EABG-Beschluss: Energiespeicher im Zentrum der Energiewende – jetzt zählen die Umsetzung und die richtigen Rahmenbedingungen

EABG-Beschluss: Energiespeicher im Zentrum der Energiewende – jetzt zählen die Umsetzung und die richtigen Rahmenbedingungen

Der Bundesverband Energiespeicher Österreich begrüßt den heutigen Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) im Nationalrat. Mit der gesetzlichen Verankerung von Energiespeichern als Teil des überragenden öffentlichen Interesses wird erstmals anerkannt, dass der Ausbau erneuerbarer Energien ohne einen parallelen Ausbau von Speicherkapazitäten nicht gelingen kann. Das 5-GW-Batterieziel bis 2030 setzt einen klaren Orientierungsrahmen – seine Erreichbarkeit hängt jedoch maßgeblich von den nachgelagerten Rahmenbedingungen ab.

_„Mit dem EABG wurde ein wichtiges Signal gesetzt: Energiespeicher sind nicht länger ein Randthema der Energiewende, sondern ein zentraler Bestandteil der Energieinfrastruktur Österreichs. Ohne Speicher – keine Energiewende“,_ ERKLÄRT CHRISTOPH SCHMIDT, PRÄSIDENT DES BUNDESVERBANDES ENERGIESPEICHER ÖSTERREICH.

ENERGIEWENDE BRAUCHT SPEICHER

Der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft muss weiter rasch voranschreiten. Bei einer installierten erneuerbaren Erzeugungsleistung von derzeit rund 30 GW – mit weiter steigender Tendenz – wächst der Bedarf an Speicherkapazitäten entsprechend. Speicher ermöglichen es, günstigen erneuerbaren Strom dann zu nutzen, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Sie reduzieren Netzengpässe, vermeiden die Verschwendung erneuerbarer Energie, ersetzen fossile Spitzenlastkraftwerke und stabilisieren Strom- und Netzkosten langfristig.

MILLIARDENPOTENZIAL FÜR STROMKUNDEN UND VOLKSWIRTSCHAFT

Österreich hat in den vergangenen Jahren substanziell in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert. Batteriespeicher sind das Instrument, das diese Erzeugungskapazitäten in konkreten wirtschaftlichen Nutzen für Endverbraucher überführt – durch bessere Ausnutzung günstiger Erzeugungszeiten, Reduktion von Netzengpässen und Vermeidung kostspieliger Spitzenlastkraftwerke.

_„Großspeicher sind nicht nur Infrastruktur für die Energiewende – sie sind die Voraussetzung dafür, dass sich die Energiewende für Haushalte und Unternehmen wirtschaftlich auszahlt. Jede nicht gespeicherte Kilowattstunde verursacht zusätzliche Kosten im System. Energiespeicher sind kein Kostenfaktor – sie sind ein Instrument zur Kostensenkung. Ein ambitionierter Speicherausbau kann der österreichischen Volkswirtschaft in den kommenden Jahren Einsparungen in Milliardenhöhe bringen. Der Großteil dieser Investitionen kann von privaten Investoren, Energieunternehmen und Infrastrukturpartnern getragen werden – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen“,_ SO DR. JOHANNES SRAJER, MITBEGRÜNDER UND VORSTANDSMITGLIED DES BUNDESVERBANDES ENERGIESPEICHER ÖSTERREICH.

ANDERE LÄNDER ZEIGEN DEN WEG

Mehrere europäische Länder haben den regulatorischen Rahmen für Batteriespeicher bereits gezielt weiterentwickelt. Großbritannien zählt heute zu den dynamischsten Speichermärkten Europas. Irland setzt Batteriespeicher gezielt zur Integration erneuerbarer Energien und zur Systemstabilisierung ein. Italien hat regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen, um den Ausbau von Speicherinfrastruktur voranzutreiben. Deutschland hat die Bedeutung von Speichern in seiner Energiestrategie verankert und arbeitet laufend an der Verbesserung der regulatorischen Rahmenbedingungen. Österreich hat mit dem EABG einen wichtigen Schritt nachgezogen – weitere müssen folgen.

SYSTEMNUTZUNGSENTGELTE UND SYSTEMDIENLICHKEIT: REGULATORISCHER HANDLUNGSBEDARF DURCH DIE E-CONTROL

Die anstehende SNE-GV-Novelle ist die erste konkrete Gelegenheit, dem EABG-Beschluss regulatorische Substanz zu geben. Das zentrale Problem: Nach geltendem Recht werden Energiespeicher beim Laden und beim Entladen mit Netzentgelten belastet. Das ist sachlich nicht gerechtfertigt, denn Speicher erzeugen keine zusätzliche Netzlast – sie reduzieren sie. Diese Doppelbelastung hemmt Investitionen in Speicherinfrastruktur und treibt die Systemkosten unnötig in die Höhe. Die Folge sind höhere Netzgebühren und Strompreise für Haushalte, Gewerbe und Industrie.

Daneben braucht es klare Regelungen beim Engpassmanagement sowie ein Messwesen, das die spezifischen Anforderungen von Speichern sachgerecht abbildet. Diese drei Punkte – Netzentgelte, Engpassmanagement und Messwesen – liegen im Zuständigkeitsbereich der E-Control und müssen zeitnah umgesetzt werden. Sie bilden die regulatorische Grundlage, ohne die weder das 5-GW-Ziel erreichbar ist noch der volkswirtschaftliche Nutzen eines breiten Speicherausbaus für Haushalte und Unternehmen eintreten kann.

„_Die Anerkennung des öffentlichen Interesses und die Verankerung eine Speicherziels sind wichtige Meilenstein. Jetzt müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen folgen, damit tatsächlich Investitionen stattfinden können. Der Ausbau von Energiespeichern darf nicht an doppelten Netzentgelten oder zu engen Auslegungen der Systemdienlichkeit scheitern. Ziel muss es sein, den Speicherausbau rasch und im erforderlichen Maßstab zu ermöglichen“,_ SO SCHMIDT ABSCHLIESSEND.

ÜBER DEN BUNDESVERBAND ENERGIESPEICHER ÖSTERREICH

Der Bundesverband Energiespeicher Österreich ist die unabhängige Interessenvertretung der österreichischen Speicherbranche. Der Verband repräsentiert mehr als 35 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aus den Bereichen Speicherbetrieb, Projektentwicklung, Energiewirtschaft, Technologie, Infrastruktur, Finanzierung und Vermarktung. Er setzt sich für die Weiterentwicklung der regulatorischen, wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen für Energiespeicher ein und vertritt die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Regulierungsbehörden und Öffentlichkeit. Ziel ist es, den Beitrag von Energiespeichern zu Versorgungssicherheit, Netzstabilität, Wettbewerbsfähigkeit und leistbarer Energie in Österreich sichtbar zu machen und aktiv voranzutreiben.

Bundesverband Energiespeicher Österreich
Mag. Melanie Laure
Telefon: +436648258579
E-Mail: office@energiespeicher-oesterreich.at

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