Rote Karte gegen Kinderarbeit: Fair Play muss auch in globalen Lieferketten gelten
Rote Karte gegen Kinderarbeit: Fair Play muss auch in globalen Lieferketten gelten
Zum Start der Fußball-WM und anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordern der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) und sein entwicklungspolitischer Verein _solidar Austria_: Fair Play muss überall gelten. Wer im Stadion Respekt, Regeln und Verantwortung einfordert, muss auch bei Fußbällen, Trikots, Sportartikeln und anderen Produkten globaler Lieferketten genau hinsehen. Weltweit sind laut aktuellen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und UNICEF noch immer rund 140 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen, über 50 Millionen von ihnen unter gefährlichen Bedingungen.
Obwohl die Zahl der arbeitenden Kinder seit 2000 deutlich gesunken ist, hat die Weltgemeinschaft ihr Ziel verfehlt, Kinderarbeit bis 2025 zu beenden. Um das UN-Nachhaltigkeitsziel 8.7 wenigstens bis 2030 zu erreichen, müssten die Fortschritte elfmal schneller erreicht werden als bisher. Gerade deshalb braucht es verbindliche politische Schritte statt wohlklingender Bekenntnisse.
„Fair Play ist im Fußball selbstverständlich – es muss endlich auch in globalen Lieferketten gelten. Kinderarbeit verschwindet nicht durch Appelle, sondern dann, wenn Erwachsene von ihrer Arbeit leben können, Gewerkschaften stark sind und Arbeitsrechte durchgesetzt werden. Wer Kinderarbeit bekämpfen will, muss existenzsichernde Löhne, soziale Absicherung und gute Arbeit für die Eltern sichern“_, _betont Isabelle Ourny, Internationale Sekretärin im ÖGB, während einer Medienaktion in der Gewerkschaftszentrale am Donnerstag.
ÖGB und _solidar Austria_ verweisen darauf, dass Kinderarbeit kein individuelles Versagen von Familien ist, sondern Folge von Armut, fehlender sozialer Absicherung und ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Wo Erwachsene keine existenzsichernden Löhne erhalten, wo soziale Sicherung fehlt und Bildung nicht abgesichert ist, werden Kinder in Arbeit gedrängt. Die wirksamsten Mittel gegen Kinderarbeit sind daher menschenwürdige Arbeit für Erwachsene, starke Gewerkschaften, kostenlose und hochwertige Bildung, soziale Sicherungssysteme sowie verbindliche Gesetze entlang globaler Lieferketten.
„Wenn Millionen Menschen die Fußball-WM verfolgen, dann ist das auch der richtige Moment, über die Bedingungen hinter den Produkten des globalen Sports zu sprechen. Wer Fair Play ernst meint, darf bei Kinderarbeit nicht wegsehen. Österreich und die EU müssen Unternehmen zu verbindlicher Sorgfalt verpflichten, Produkte aus Ausbeutung zurückdrängen und endlich jene Regeln schaffen, die Kinder schützen statt Profite“, fordert Michael Wögerer, Projektleiter von _solidar Austria_.
Passend zum diesjährigen Welttag gegen Kinderarbeit rufen die Vereinten Nationen und die ILO dazu auf, der Kinderarbeit die Rote Karte zu zeigen. Dieser Appell gilt auch für Politik und Wirtschaft in Europa: Freiwilligkeit schützt keine Kinder. Es braucht wirksame Unternehmensverantwortung, klare Kontrollen und den politischen Willen, Kinderrechte in Lieferketten tatsächlich durchzusetzen.
WEITERE INFORMATIONEN:
Kampagne „WIR GEGEN KINDERARBEIT“: netzwerkinternational.at/wir-gegen-kinderarbeit
Mag. Michael Wögerer (solidar Austria): 0664 7810 3189
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender