45. WdF-Einkommensstudie zu Management-Gehältern & Gender-Gap
45. WdF-Einkommensstudie zu Management-Gehältern & Gender-Gap
Seit 1982 zeigen Führungskräfte volle Transparenz auch ohne EU-verordnetes Einkommenstransparenzgesetz. Sonderteil 2026: Risikobewusstsein und Hygienefaktoren.
Für die Erstellung der 45. WdF-Einkommensstudie wurden die Angaben von 632 Führungskräften aus der ersten und zweiten Führungsebene durch das Marktforschungsinstitut TRICONSULT gesammelt und ausgewertet. Die Studie wurde durch die Kanzlei Drachsler-Linzer notariell begleitet.
BESONDERS BELASTENDE KOSTENBEREICHE
Zwei Kostenbereiche sind es, die von den österreichischen Führungskräften derzeit als besonders belastend erlebt werden: Löhne und Lohnnebenkosten, also die Kosten vor Arbeit. Jeweils mehr als zwei Drittel der Befragten nennen diese beide Aspekte als besonders belastend.
Energiekosten liegen in dieser Aufzählung der Grausamkeiten der Wettbewerbsfähigkeit gleichauf mit den regulatorischen Auflagen und den Bürokratiekosten sowie den Steuern und Abgaben. Jeweils 44% der Befragten nennen diese Kostenbereiche als sehr belastend.
GESAMTEINKOMMEN
Das Jahreseinkommen der Führungskräfte der ersten Führungsebene ist im Jahresabstand um 4,3% auf 273.900 Euro gestiegen und erreicht damit wieder das Kaufkraftniveau des Jahres 2016. Nach vier Jahren Reallohnverlust ist das ein inflationsbereinigtes Plus von 0,8%.
Die zweite Ebene erzielt ein Jahresgesamteinkommen von 171.300 Euro, um 0,7% mehr als 2024. Inflationsbereinigt sind das für die zweite Führungsebene minus 2,7%.
Das Medianeinkommen beträgt in der ersten Führungseben 220.000 Euro und in der zweiten Führungsebene 150.000 Euro. Im Vergleich dazu betrug das Medianeinkommen laut Statistik Austria von Angestellten im Jahr davor (2024) 65.771 Euro brutto und das von Beamt*innen 75.729 Euro. Das ist eine Steigerung von 8,1% gegenüber dem Vorjahr.
Seit 2020, dem bisherigen Höhepunkt der valorisierten Kaufkraft der Top-Führungskräfte, belaufen sich die realen (inflationsbereinigten) Verluste auf rund 14%.
Netto verdienen die Top-Manager*innen im Schnitt der hier berücksichtigten 426 Befragten der ersten Führungsebene 144.300 Euro, die der zweiten Führungsebene 94.000 Euro.
_KOMMENTAR VON ROMAN TEICHERT, BUNDESVORSITZENDER DES WDF:_
„Seit vielen Jahren schafft die WdF-Einkommensstudie Transparenz über die Vergütung von Führungskräften in Österreich. Die Ergebnisse 2026 zeigen ein klares Bild: Führungskräftegehälter entwickeln sich nicht losgelöst von der wirtschaftlichen Realität. Vergütet werden Verantwortung, Unternehmenserfolg und Leistung – nicht Positionen allein. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich zunehmend darüber entscheidet, ob Unternehmen investieren, Talente halten und attraktive Führungsarbeitsplätze schaffen können. Faire, transparente und leistungsorientierte Vergütung ist deshalb nicht nur eine Frage der Einkommen, sondern auch der Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts.“
_KOMMENTAR VON WOLFGANG HAMMERER, BUNDESGESCHÄFTSFÜHRER DES WDF: _
„Die Einkommen der österreichischen Führungskräfte wachsen marktkonform, hinken aber im internationalen Vergleich nach. Es ist für den Wirtschaftsstandort nicht unwesentlich, auch in der Frage der Manager*innengehälter konkurrenzfähig zu sein. Sie müssen die Aufgaben, Leistung, Verantwortung und Risiken abbilden, unabhängig vom Geschlecht oder Herkunft.“
Das Gesamteinkommen der Manager*innen der ersten Führungsebene setzt sich aus einem höheren Grundgehalt (von 190.300 Euro auf 203.300 brutto) und den variablen Bestandteilen zusammen, die sich im Schnitt auf 92.600 Euro brutto belaufen. 63% (nach zuletzt 59%) der Führungskräfte erhalten einen variablen Gehaltsbestandteil, im Schnitt deutlich weniger als die zuvor erreichten, 98.900 Euro, nämlich 92.600 Euro. Weitere 21% erhielten zusätzliche Geldleistungen, die dabei im Schnitt 62.000 Euro ausmachten.
UNTERNEHMEN SICHER DURCH DIE KRISEN ZU STEUERN, STEHT IM VORDERGRUND
Es ist die einzigartige Erhebung des WdF, die seit Jahren klar zeigt, wieviel Führungskräfte in Österreich tatsächlich verdienen. In Österreich herrscht eine gewisse Neiddiskussion, die „die da oben“ adressiert, behauptet dass Managerinnen und Manager zu viel verdienen. Diese Verantwortung zu tragen und ihr gerecht zu werden, wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Nach wie vor gilt es in erster Linie, das Unternehmen in Zeiten multipler Krisen auf Kurs zu halten. Hauptkriterien für die Bezahlung erfolgsabhängiger Zahlungen sind in erster Linie Gewinn und Zielerreichung.
Die Einkommen der Top-Manager*innen sind in erster Linie von Leistung und dann natürlich vom Umfang der Verantwortung abhängig. Das zeigt sich deutlich in der Gliederung nach Umsatzklassen. Dabei zeigt sich aber auch, dass die größten Unternehmen erneut zurückhaltender agieren als die umsatzschwächeren Gruppen
FRAUEN IM MANAGEMENT
Das WdF hat vor einem Jahr die Initiative „Women Leadership Alliance“ gestartet. Diese Aktivität soll sich auch in der Einkommenserhebung niederschlagen. Der Anteil an Frauen in der Stichprobe dieser Untersuchung kann sukzessive gesteigert werden. Aktuell sind es 95 von 632 Respondent*innen Diese befragten Frauen verdienen im Schnitt deutlich mehr als ihre Kolleginnen im Jahresabstand. Das ist aber kein belastbares Ergebnis, da bei so kleinen Samples schon einige wenige Befragte das Ergebnis in die eine oder andere Richtung massiv beeinflussen können.
Was wir aber bei dieser Stichprobe analysieren konnten, sind die strukturellen Unterschiede zu den befragten Männern. In der Stichprobe sind die befragten Frauen jünger, weniger lange im Unternehmen, haben deutlich seltener technische Ausbildungen und sind viel seltener in CEO-Funktionen. Diese strukturellen Unterschiede gilt es in den kommenden Erhebungen aufzufangen; dazu ist aber auch eine Weiterentwicklung der Führungsstrukturen in den österreichischen Unternehmen notwendig.
WANDEL BEI FIRMENAUTOS
Die immer wieder umstrittenen Symbole der Führungskräfte – die Firmenautos – unterliegen einem eklatanten Wandel. Nicht nur, dass die alternativen Antriebsformen Hybrid und Elektro die Kohlenwasserstoffe deutlich überholt haben, sind es mittlerweile 23% der ersten und 19% der zweiten Führungsebene, die mit einem Klimaticket des Arbeitgebers in Österreich unterwegs sind.
MOBILITÄT ALS VORAUSSETZUNG
Mehr als 15 Überstunden im Schnitt pro Woche, in 66% der Fälle Verantwortung für weitere Unternehmensstandorte: Von den Top-Manager*innen wird auch physisch viel verlangt. Die Arbeitgeber honorieren die Mobilität ihrer Führungskräfte. Wer mehr als 80 Tage pro Jahr unterwegs ist bezieht mehr als das doppelte Einkommen der Kolleg*innen, die nur (sehr) wenig unterwegs sind.
BESONDERS BELASTENDE KOSTENBEREICHE
Löhne und Lohnnebenkosten, also die Kosten vor Arbeit, belasten die Führungskräfte am meisten. Jeweils mehr als zwei Drittel der Befragten nennen diese beide Aspekte als besonders belastend.
Energiekosten liegen gleichauf mit den regulatorischen Auflagen und den Bürokratiekosten sowie den Steuern und Abgaben. Jeweils 44% der Befragten nennen hier diese Kostenbereiche.
AUSWIRKUNGEN AUF DIE INVESTITIONEN
Von den Kosten für Energie und Abgaben lassen sich 28% bei ihren Investitionsplänen überhaupt nicht beeindrucken, die Investitionen werden in jedem Fall getätigt. 58% aber investieren zurückhaltender, wobei aber lediglich 17% deutliche Reduktionen des Volumens vornehmen. Es ist daher nicht erstaunlich, dass 37% der Befragten diese Kostengruppe als wesentliche Einflussgröße bei Standortentscheidungen sehen.
ÜBER DAS WDF
_Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF) wurde 1979 gegründet und vertritt rund 3.000 Manager und Entscheidungsträger aus allen Ebenen und ist somit Österreichs größtes parteipolitisch unabhängiges Führungskräftenetzwerk. Das WdF bietet branchenübergreifenden Austausch und ein tragfähiges Netzwerk zur fachlichen Unterstützung von Führungskräften und Nachwuchsführungskräften (Young Leaders Forum). Neben zahlreichen Umfragen, wie u.a. der Einkommensstudie, werden eine Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten zur Arbeitswelt der Führungskräfte durchgeführt. _
Wirtschaftsforum der Führungskräfte
Flori Mulaj, BA
Telefon: 01 7126510 2422
E-Mail: f.mulaj@wdf.at
Website: https://www.wdf.at
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