EU-Zuckermarkt dürfte die Talsohle endlich durchschritten haben

EU-Zuckermarkt dürfte die Talsohle endlich durchschritten haben

Zuckerrübenanbau als Teil der Lösung zum Klimaschutz

Wien (OTS) – Der Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien, die Interessenvertretung der rund 4.500 Rübenbauern in den Bundesländern Niederösterreich und Wien und damit die größte der vier regionalen Rübenbauernorganisationen mit insgesamt 5.900 Rübenbauern, hielt heute seine jährliche Generalversammlung ab.

Präs. DI Ernst Karpfinger stellte dabei fest, dass sich der EU-Zuckermarkt durch den Strategiewechsel auf europäischer Ebene von Überproduktion zu bedarfsgerechter Produktion wieder langsam erholt. Die von der Europäischen Kommission veröffentlichten, durchschnittlichen Zuckerverkaufspreise in Europa sind dadurch zwar leicht ansteigend, aber derzeit noch immer nicht kostendeckend.

Maßnahmen zur Flächenstabilisierung

Um die Rohstoffbasis für die beiden österreichischen Zuckerfabriken in diesem schwierigen Marktumfeld nachhaltig abzusichern, wurde mit dem Zuckerunternehmen AGRANA ein attraktiver 3-Jahresvertrag ausverhandelt.
„Dieser mehrjährige Vertrag ist äußerst fair, denn er sichert durch Mindestpreise das Marktrisiko für Rübenbauern nach unten ab und bietet durch das bisherige Rübenpreisableitungssystem vom Zuckererlös die Chance, bei besseren Vermarktungserlösen auch davon in Form von höheren Rübenpreisen zu profitieren. Dadurch gewinnt der Zuckerrübenanbau gegenüber den herkömmlichen Vergleichskulturen eines landwirtschaftlichen Betriebes wieder deutlich an Attraktivität“, erklärt Ernst Karpfinger das neue Vertragsmodell.

Der Rüsselkäfer hat in den beiden letzten Jahren massive Flächenverluste verursacht. Er vernichtete im Vegetationsjahr 2018 ein Viertel und im Jahr 2019 immerhin auch noch 15 % der Anbauflächen. Für diese Bedrohung wurde im neuen Vertrag ebenfalls eine Vorkehrung getroffen. Sollte der Rüsselkäfer die Rübenfläche vernichten, verrechnet AGRANA den betroffenen Landwirten keine Saatgutkosten.

Pflanzenschutzmitteldebatte dämpft Anbaubereitschaft

In diesem Zusammenhang erklärte Präs. Karpfinger, dass sich viele Mitglieder hinsichtlich der gegenwärtigen Pflanzenschutzmitteldebatte und den damit einhergehenden ständig neuen Wirkstoffverboten besorgt äußerten, ob sie überhaupt einen 3-Jahresvertrag abschließen und einhalten können.

Ernst Karpfinger dazu: „Es ist schon äußert bedenklich, wenn Landwirte überlegen, ein attraktives Angebot auszuschlagen, nur weil hinsichtlich der Produktionsbedingungen seitens der EU-Politik keine verlässlichen Rahmenbedingungen mehr sichergestellt sind und in dieser Frage der Populismus immer mehr die Oberhand gewinnt. Wer heimischen Zucker aus regionaler Produktion möchte, muss auch für Spezialkulturen, wie der Zuckerrübe, die dafür notwendigen Produktionsmittel, die als Werkzeug für eine gesicherte Produktion notwendig sind, weiterhin zur Verfügung stellen.“

Klimaschützerin Zuckerrübe

Die heimische Produktion von Zucker schützt darüber hinaus das Klima in zweifacher Hinsicht. Zum einen spart die heimische Produktion unnötige Transporte über die Weltmeere, die bei Importen notwendig wären und zum anderen bindet ein Hektar Zuckerrüben hierzulande zirka 36 Tonnen CO2 pro Jahr, was einem Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 240.000 gefahrenen Autokilometern gleichkommt. Die gesamte Rübenproduktion in Österreich bindet demnach 1,4 Mio. Tonnen CO2, was einer jährlichen Fahrleistung von rund 480.000 PKW entspricht.

„Die Zuckerrübe ist hinsichtlich der CO2-Bindung Spitzenreiter unter den Ackerkulturen. Es wäre schade, wenn in Österreich und in Europa der Zuckerrübenanbau durch eine fehlgeleitete Politik aufgegeben werden müsste und diese Umweltleistungen der Zuckerrüben nicht mehr nutzbar wären. Dann würden diese positiven Leistungen beispielsweise nach Südamerika ausgelagert und das Klima durch die Transporte der Zuckerimporte zusätzlich belastet. Es ist deshalb die Aufgabe der österreichischen und europäischen Politik, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine heimische Produktion dauerhaft sicherzustellen“, fordert Ernst Karpfinger.

DIE RÜBENBAUERN
Ing. Markus Schöberl – T +43 664 3078911
m.schoeberl@rueben.at – www.ruebenbauern.at

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