest mit prominenten Unterstützern und dem Publikum bei freiem Eintritt gebührend gefeiert. Der „kulturMONTAG“ hat sich umgesehen.
Big, Bigger, Biggest – Das Metropolitan Museum of Art im Big Apple
Einer der renommiertesten Kollegen von Albertina-Direktor Ralph Gleis ist der Österreicher Max Hollein. Seit 25 Jahren leitet der Sohn des berühmten Architekten Hans Hollein Museen quer über den Erdball. Seine Laufbahn hat der 56-jährige Kunsthistoriker und Betriebswirt im Guggenheim Museum in New York begonnen, an der Seite des legendären Leiters Thomas Krens hat Hollein wesentliche Erfahrungen gesammelt. Nach Stationen in Frankfurt im Städel Museum und dem Fine Arts Museum in San Francisco ist er seit 2018 wieder zurück im Big Apple: als Direktor des Metropolitan Museum of Art, das mit einer Sammlung von zwei Millionen Werken zu den bedeutendsten Kunsttempeln der Welt zählt. Die Liebe zur Kunst wurde dem Österreicher quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Hans baute allein zehn Museen in aller Welt. Im Hause Hollein verkehrten Kunststars, etwa Joseph Beuys oder Claes Oldenburg. Max Holleins künstlerisches Erweckungserlebnis war seine erste Begegnung mit Francis Bacon. Im Alter von 15 Jahren erkannte er, dass Kunst nicht nur schön sein muss und Freude bereiten kann. Kunst ist ihm nahezu eine Obsession. Durch seine Manager-Qualitäten ist Hollein jüngst ein wirklicher Coup gelungen. Der US-amerikanische Kosmetikkonzernerbe Ronald S. Lauder hat dem Met die legendäre Neue Galerie an der Fifth Avenue geschenkt, deren Wert weit über einer Milliarde Dollar liegt – unter den 600 Kunstwerken auch Gustav Klimts Bild der „Goldenen Adele“. Max Hollein ist live aus dem Metropolitan Museum zugeschalten und spricht in der Sendung über Mäzene und hochkarätige Schenkungen, die grundlegenden Unterschiede im Museumsbetrieb zwischen Europa und den USA sowie die Auswirkungen der Regierung Trump auf die Kunstwelt.
Steinalt, aber immer noch stürmisch – Die Stones mit neuem Album
Eine erhoffte Europatournee der Rolling Stones ist in diesem Jahr ausgeblieben, dafür erscheint mit „Foreign Tongues“, auf Deutsch „Fremde Zungen“, am 10. Juli ihr neues bereits 25. Studioalbum, das nahtlos an das gefeierte „Hackney Diamonds“-Album aus dem Jahr 2023 anschließt. Die 14 neuen Songs klingen vertraut, frisch und stark. Auch prominente Unterstützer, etwa Paul McCartney, Steve Winwood und Robert Smith sind an Bord, Bruno Mars schlägt die Kuhglocke an. Sogar der vor fünf Jahren verstorbene Charlie Watts ist vertreten. Zwei der drei verbliebenen Musiker der Band sind inzwischen über 80 Jahre alt. Wie viel von ihrem elektrisierenden musikalischen Elan konnten die Rock-Veteranen von der Bühne ins Studio übertragen? Davon kann man sich im „kulturMONTAG“ ein Bild machen. Im Interview verrät Frontman Mick Jagger, wie es sich 64 Jahre nach der Bandgründung als Rolling Stone so lebt und arbeitet.
Dokumentation „Albertina – Eine Sammlung schreibt Geschichte“ (23.15 Uhr)
Die Albertina in Wien zählt zu den bedeutendsten Kunstsammlungen Europas. Begründet 1776 von Herzog Albert von Sachsen-Teschen umfasst sie heute mehr als eine Million Zeichnungen und Druckgrafiken von der Spätgotik bis zur Gegenwart und gibt einen umfassenden Überblick über 600 Jahre Kunstgeschichte. Die neue Dokumentation von Regisseurin Katalin Hanappi anlässlich des 250. Jubiläums der Sammlung zeichnet ein emotionales Porträt eines lebendigen Kulturschauplatzes, in dem Vergangenheit und Gegenwart in stetigem Dialog stehen, und gibt Einblicke hinter die Kulissen der Albertina.
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