CEU verleiht afghanischen Frauen und Mädchen den CEU Open Society Prize

CEU verleiht afghanischen Frauen und Mädchen den CEU Open Society Prize

Afghanische Frauen und Mädchen, die mutig gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung kämpfen und sich für die Bildung von Frauen einsetzen, haben eine transformative Wirkung auf ihre Gemeinschaften und die Gesellschaft. Sechs herausragenden Frauen, die sich in diesem Kampf engagieren – Summia Tora, Pashtana Durrani, Munisa Mubariz, Tamana Zaryab Paryani, Aydin Sahba Yaqouby und Zeba Mirzayee – wird der CEU Open Society Prize 2023 verliehen. Sie werden den Preis am 23. Juni bei der 32. Abschlussfeier der Central European University (CEU) in Wien, Österreich, entgegennehmen. 

„In einer Welt, die von Patriarchat und Gewalt gegen Frauen geplagt ist, hat der unbeugsame Geist so vieler afghanischer Frauen und Mädchen die Mauer des Schweigens und der Angst durchbrochen, um den Anliegen und Hoffnungen von Frauen auf der ganzen Welt Ausdruck zu verleihen“, sagte CEU-Präsidentin und Rektorin Shalini Randeria. „Als Vertreterinnen einer neuen Generation afghanischer Aktivistinnen haben unsere Preisträgerinnen viele Menschen durch ihre unermüdliche Arbeit und das Engagement für die offene Gesellschaft bei der Förderung der Rechte und des Wohlergehens von Frauen und Mädchen in ihrem Land inspiriert. Ihr unerschütterliches Engagement im Kampf gegen geschlechtsspezifische Ungerechtigkeit bedarf dringend unserer Unterstützung. Sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, was man mit Leidenschaft und Entschlossenheit erreichen kann, wenn man sich für die Bildung von Frauen einsetzt.“ 

Mit ihrer Vision, ihrem Mut und ihrer Führungsstärke stehen die Preisträgerinnen für einen anhaltenden Kampf für den Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen in Afghanistan. 

PASHTANA DURRANI, eine afghanische Feministin, Aktivistin und Pädagogin, ist die Gründerin von LEARN Afghanistan, einer Basisorganisation, die das allererste digitale Schulnetzwerk des Landes aufgebaut hat und 7000 Mädchen und Jungen in Kandahar, die keinen sicheren Zugang zu Schulen hatten, Bildung bietet.  

MUNISA MUBARIZ ist eine Aktivistin für Frauenrechte und die Zivilgesellschaft, die vor der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan als Direktorin für Monitoring und Evaluierung im Finanzministerium des Landes tätig war. Angesichts der Unterdrückung durch die Taliban gründete Munisa zusammen mit anderen Aktivistinnen eine starke Frauenbewegung, die mehrere Demonstrationen in Kabul und den Provinzen organisierte und sich durch Medieninterviews, soziale Medien und Proteste im ganzen Land Gehör verschaffte. 

TAMANA ZARYAB PARYANI ist eine politische Aktivistin und Journalistin, die als Symbol für den Kampf der Frauen in Afghanistan gilt und für ihre furchtlosen Demonstrationen gegen die Taliban-Herrschaft bekannt ist. Tamana, die zusammen mit ihren vier Schwestern fast einen Monat lang inhaftiert war, lebt heute in Deutschland, wo sie sich weiterhin für die Menschenrechte, insbesondere für die Rechte der Frauen, einsetzt und die von den Taliban begangenen Gräueltaten aufdeckt.  

SUMMIA TORA ist die Gründerin des Dosti-Netzwerks, einer Organisation, die sich für verfolgte Afghan*innen einsetzt, indem sie ihnen wichtige Ressourcen für eine weltweite Neuansiedlung zur Verfügung stellt und diejenigen unterstützt, die in Afghanistan bleiben. Durch Partnerschaften mit Organisationen wie der Weltbank, dem Malala Fund, den Vereinten Nationen und Schmidt Futures setzt sie sich weltweit für Bildung ein, mit besonderem Augenmerk auf Flüchtlinge, Frauen und Mädchen in Notsituationen.  

AYDIN SAHBA YAQOUBY ist eine junge Frau aus Afghanistan, die sich seit der Machtübernahme der Taliban als Bildungsaktivistin für das Recht afghanischer Mädchen auf Bildung einsetzt. Sie hat eng mit dem Malala Fund und der UNESCO zusammengearbeitet und auf mehreren hochrangig besetzten Veranstaltungen gesprochen, um der internationalen Gemeinschaft und den politischen Entscheidungsträger die Priorität dieses Themas näherzubringen. Aydin organisiert auch Online-Kurse für Mädchen in Afghanistan.  

ZEBA MIRZAYEE ist ausgebildete Englischlehrerin und Leiterin des Learning Center in Kabul, das eine Reihe von Fächern für Schüler*innen anbietet, die keine finanziellen Mittel haben, um für ihre Bildung zu bezahlen; dazu gehören auch kostenlose Alphabetisierungskurse für Frauen, Mädchen und Jungen.  

Der CEU Open Society Prize ist die höchste Auszeichnung der Universität, die jährlich an eine Einzelperson oder eine Gruppe in Anerkennung ihres außergewöhnlichen Engagements für die Ideale einer offenen Gesellschaft verliehen wird. Der Preis wurde erstmals 1994 an Sir Karl Popper verliehen. Zu den weiteren Preisträger*innen gehören die Literaturnobelpreisträgerin 2015 Swetlana Alexijewitsch, die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, der siebte Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan, der Präsident der Tschechischen Republik Vaclav Havel und der ehemalige Gesundheitsminister von Kerala, Indien, K.K. Shailaja Teacher. Der letztjährige Preisträger war die Ukraine 5 AM Coalition.   

Die CEU ist den Werten der Demokratie, des Friedens und der Gerechtigkeit verpflichtet und steht in Solidarität mit den Frauen und Mädchen in Afghanistan. Derzeit studieren an der Universität zwölf Studierende aus Afghanistan (sechs Frauen und sechs Männer). Die CEU ist sowohl ein anerkanntes Zentrum für das Studium wirtschaftlicher, historischer, sozialer und politischer Herausforderungen als auch eine Quelle der Unterstützung für den Aufbau offener und demokratischer Gesellschaften, in denen die Menschenrechte und die Menschenwürde geachtet werden. In den drei Jahrzehnten seit ihrer Gründung hat die CEU mehr als 18.000 Student*innen ausgebildet, die sich derzeit in fast 150 Ländern aufhalten. Darunter sind 56 Absolvent*innen aus Afghanistan (16 Frauen und 40 Männer). 

An der CEU hat die THREATENED SCHOLARS INTEGRATION INITIATIVE (TSI) des Open Society University Network (OSUN) im Laufe der Jahre zu zwölf Vollstipendien für afghanische Studierende beigetragen und unterstützt zwei afghanische CEU-Absolventinnen, die derzeit als Forschungs- und Lehrassistentinnen an der Universität tätig sind. Nach der Machtübernahme durch die Taliban im Jahr 2021 konnten dank der gemeinsamen Anstrengungen der OSUN-Partner und der Open Society Foundations rund 200 Studierende aus Afghanistan evakuiert werden. Derzeit sind über 450 Afghan*innen in Bachelor- und Masterstudiengängen an OSUN-Campusstandorten von Bischkek bis Berlin, Wien und New York eingeschrieben.  
 

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an Anna-Maria Hirtenfelder unter hirtenfeldera@ceu.edu.

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