LH Mikl-Leitner bei Raiffeisen Jahrestagung 2026
LH Mikl-Leitner bei Raiffeisen Jahrestagung 2026
„Wandel im Miteinander aktiv gestalten: Nicht zuschauen. Nicht abwarten. Sondern anpacken.“
Bei der Raiffeisen Jahrestagung 2026 in der Messe Wien sprach Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute, Freitag, vor rund 800 Gästen aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft über die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen sowie die Zukunftsstrategie Niederösterreichs. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen 140 Jahre Raiffeisen, die Bedeutung des genossenschaftlichen Gedankens sowie die Frage, wie Wandel aktiv gestaltet werden kann.
„Wir alle spüren: Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten. Vieles wird brutaler, kurzfristiger und egoistischer. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, was uns stark gemacht hat – gerade in Niederösterreich: Das ist der Zusammenhalt. Das Miteinander. Seit 140 Jahren ist damit Raiffeisen das höchst erfolgreiche Gegenmodell zum Egoismus“, sagte Mikl-Leitner im Interview mit Moderatorin Sigrid Seebacher. Raiffeisen zeige tagtäglich, „dass echte Stärke nur im WIR entsteht“.
Mit Blick auf die wirtschaftlichen Herausforderungen und die neue Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+ betonte die Landeshauptfrau, dass sich das Land bewusst dazu entschieden habe, den Wandel aktiv zu gestalten: „Der Wandel kommt – mit oder ohne uns. Darum haben wir uns in Niederösterreich dazu entschieden, den Wandel aktiv zu gestalten. Nicht zuschauen. Nicht abwarten. Sondern anpacken.“
Die Wirtschaftsstrategie sei gemeinsam mit mehr als 200 Expertinnen und Experten sowie den Sozialpartnern erarbeitet worden. Im Fokus stehen laut Mikl-Leitner Zukunftsfelder wie Gesundheit, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Weltraumwirtschaft und moderne Mobilität, insbesondere Bahntechnologie. Gerade dort entstünden die Arbeitsplätze von morgen, so die Landeshauptfrau. Als konkretes Beispiel verwies sie auf Leopoldsdorf, wo nach der Schließung des AGRANA-Standortes mit der Ansiedelung von Stadler Rail neue Perspektiven geschaffen würden: „Wir wollen dort ein Bahntechnologiezentrum von europäischem Format entwickeln.“ Raiffeisen sei dabei ein „fairer und verlässlicher Partner für Land und Region“.
Zugleich forderte Mikl-Leitner mehr Tempo bei Entbürokratisierung und Wettbewerbsfähigkeit auf europäischer Ebene: „Europa muss vom Weltmeister der Bürokratie zum Weltmeister der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit werden.“ Verfahren dürften nicht jahrelang dauern, denn das verhindere Investitionen und koste Arbeitsplätze.
Auch steuerliche Entlastungen und stabile Rahmenbedingungen seien entscheidend, betonte die Landeshauptfrau. Neue Eigentumssteuern wären hingegen „ein giftiger Cocktail für das Investitionsklima“. Niederösterreich setze stattdessen auf Verlässlichkeit, Planungssicherheit und starke Partner. „Raiffeisen macht Projekte möglich. Raiffeisen gibt Menschen die Chance, ihre Ideen umzusetzen und ihre Zukunft selbst zu gestalten. Genau das macht unser Land stark“, so Mikl-Leitner, die sich abschließend für die Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Land NÖ und der Raiffeisenlandesbank NÖ-W bedankte.
Generaldirektor Michael Höllerer blickte auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 zurück, das trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein gutes Ergebnis gebracht habe. „Mit einem Konzerngesamtergebnis von 783,8 Millionen Euro konnten wir das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln.“ Höllerer, der noch bis Ende Juni die Position des Generaldirektors bekleidet, bevor er als CEO zur Raiffeisenbank International wechselt, fasst seine Funktion seit seiner Bestellung 2022 mit folgenden vier Worten zusammen: Kundenzentrierung, Innovation, Wachstum und Motivation. „Besonders stolz bin ich auf unsere Unternehmenskultur, die offen, positiv, wertschätzend, aber immer leistungsorientiert ist.“
Der designierte Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-W, Martin Hauer, sprach u.a. darüber, was ihn in seiner neuen Rolle antreibe: „Das ist das Vertrauen, das ich von Beginn an, seit meinem Start in der Raiffeisengruppe vor 14 Jahren, erfahren durfte. Ich wurde aufgenommen, ausgebildet, man hat in mich investiert und das möchte ich nun zurückgeben.“ Auf die Frage, wo er Raiffeisen in fünf Jahren sehe, meinte er: „Auf Augenhöhe mit den Besten. Ich bin überzeugt, wir werden uns im Wettbewerb mit global agierenden Unternehmen messen und durchsetzen.“
Die Festrede zur Jahrestagung 2026 hielt Präsident Erwin Hameseder. „Die heutige Jahrestagung ist ein Tag zur Rückschau, aber auch Tag, an dem man den Blick nach vorne richtet, an dem wir unseren Auftrag mit Fokus auf künftige Herausforderungen neu kalibrieren.“ In einer Zeit der geopolitischen Konflikte und ihrer wirtschaftlichen Folgen sei Resilienz das Gebot der Stunde. „Resilienz ist eine Haltung, die bedeutet, zusammenhalten, wenn es schwierig wird, vorzusorgen und Probleme nicht zu verdrängen, sondern sich ihnen zu stellen und mit ihnen umzugehen. Genau darin liegt seit jeher die Stärke von Raiffeisen, denn genau das beinhaltet unser genossenschaftlicher Gedanke“, betonte Hameseder.
Bundeskanzler Christian Stocker meinte in einer Videobotschaft, das 140-jährige Raiffeisen-Jubiläum sei weit mehr als ein Jubiläum: „Es ist ein eindrucksvoller Beleg für Beständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und großes Vertrauen, das über Generationen hinweg aufgebaut wurde.“ Er sprach von Jahrzehnten der Umbrüche und des Wandels, doch eines sei in der Raiffeisengruppe immer gleichgeblieben – man wolle seit jeher den Menschen Chancen ermöglichen und die Wirtschaft stärken.
Musikalisch gestaltet wurde die Raiffeisen Jahrestagung 2026 von Parov Stelar Saxofonist Sebastian Grimus und der Sängerin Elena Karafazi.
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