AK Tipp: Halbe-halbe bei der Elternteilzeit

AK Tipp: Halbe-halbe bei der Elternteilzeit

Gleichberechtigte Elternschaft bringt oft höheres Nettohaushaltseinkommen

DAS RECHT AUF ELTERNTEILZEIT WIRD ZUMEIST NUR VON FRAUEN IN ANSPRUCH GENOMMEN. DENN VIELEN ELTERN SIND DIE MÖGLICHKEITEN UND VORTEILE GLEICHBERECHTIGTER ELTERNSCHAFT NICHT BEKANNT, SAGT INES STILLING, BEREICHSLEITERIN SOZIALES IN DER ARBEITERKAMMER: „WAHLFREIHEIT FÜR ELTERN GIBT ES NUR, WENN ELTERN AUCH ALLE INFORMATIONEN HABEN. INSBESONDERE BEI DER ELTERNTEILZEIT GIBT ES HIER NOCH VIEL AUFKLÄRUNGSBEDARF.“ SO WISSEN VIELE ELTERN BEISPIELSWEISE NICHT, DASS SIE GLEICHZEITIG IN ELTERNTEILZEIT GEHEN KÖNNEN. UND AUCH NICHT, DASS HALBE-HALBE AUCH BEI EINEM NIEDRIGEREN EINKOMMEN DER FRAU FINANZIELL SOGAR GÜNSTIGER SEIN KANN. NACHRECHNEN LOHNT SICH!

HÖHERES NETTOFAMILIENEINKOMMEN

Die meisten Eltern mit betreuungspflichtigen Kindern entscheiden sich dafür, dass die Frau nach der Karenz rund 20 Wochenstunden arbeitet, der Vater hingegen 40. Als Grund dafür wird oft der höhere Verdienst des Vaters genannt. Dabei käme vielen Eltern eine gleichberechtigte Aufteilung der Erwerbsarbeit mit jeweils 30 Wochenstunden finanziell sogar günstiger, wie AK Steuerexpertin Vanessa Mühlböck an einem Beispiel* vorrechnet:

Einkommen vor der Geburt bei Vollzeit

Frau 3.000 Euro brutto, 2.169 Euro netto

Mann 3.300 Euro brutto, 2.340 Euro netto

Mann arbeitet 40 Wochenstunden, Frau arbeitet 20 Wochenstunden

Frau 1.500 Euro brutto, 1.269 Euro netto pro Monat

Mann 3.300 Euro brutto, 2.340 Euro netto pro Monat

Familieneinkommen: 3.609 Euro netto pro Monat

Beide arbeiten jeweils 30 Wochenstunden

Frau 2.250 Euro brutto, 1.771 Euro netto

Mann 2.475 Euro brutto, 1.885 Euro netto

Familieneinkommen: 3.656 Euro netto pro Monat

KÜNDIGUNGS- UND ENTLASSUNGSSCHUTZ FÜR BEIDE!

Das Recht auf Elternteilzeit können beide Eltern gleichzeitig in Anspruch nehmen. Die Voraussetzungen dafür sind, dass keiner der beiden Elternteile für dasselbe Kind in Babykarenz ist. Außerdem leben die Elternteile mit dem Kind unter einem Dach oder haben die Obsorge. Dabei muss die vorher gearbeitete Normalarbeitszeit um mindestens 20 Prozent reduziert werden und mindestens 12 Wochenstunden betragen. Die Elternteilzeit muss dem Arbeitgeber spätestens drei Monate vor Beginn bekannt gegeben werden, am besten schriftlich. Wenn beide Elternteile in Elternteilzeit gehen, gilt der Kündigungs- und Entlassungsschutz für beide ab Bekanntgabe – frühestens vier Monate vor dem Antritt – und endet vier Wochen nach dem vierten Geburtstag des Kindes.

Die Arbeiterkammer fordert mehr Fairness für Teilzeitbeschäftigte – mit einer Petition unter https://mitmachen.arbeiterkammer.at will die AK für faire Arbeit Druck machen. Konkret verlangt die AK: Gleiche Arbeit muss gleich viel wert sein!

* Hintergrund für die Annahmen im Rechenbeispiel:

Alter einer Erstgebärdenden laut Statistik Austria: 31,6 Jahre

Bruttomedianeinkommen laut Lohnsteuerstatistik Alterskohorte 26-35 Jahre, Vollzeit

Männer 3.700 Euro, Frauen 3.400 Euro; Lohnlücke = 300 Euro

Die Einkommen wurden in diesem Rechenbeispiel niedriger angenommen, um auch Menschen mit niedrigeren Einkommen abzubilden.

AK Wien
Katharina Nagele-Allahyari
Telefon: 01 501 65 12678
E-Mail: katharina.nagele@akwien.at
Website: https://wien.arbeiterkammer.at

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