30 bis 40 Prozent stornieren auf Hütten – Alpenverein appelliert an verantwortungsvolles Reservieren
30 bis 40 Prozent stornieren auf Hütten – Alpenverein appelliert an verantwortungsvolles Reservieren
Alpenvereinshütten an begehrten Zielen im Sommer stark ausgelastet: Wo oft auch kurzfristig noch Schlafplätze frei sind
30 BIS 40 PROZENT DER RESERVIERUNGEN AUF ALPENVEREINSHÜTTEN WERDEN WIEDER STORNIERT. DIE HOHE WETTERABHÄNGIGKEIT UND ZUNEHMENDE MEHRFACHRESERVIERUNGEN, BEI DENEN SICH GÄSTE MEHRERE OPTIONEN OFFENHALTEN UND OFT ERST KURZFRISTIG ENTSCHEIDEN, STELLEN HÜTTENWIRTSLEUTE VOR ORGANISATORISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN. TROTZ DER HOHEN STORNOQUOTE ZEIGT DIE AKTUELLE RESERVIERUNGSLAGE, DASS BESONDERS DIE ALPENVEREINSHÜTTEN AN BEKANNTEN GIPFELN UND WANDERWEGEN IM SOMMER STARK AUSGELASTET SIND. DER ÖSTERREICHISCHE ALPENVEREIN STELLT DAHER HÜTTEN ABSEITS DER STARK FREQUENTIERTEN ROUTEN VOR, AUF DENEN SICH HÄUFIG AUCH KURZFRISTIG NOCH FREIE SCHLAFPLÄTZE FINDEN LASSEN.
Die Auslastung der Übernachtungsplätze auf Alpenvereinshütten in Österreich ist hoch – besonders auf bekannten und stark frequentierten Hütten. Wer sich einen Schlafplatz sichern möchte, sollte daher frühzeitig reservieren, etwa über das Online Hütten Reservierungssystem der Alpenvereine. Gleichzeitig stieg die Zahl der Stornierungen in den letzten Jahren an: „Auf den Hütten des Österreichischen Alpenvereins werden mittlerweile 30 bis 40 Prozent aller Reservierungen wieder abgesagt. 2022 lag die Stornoquote noch bei 15 Prozent“, weiß CAROLIN SCHARFENSTEIN VON DER ABTEILUNG HÜTTEN UND WEGE IM ÖSTERREICHISCHEN ALPENVEREIN. Und weiter: „Für die Hütten ergeben sich dadurch konkrete Probleme: Stornierungen erfolgen oft sehr kurzfristig, sodass freie Plätze nicht mehr nachbesetzt werden können. Das erschwert die Planung von Personal und Versorgung erheblich.“
Problematisch sind auch sogenannte No-Shows: Erscheinen Gäste ohne Absage nicht auf der Hütte, bleibt oft unklar, ob sie möglicherweise in Bergnot geraten sind. Das kann im Zweifelsfall eine größere Suchaktion auslösen.
DER ALPENVEREIN APPELLIERT DAHER AN GÄSTE, VERANTWORTUNGSVOLL ZU RESERVIEREN: Gebucht werden sollten nur Plätze, die auch tatsächlich in Anspruch genommen werden. Ebenso gehört auch die verlässliche Absage zum guten Ton, falls der Schlafplatz doch nicht benötigt wird.
„Wirtschaftlich schwerer als entgangene Nächtigungseinnahmen, die zum größten Teil von den hüttenbesitzenden Sektionen eingenommen werden, wiegt für die Hüttenwirtsleute der Ausfall von Konsumationsumsätzen. Davon leben sie letztlich“, ergänzt Scharfenstein.
WARUM RESERVIERUNGEN AUF HÜTTEN HÄUFIG ABGESAGT WERDEN
Die Gründe für die gestiegenen Stornoquoten sind vielfältig: Weil Schlafplätze vor allem auf bekannten und stark frequentierten Hütten knapp sind, wird oft früh reserviert und erst später entschieden, ob die Buchung tatsächlich wahrgenommen wird. Häufig werden mehrere Optionen gebucht und erst kurz vor der Tour anhand von Wetterlage und Bedingungen ausgewählt. Schlechtes Wetter führt oft zu kurzfristigen Absagen.
Hinzu kommt, dass die Online-Reservierung zwar viele Vorteile bietet, gleichzeitig aber die Hemmschwelle für kurzfristige Stornierungen senkt, da der persönliche Kontakt mit den Hüttenwirtsleuten häufig entfällt. Eine Rolle spielen auch die vergleichsweise niedrigen Stornokosten: Der Österreichische Alpenverein empfiehlt seinen Hüttenwirtsleuten – bei Nächtigungspreisen von durchschnittlich rund 15 Euro für Mitglieder im Matratzenlager – ab fünf Tagen vor dem Aufenthalt eine Stornogebühr von 10 Euro pro Person und Nacht einzuheben.
HOHE AUSLASTUNG IM SOMMER – WENIGER FREQUENTIERTE HÜTTEN ALS ALTERNATIVE
Trotz der hohen Stornoquote zeigt die aktuelle Reservierungslage, dass besonders bekannte Alpenvereinshütten im Sommer stark ausgelastet sind. Der Alpenverein empfiehlt daher, auf Termine unter der Woche sowie außerhalb von Ferien- und Feiertagszeiten auszuweichen und Hüttenrunden oder Weitwanderwege gegebenenfalls in der entgegengesetzten Richtung zu begehen. Zudem lohnt es sich, Touren individuell zu planen, anstatt ausschließlich den bekannten und stark frequentierten Routenvorschlägen zu folgen.
„Gleichzeitig bieten Stornierungen auch Chancen: Für Kurzentschlossene entstehen immer wieder freie Plätze. Besonders bei stark nachgefragten Hütten lohnt es sich, kurzfristig nach Verfügbarkeiten zu suchen oder Wartelisten zu nutzen“, betont Scharfenstein auch die positive Seite von Stornierungen. Ein Blick in das Online-Hütten-Reservierungssystem lohnt sich daher regelmäßig, da dort frei werdende Plätze unmittelbar ersichtlich sind.
Neben stark frequentierten Hütten gibt es auch viele weniger besuchte Alternativen. Diese Hütten liegen oft etwas abgelegen oder abseits der bekannteren Wanderwege und sind weniger stark ausgelastet. AUF DIESEN HÜTTEN IN NIEDERÖSTERREICH, DER STEIERMARK, OBERÖSTERREICH, KÄRNTEN, SALZBURG, TIROL UND VORARLBERG GIBT ES HÄUFIG AUCH KURZFRISTIG FREIE SCHLAFPLÄTZE: WWW.ALPENVEREIN.AT/PORTAL/HUETTEN-WEGE/RUHIGE-HUETTEN.PHP
ONLINE-KAMPAGNE „HÜTTEN REALITY CHECK“
Der Österreichische Alpenverein hat gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein, dem Alpenverein Südtirol und dem Schweizer Alpen-Club die Online-Kampagne „Hütten Reality Check“ gestartet. Sie macht sichtbar, was hinter dem Betrieb einer Berghütte steckt, und zeigt, wie Gäste mit guter Vorbereitung, Fairness und Rücksicht zu einem gelungenen Miteinander beitragen können. Dabei geht es unter anderem auch darum, warum rechtzeitige Reservierungen und Stornierungen wichtig sind.
LINKS ZUM THEMA „HÜTTENBESUCH PLANEN”:
* Von A bis Z – vom Almtaler Haus bis zur Zittauer Hütte: Wo oft auch kurzfristig noch Schlafplätze frei sind: www.alpenverein.at/portal/huetten-wege/Ruhige-Huetten.php
* Öffnungszeiten: www.alpenverein.at/portal/huetten-wege/huettenoeffnungszeiten.php
* Hütten reservieren: Online-Hütten-Reservierungssystem
* Für Weitwandernde: Verfügbarkeit mehrerer Hütten gleichzeitig abfragen: Online-Tool „Bettencheck“
* Last-Minute-Hüttenbett: Last-Minute-Hüttenbuchung
PASSENDES BILDMATERIAL ZUM DOWNLOAD IM PRESSEBEREICH: WWW.ALPENVEREIN.AT/PRESSE
Mag. Peter Neuner-Knabl
Österreichischer Alpenverein
E-Mail: presse@alpenverein.at
Mobil: +43/664/88970005
Website: www.alpenverein.at
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