Sportverein: Sein oder Nichtsein?
Sportverein: Sein oder Nichtsein?
Was erwartet sich die Gesellschaft, die breite Öffentlichkeit von der Sportförderung?
Diese Frage wurde jetzt im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) erhoben. Die Ergebnisse dieser Studie sind, vielleicht nicht zu hundert Prozent, aber doch auch auf Österreich übertragbar. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten sich, neben Bestleistungen und Spitzenplätzen, vor allem auch »gesellschaftliche Strahleffekte«.
Das Wichtigste der Studie vorweg: Der Breitensport gewinnt deutlich an Profil. Dabei stehen ganz oben die Themen wie die »Sicherstellung von ethischem Verhalten im Sport«, die »Stärkung der Kinder- und Jugendarbeit in den Vereinen« (beide mit 94 Prozent Zustimmung) und auf Rang drei die »Förderung des Zusammenhalts und der Wertevermittlung in der Gesellschaft« (91 Prozent). Während nur drei Prozent über die Details und den Schlüssel der Mittelvergabe Bescheid wissen, halten trotzdem 74 Prozent die Förderung für wichtig.
Unterm Strich ist den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland der Breitensport wichtiger als der Leistungssport. Was zu der Frage führt: »Welche gesellschaftlichen Ziele werden mit der staatlichen Leistungssportförderung überhaupt verfolgt – und wie sind sie zu erreichen?«, so Maximilian Klein von Athleten Deutschland. Um eine eindeutige positive Haltung zum Leistungssport in der Bevölkerung zu erreichen, so Klein, »müssen diese Mehrwerte für möglichst viele Gesellschaftsgruppen sichtbar und erlebbar sein.« DOSB-Vorstand Olaf Tabor kommentiert die Studie als »eine Herausforderung; Es geht um einen international erfolgreichen Leistungssport, von dem der organisierte Sport und unsere Gesellschaft gemeinsam profitieren.«
»Wir sehen uns in den Ergebnissen dieser Studie«, so der Präsident des Allgemeinen Sportverbandes Österreich (ASVÖ) Peter Reichl, »voll und ganz bestätigt.« Auf Österreich gemünzt komme hier ganz klar und unmissverständlich der Wille von zwei Millionen aktiven Sportvereinsmitgliedern und 560.000 Ehrenamtlichen in 15.000 Sportvereinen zum Ausdruck. Immerhin reden wir hier von etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Es gehe nicht darum, den Leistungssport gegen den Breitensport auszuspielen, beruhigt Generalsekretär Wilhelm Blecha: »Nach wie vor gilt für uns: Aus der Breite kommt die Spitze. Aber die Frage nach den heutigen (!) gesellschaftlichen Zielen der Leistungssportförderung ist zu stellen.«
Die Leistungen des Breitensports in der Gesamtbevölkerung seien in der oben erwähnten Studie klar und eindeutig zutage getreten, unterstreicht man seitens des ASVÖ. Zu ergänzen seien die von der Sportmedizin seit Jahren gemessenen und bestätigten gesundheitlichen – und dabei ganz besonders die präventiven – physischen und psychischen Aspekte. Und damit verbunden die entlastenden Effekte nicht nur auf unser Gesundheitssystem.
»Gerade im Bereich Prophylaxe wäre noch weitaus mehr möglich und machbar«, so Präsident Reichl in Hinblick auf die anstehenden Budgetgespräche, »vorausgesetzt, das fortdauernde und nervenaufreibende Nagen am Hungertuch hat endlich ein Ende, sprich die vereinbarten Fördermittel stehen vertragsgemäß und wertgesichert zur Verfügung.«
Alle anderen Überlegungen, so ist man sich auf der Seite des organisierten Sports in Österreich sicher, wären nicht nur ein Abgesang auf das sonst so hochgepriesene Ehrenamt, ein Abgesang auf den Breiten- und Gesundheitssport, so wie er von den Österreicherinnen und Österreichern nachgefragt und gewollt ist. »Für nicht wenige Sportvereine in Österreich«, betont Wilhelm Blecha die Dramatik, »geht es schlicht und ergreifend um das Sein oder Nichtsein!«
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