FPÖ – Kassegger/Hammerl zum morgigen Strompreisrekord: „Billigstrommärchen von ÖVP-Minister Hattmannsdorfer zerbricht im Belastungstest“
FPÖ – Kassegger/Hammerl zum morgigen Strompreisrekord: „Billigstrommärchen von ÖVP-Minister Hattmannsdorfer zerbricht im Belastungstest“
Day-Ahead-Marktkopplungsauktion zeigt fatale Wetterabhängigkeit des Stromsystems – FPÖ fordert Ausbau von Gas- und Wasserkraftwerken sowie Abschaffung der CO2-Bepreisung
Die aktuelle Day-Ahead-Marktkopplungsauktion für die österreichische Gebotszone hat für morgen den nächsten massiven Strompreisrekord geliefert. In der europäischen Strommarktkopplung wird der Marktpreis in 15-Minuten-Marktzeitintervallen über den Preiskopplungsalgorithmus EUPHEMIA ermittelt. Das Ergebnis ist alarmierend: Obwohl der durchschnittliche Börsenstrompreis morgen bei rund zehn Cent pro Kilowattstunde netto liegt, steigt der Preis ab 18 Uhr sprunghaft an und erreicht um 19:45 Uhr einen Spitzenwert von fast 53 Cent pro Kilowattstunde netto. Erst ab 22 Uhr sinkt der Preis wieder, um Mitternacht liegt er noch immer bei 16,57 Cent pro Kilowattstunde netto.
Für die freiheitlichen Energiesprecher NAbg. Axel Kassegger und NAbg. Paul Hammerl ist damit klar: „Hattmannsdorfers Märchen vom Billigstromgesetz hat wieder einmal den Realitätscheck nicht überlebt. Die schwarz-rot-pinke Regierung hat den Menschen dynamische Stromtarife als Sparmodell verkauft, in Wahrheit werden private Haushalte und Gewerbetreibende damit direkt in die spekulative Realität des hochvolatilen Spotmarktes getrieben.“
Deutliche Kritik richteten Kassegger und Hammerl an ÖVP-Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer. „Hattmannsdorfer hat sich mit einer großen PR-Show dafür gefeiert, dass Stromlieferanten dynamische Tarife anbieten müssen. Er hat den Menschen suggeriert, sie könnten damit automatisch von billigen Börsepreisen profitieren. Tatsächlich hat er sie auf ein Strompreis-Trampolin gestellt. Bei Schönwetter geht es scheinbar nach unten, beim ersten Belastungstest schleudert es die Preise unkontrolliert nach oben“, erklärten die beiden Abgeordneten.
Die FPÖ habe vor genau diesem Risiko gewarnt. „Unsere Warnungen wurden belächelt, negiert und als Panikmache abgetan. Jetzt passiert exakt das, wovor wir gewarnt haben. Der Spotmarkt liefert keine verlässliche Entlastung, sondern extreme Preisspitzen. Wer abends Strom braucht, weil gekocht, gekühlt, gewaschen, gearbeitet oder produziert werden muss, kann diesen Preisen nicht einfach ausweichen“, so die Abgeordneten.
Der aktuelle Preissprung sei auch fachlich kein Zufall, sondern Ausdruck eines zunehmend wetterabhängigen Stromsystems. „Es ist zu kurz gegriffen, nur auf den Wegfall von Photovoltaik in den Abendstunden zu verweisen. Das eigentliche Problem ist viel größer. Bei Hitze steigt der Strombedarf durch Kühlung, gleichzeitig schwächelt die Windkraft, weil Hitzeperioden häufig mit Hochdrucklagen und Flauten einhergehen. Dazu kommt, dass Wasserkraft bei niedriger Wasserführung weniger liefert und Kernkraftwerke in Europa bei hohen Flusstemperaturen Kühlprobleme bekommen können. Wenn dann zu wenig steuerbare Kraftwerke verfügbar sind, wird der Strommarkt zum Wettercasino“, erklärten die beiden Energiesprecher.
Genau diese Wetterabhängigkeit sei das Ergebnis einer ideologisch einseitigen Energiepolitik. „In den letzten Jahren wurden konventionelle Kraftwerke stillgelegt, verhindert oder politisch schlechtgeredet. Gleichzeitig wurde so getan, als könne man ein Industrieland allein mit wetterabhängiger Erzeugung sicher und günstig versorgen. Jetzt zeigt sich aber ganz transparent die Realität, denn wenn nicht ausreichend Erzeugungsangebot am Markt ist, explodiert der Preis“, so Kassegger und Hammerl.
Die extremen Abendpreise seien daher keineswegs mehr bloß Ausdruck reiner Erzeugungskosten. „Das sind Knappheitspreise. In diesen Stunden wird nicht nur bezahlt, was die Erzeugung kostet, sondern was die wenigen noch liefernden Kraftwerke verlangen. Unser Energiesystem wurde damit der gesicherten Leistung beraubt. Wir haben uns damit in die nächste Abhängigkeit manövriert, nämlich in die Abhängigkeit von wetterabhängiger Energieerzeugung und von jenen Marktakteuren, die in Knappheitsstunden noch verfügbar sind“, betonten die beiden Energiesprecher.
Besonders fatal seien die CO2-Kosten, die gerade jene Kraftwerke verteuern, die in solchen Situationen gebraucht werden. „Wenn in der Merit-Order ein Gaskraftwerk den Preis setzt, schlagen Brennstoffkosten und CO2-Kosten unmittelbar auf den Marktpreis durch. Der CO2-Preis hat sich gegenüber früheren Niveaus nahezu verfünfzehnfacht und ist zu einem der zentralen Kostentreiber im Stromsystem geworden. Es sind diese politisch verursachten CO2-Kosten, die Gaskraftwerke künstlich verteuern und damit in Knappheitsstunden den gesamten Strompreis nach oben treiben“, stellten Kassegger und Hammerl klar.
Die FPÖ stehe daher für eine Energiepolitik ohne Ideologie, ohne moralische Überheblichkeit und ohne grüne Märchenerzählungen. „Es muss endlich wieder die Fachexpertise zählen, nicht das Märchen von Windrädern als Freiheitsstatuen und Misthaufen als Gaskraftwerken. Gerade jetzt sieht man, wie hoch die Rechnungen sind, die uns Sonne und Wind schicken können. Versorgungssicherheit ist keine Frage der Gesinnung, sondern der Physik. Ein Stromsystem braucht gesicherte Leistung, Speicher, Netze und planbare Kraftwerke“, sagte Kassegger und Hammerl.
„Technologieoffenheit bedeutet, jene Technologien einzusetzen, die Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Standortqualität tatsächlich gewährleisten. Dazu gehören moderne Gaskraftwerke als notwendige Brücke und Sicherheitsnetz, der Ausbau der heimischen Wasserkraft und eine klare Entlastung von künstlichen CO2-Kosten. Wer das aus ideologischen Gründen verweigert, macht Strom teurer und gefährdet Betriebe sowie Haushalte“, hielten Kassegger und Hammerl.
Die FPÖ fordert daher einen echten energiepolitischen Systemwechsel, nämlich den Ausbau moderner Gaskraftwerke und Wasserkraftanlagen, die Abschaffung der CO2-Bepreisung, eine Entlastung bei Steuern und Abgaben auf Energie sowie ein Ende der politischen Bewerbung hochriskanter dynamischer Stromtarife für private Haushalte und Gewerbetreibende. „Hattmannsdorfer hat den Menschen Billigstrom versprochen. Geliefert hat er ihnen ein Preissystem, das bei jedem Wetterphänomen ausschlägt wie ein Fieberthermometer. Das Billigstrommärchen dieser Regierung ist von der Realität widerlegt worden und das nicht einmal, sondern jetzt zum wiederholten Mal. Österreich braucht keine PR-Shows, sondern endlich eine Energiepolitik nach Physik, Ökonomie und Hausverstand“, so Kassegger und Hammerl.
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