Rückschritt für den Tierschutz: Wien kritisiert Bundes-Novelle zur Sachkunde
Rückschritt für den Tierschutz: Wien kritisiert Bundes-Novelle zur Sachkunde
Wien. Was sich schon in der Begutachtungsphase abgezeichnet hat, wird nun enttäuschende Wirklichkeit: Die mit 18. Juni verlautbarte Bundes-Novelle rund um die Sachkunde für angehende Tierhalter*innen verfehlt die ursprünglich ambitionierten Ziele und stößt die Bundesländer vor den Kopf, die schon vor Einführung eines bundesweiten Sachkundenachweises hochqualitative ländereigene Regelungen getroffen haben.
So hat Wien stets darauf gedrängt, dass die Abhaltung des Hunde-Sachkundenachweises ausschließlich jenen Hundetrainer*innen vorbehalten bleibt, die das staatliche Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte*r Hundetrainer*in“ tragen – nicht nur aufgrund der jahrelangen positiven Erfahrungen mit dem „Wiener Modell“ der Sachkunde, sondern auch weil es keine anderen objektiven Maßstäbe abseits von selbsterstellten Eigenqualifikationen verschiedenster Hunde(sport)vereine gibt.
Dazu der Wiener Tierschutzstadtrat Jürgen Czernohorszky/die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva-Marie Persy: “Mit der Bundes-Novelle dürfen ab jetzt auch Personen mit zu hinterfragenden Einstellungen zum Hundetraining als Ausbildner für unbedarfte Bürger*innen fungieren, denn die von Bundesseite nun als geeignet anerkannten Hunde(sport)vereinsqualifikationen basieren lediglich auf Eigenlegitimation.“
Das staatliche Gütesiegel „Tierschutzqualifizierte“r Hundetrainer*in“ hingegen steht seit 2012 für geprüfte Qualität und hohe Tierschutzstandards. Zur Erlangung und Nutzung des Siegels müssen sich die Anwärter*innen (egal mit welchem Hintergrund – die Prüfung steht allen offen) einer staatlich legitimierten Prüfungskommission stellen und laufend Weiterbildungen besuchen. Ebenso ist die Aberkennung der Qualifikation genau geregelt.
„Mit der Novelle werden hochqualitative ländereigene Regelungen massiv geschwächt“, kritisiert Wiens Tierschutzstadtrat/die Wiener Tierschutzombudsfrau.
„Besonders unverständlich ist, dass der Bund nicht auf bereits etablierte und in der Praxis bewährte Sachkundemodelle mit hohen Tierschutzstandards zurückgegriffen hat, wie etwa die Wiener Hunde- und Exoten-Sachkundeformate. Diese Modelle zeigen seit Jahren, dass qualitätsgesicherte Ausbildung und klare Kriterien im Interesse von Tier und Halter*in funktionieren.“
Wien bekennt sich weiterhin zu hohen Tierschutzstandards in der Hundeausbildung und lehnt jede Form der Verwässerung jener Qualitätskriterien ab, die sich seit Jahren in der Praxis bewährt haben. „Gerade bei der Vorbereitung künftiger Hundehalter*innen braucht es verlässliche, objektive und staatlich geprüfte Maßstäbe statt unklarer Eigenlegitimationen. Unser Ziel ist es daher, den in Wien angebotenen Hunde-Sachkundenachweis an die Vorgaben der Bundes-Novelle anzupassen und dabei dennoch die hohen Wiener Standards weiterhin anbieten zu können.“, so Wiens Tierschutzstadtrat/die Wiener Tierschutzombudsfrau.
Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)
Eva-Maria Persy
Tierschutzombudsstelle Wien
Tel.: 01 3180076 75071
E-Mail: eva.persy@tow-wien.at
Michaela Zlamal
Mediensprecherin StR Jürgen Czernohorszky
Telefon: +43 1 4000 81446
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