ORF-Premiere für „kreuz & quer“-Doku „Die Macht der Lüge“

ORF-Premiere für „kreuz & quer“-Doku „Die Macht der Lüge“

Am 15. September um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Was geschieht, wenn Wahrheit ihren verbindlichen Charakter verliert? Wenn politische Akteure, soziale Medien und ideologische Lager zunehmend selbst bestimmen wollen, was als Fakt gelten soll? Die neue „kreuz & quer“-Dokumentation „Die Macht der Lüge“ von Christian Rathner beleuchtet am Dienstag, dem 15. September 2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON die wachsende Bedeutung von Desinformation, Propaganda und Verschwörungserzählungen in einer Zeit gesellschaftlicher Polarisierung.

Ausgangspunkt ist ein symbolträchtiger Moment zu Beginn von Donald Trumps erster Amtszeit: die Kontroverse um die Besucherzahlen seiner Amtseinführung und die Einführung des Begriffs „alternative Fakten“. Von dort aus zeichnet der Film nach, wie sich der Umgang mit Wahrheit und Lüge in Politik und Öffentlichkeit verändert hat. Expertinnen und Experten wie der Amerikanist Michael Butter, die APA-Chefredakteurin Maria Scholl und der Leiter des APA-Faktenchecks, Fridolin Schmidt, analysieren die Herausforderungen für Demokratie und Journalismus in einer digitalisierten Informationswelt.

Im Zentrum der Dokumentation steht zugleich das Vermächtnis des tschechischen Dissidenten, Schriftstellers und späteren Präsidenten Václav Havel. Mit seinem Essay „Die Macht der Machtlosen“ entwickelte Havel eine zeitlose Analyse über die Frage, wie autoritäre Systeme Menschen dazu bringen, an öffentlichen Lebenslügen mitzuwirken – und wie Wahrheit zu einer Form des Widerstands werden kann. In Prag begibt sich der Film auf die Spuren Havels und spricht mit seinem ehemaligen Berater, dem Ökonomen Tomas Sedlacek, über die Aktualität seines Denkens für das heutige Europa.

Wie groß die persönliche Kraft eines solchen Widerstands sein kann, zeigt die Geschichte der belarussischen Oppositionspolitikerin und Musikerin Maria Kalesnikava. Nach fünf Jahren Haft unter dem Regime von Alexander Lukaschenko spricht sie erstmals ausführlich über ihren gewaltlosen Kampf für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte. Ihre Erfahrungen verdeutlichen, welchen Preis Menschen bezahlen, die sich gegen staatliche Lügen und Unterdrückung stellen. Die Dokumentation verbindet politische Analyse, historische Rückblicke und persönliche Schicksale zu einem vielschichtigen Bild einer Welt, in der Fakten zunehmend umkämpft sind. Sie fragt nach den Voraussetzungen demokratischer Debatten, der Rolle unabhängiger Medien und der Verantwortung jedes Einzelnen im Umgang mit Information.

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