Freihandelsabkommen mit Australien stärkt Handels- und Investitionsbeziehungen
Freihandelsabkommen mit Australien stärkt Handels- und Investitionsbeziehungen
Diskussionsveranstaltung in Wien – Pressestatements
Am 28. April 2026 veranstalteten die Australische Botschaft in Wien, die Oesterreichische Nationalbank (OeNB), das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, die Europäische Kommission, das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) sowie die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) gemeinsam eine Diskussionsveranstaltung zum Freihandelsabkommen zwischen Australien und der EU (A-EU FHA), dessen Verhandlungen am 24. März 2026 in Canberra abgeschlossen wurden.
Das A-EU-FHA ist ein umfassendes, ausgewogenes und wirtschaftlich bedeutendes Abkommen zur Stärkung der bilateralen Handels- und Investitionsbeziehungen, zur Förderung des Wirtschaftswachstums und Festigung des gemeinsamen Bekenntnisses Australiens und der EU zu einem offenen und regelbasierten Handel.
Das Abkommen bringt Australien und die EU näher zusammen und unterstützt in Zeiten globaler wirtschaftlicher Unsicherheit unsere gemeinsamen Bemühungen zur Diversifizierung von Handelsbeziehungen und zur Stärkung der Resilienz von Lieferketten.
OeNB-Gouverneur Prof. Martin Kocher und Australiens Botschafter in Österreich Ian Biggs eröffneten die Veranstaltung in der OeNB. Hauptreferenten waren Dr. Severin Gruber, Generalsekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Patrick Lobis, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, Prof. Gabriel Felbermayr, Direktor des WIFO, sowie Lachlan Crews vom australischen Verhandlungsteam für das Freihandelsabkommen.
Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus, der Landwirtschaftskammer Österreich, der australischen Botschaft in Brüssel, der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich sowie der Wirtschaftskammer Österreich nahmen an einer von Professor Felbermayr moderierten Expertinnen- und Experten-Podiumsdiskussion teil.
PROFESSOR MARTIN KOCHER, GOUVERNEUR, OENB:
„Die Stärkung von Partnerschaften mit gleichgesinnten Volkswirtschaften wie Australien ist in der heutigen globalen Lage von entscheidender Bedeutung. In einer Zeit zunehmender Fragmentierung senden solche Abkommen ein starkes Signal zur Unterstützung eines offenen, regelbasierten Handels und einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit.“
S.E. IAN BIGGS, AUSTRALISCHER BOTSCHAFTER IN ÖSTERREICH:
„Das A-EU FHA ist zentral für unseren gemeinsamen Wohlstand und unsere wirtschaftliche Resilienz sowie für die wachsende Partnerschaft zwischen Australien, Österreich und der EU. Das Abkommen bietet erhebliche Chancen, den Handel und die Investitionen zwischen unseren Ländern auszubauen und wirtschaftliche Synergien zu nutzen, insbesondere im Bereich der Energiewende, kritischer Rohstoffe sowie in moderner industrieller Fertigung, Forschung und Innovation.“
DR. SEVERIN GRUBER, GENERALSEKRETÄR, BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT, ENERGIE UND TOURISMUS:
„In Zeiten zunehmender globaler Unsicherheit spielen Freihandelsabkommen wie jenes zwischen der EU und Australien eine immer strategischere Rolle. Sie tragen dazu bei, Störungen im internationalen Handel abzufedern, die Abhängigkeit von dominierenden Volkswirtschaften zu verringern und die wirtschaftliche Resilienz insgesamt zu stärken. Gleichzeitig bildet das A-EU FHA einen wichtigen Baustein für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen der EU und den Mitgliedern des CPTPP-Abkommens und bringt gleichgesinnte Partner zusammen, die sich zur Aufrechterhaltung eines regelbasierten Handelssystems bekennen.“
PATRICK LOBIS, LEITER DER VERTRETUNG DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION IN ÖSTERREICH:
„Die EU und Australien mögen geografisch weit voneinander entfernt sein, doch in unserer Sicht auf die Welt könnten wir kaum enger beieinander liegen. Wir sind in unseren Wertvorstellungen eng verbunden. Gemeinsam können wir Lieferketten aufbauen, die sowohl sicher als auch nachhaltig sind, lokale Gemeinschaften unterstützen und gleichzeitig hohe Umweltstandards wahren.“
PROFESSOR GABRIEL FELBERMAYR, DIREKTOR, WIFO:
„Das Handelsabkommen ist umfassend und tiefgreifend. Analysen des WIFO zeigen, dass die mittelfristigen Gewinne für die EU rund 7 Milliarden Euro pro Jahr (0,05 Prozent des BIP) und für Österreich etwa 150 Millionen Euro betragen. Logischerweise sind die Gewinne im Verhältnis zum BIP in der kleineren australischen Volkswirtschaft größer als in der EU. Langfristig fallen die Gewinne noch deutlich höher aus. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen fördert das Abkommen auch die Zusammenarbeit in Bereichen, in denen Australien und die EU bereits eng abgestimmt sind, etwa in der Arbeits- und und Umweltpolitik.“
DR. EVA LIEBMANN, GENERALSEKRETÄR-STELLVERTRETERIN, WIRTSCHAFTSKAMMER ÖSTERREICH:
„Das EU-Australien-Abkommen ist ein klares Bekenntnis zu offenem Handel in geopolitisch herausfordernden Zeiten. Für Österreich eröffnet es konkrete Chancen: Der Abbau von Handelsschranken und die Öffnung des öffentlichen Beschaffungsmarktes stärken Österreich als exportorientierte Volkswirtschaft. Zugleich stärkt das Abkommen die Zusammenarbeit bei strategisch wichtigen Rohstoffen und trägt zur Diversifizierung von Lieferketten bei – ein entscheidender Faktor für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Die WKÖ unterstützt Unternehmen mit Expertise und dem WKÖ-AußenwirtschaftsCenter Sydney vor Ort.“
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
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