„Kirchenstreit und Bruderkrieg“: „kreuz und quer“ beleuchtet die oft unterschätzten Hintergründe des aktuellen Ukraine-Kriegs

„Kirchenstreit und Bruderkrieg“: „kreuz und quer“ beleuchtet die oft unterschätzten Hintergründe des aktuellen Ukraine-Kriegs

Am 24. Mai um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat eine lange Vorgeschichte – und auch starke religiöse Faktoren. Die neue „kreuz und quer“-Dokumentation „Ukraine: Kirchenstreit und Bruderkrieg“ von Christian Rathner versucht am Dienstag, dem 24. Mai 2022, um 22.35 Uhr in ORF 2, diese oft unterschätzten Hintergründe des aktuellen Krieges auszuleuchten.

Die russisch-orthodoxe Kirche sieht ihre Wiege in der Gründung der Kiewer Rus im Jahr 988, was ihren kirchlichen Machtanspruch auf das „kanonische Territorium“ der Ukraine mitbegründet. Politisch wiederum hat Präsident Wladimir Putin, der die Ukraine aus historischen Gründen beansprucht, die Kirche seines Landes stark an den Staat gebunden. Die Frage nach dem engen und zugleich spannungsreichen Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine spiegelt sich somit auch im Konflikt um die Autokephalie, die Eigenständigkeit der orthodoxen Kirche in der Ukraine.

Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill hat den Krieg Russlands gegen die Ukraine nicht verurteilt, sondern gerechtfertigt. Die Nähe zu seinem Präsidenten, so wird ihm von Kritikern vorgeworfen, sei ihm offensichtlich wichtiger als der Konsens mit den Schwesterkirchen. Der Kiewer Metropolit Onufrij von der mit Moskau verbundenen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche hat den Krieg hingegen scharf verurteilt und mit dem biblischen Mord Kains an seinem Bruder Abel verglichen. Eine starke kirchliche Stimme für Waffenstillstand, für ein Ende der Gewalt und für Frieden, das wünschen sich viele in der Region. Doch die Kirchen finden keine gemeinsame Position.

Als eine „schwere Prüfung für die Einheit der Kirche“ beschreibt Metropolit Hilarion, der Leiter des Außenamtes im Moskauer Patriarchat, den Zwist zwischen dem Kiewer Metropoliten und Moskauer Patriarchen. Das Moskauer Patriarchat sieht bis heute die Ukraine als ihr kanonisches Territorium und interpretierte jeden Versuch Konstantinopels, den Konflikt zu schlichten, als unerlaubte Einmischung. In ukrainischen Kirchengemeinden ist eine Absetzbewegung von Moskau in Gang. Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel wiederum, das den Ehrenvorsitz in der Gesamtorthodoxie innehat, wirft Patriarch Kyrill vor, er habe „seine eigenen Gläubigen betrogen“. Zum ersten Mal und exklusiv nehmen in der „kreuz-und-quer“-Dokumentation die Patriarchate Moskau und Konstantinopel zum Krieg und zum Konflikt der Kirchen Stellung.

Die Dokumentation erinnert an die historische Entwicklung Russlands und der Ukraine, die, wie der Historiker und Ukraine-Spezialist Andreas Kappeler erläutert, durchaus unterschiedlich verlaufen ist. Zu Wort kommen außerdem die Innsbrucker Religionssoziologin Kristina Stoeckl, die Regensburger Historikerin Katrin Boeckh, der Wiener orthodoxe Theologe Ioan Moga sowie einzelne Stimmen aus der Ukraine.

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