Hattmannsdorfer fordert Nachschärfungen beim EU-Autopaket: Technologieoffenheit, faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Made in Europe
Hattmannsdorfer fordert Nachschärfungen beim EU-Autopaket: Technologieoffenheit, faire Wettbewerbsbedingungen und mehr Made in Europe
WIRTSCHAFTSMINISTER BEIM ROUND TABLE MIT DER HEIMISCHEN AUTOMOBIL- UND ZULIEFERINDUSTRIE: HATTMANNSDORFER FÜR MEHR FLEXIBILITÄT IM EU-AUTOMOTIVE-PACKAGE, FORDERT ABER KLARE TECHNOLOGIEOFFENHEIT, PLANBARKEIT UND MEHR EUROPÄISCHE WERTSCHÖPFUNG
_„Echte Technologieoffenheit heißt: Klimaziele erreichen, ohne einzelne Technologien politisch auszuschließen. Deshalb müssen erneuerbare Kraftstoffe gleichwertig anerkannt werden. Gleichzeitig braucht Europa einen stärkeren Schutz vor unfairer Konkurrenz aus China und klare Made-in-Europe-Vorgaben bei Batteriekomponenten. Wer die Transformation der Autoindustrie ernst meint, muss Investitionen in Europa erleichtern – durch bessere Finanzierung, steuerliche Entlastungen und faire Wettbewerbsbedingungen. Unser Ziel ist klar: Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze müssen in Europa bleiben“, so WIRTSCHAFTSMINISTER WOLFGANG HATTMANNSDORFER._
_„Für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Österreich ist es erfreulich, dass das Wirtschaftsministerium das Automotive Package samt der darin enthaltenen Technologieoffenheit, Flexibilisierung der Zielvorgaben, Anerkennung von Carbon Neutral Fuel-Fahrzeugen und Anrechenbarkeit nachhaltiger Vorprodukte und Treibstoffe unterstützt“ _ergänzt Geschäftsführer des Fachverbandes der Fahrzeugindustrie ANDREAS GAGGL_._
_„Der heutige Gipfel ist ein wichtiges Signal, dass die Bundesregierung die Herausforderungen der Automobil- und Zuliefer-Industrie ernst nimmt. Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat mit dieser Initiative einen sichtbaren Impuls gesetzt, um Industrie und Politik an einen Tisch zu bringen. Jetzt gilt es, die Wettbewerbsfähigkeit Europas wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Europas Industrie braucht einen Kurs, der Wettbewerbsfähigkeit, Technologieoffenheit und Klimaschutz verbindet. ‚Made in Europe‘ muss wieder zu einem Erfolgsmodell werden. Dazu gehört, alle nachhaltigen Technologien und Lösungen anzuerkennen – von der Elektromobilität bis zu erneuerbaren Kraftstoffen. Jetzt braucht es den Mut, die richtigen Weichen für Wachstum, Innovation und Beschäftigung zu stellen. Nur so können wir Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa sichern“, so _CHRISTOPH NEUMAYER, GENERALSEKRETÄR DER INDUSTRIELLENVEREINIGUNG.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat Vertreterinnen und Vertreter der österreichischen Automobil- und Zulieferindustrie zu einem Round Table geladen. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlichen Entwicklungen im Automotive-Sektor sowie die Position des Ministers zum EU-Automotive-Package, das derzeit in Brüssel verhandelt wird. Für Österreich steht viel auf dem Spiel: Die heimische Fahrzeug- und Zulieferindustrie umfasst rund 900 Unternehmen mit mehr als 190.000 Beschäftigten und einer Exportquote von 87 Prozent. Der internationale Druck wächst: Die weltweite Pkw-Produktion stieg 2025 laut aktuellem ACEA-Marktbericht um 4,2 Prozent auf 78,7 Millionen Fahrzeuge – der Anteil der EU liegt aber nur noch bei 14,6 Prozent.
DIE POSITION VON WIRTSCHAFTSMINISTER HATTMANNSDORFER
Der Vorschlag wird nun von Rat und Europäischem Parlament verhandelt. Hattmannsdorfer setzt sich für Nachschärfungen in zentralen Bereichen ein:
* ERNEUERBARE KRAFTSTOFFE GLEICHWERTIG ZU ELEKTROMOBILITÄT ANERKENNEN: Echte Technologieoffenheit bedeutet, klimafreundliche Lösungen nicht gegeneinander auszuspielen. Die vorgesehene 90+10-Regelung ist ein erster Schritt, reicht aber nicht aus. Europa muss Investitionen in grüne Vorprodukte und erneuerbare Kraftstoffe belohnen, statt Unternehmen mit Strafzahlungen zu belasten. Grüner Stahl, Aluminium und erneuerbare Kraftstoffe müssen bereits innerhalb der 90 Prozent anrechenbar sein. Ein mit erneuerbaren Kraftstoffen betriebener Verbrenner darf jedenfalls nicht schlechtergestellt werden als andere emissionsarme Technologien.
* EUROPÄISCHE INDUSTRIE VOR UNFAIRER KONKURRENZ AUS CHINA SCHÜTZEN: Die europäische Auto- und Zulieferindustrie darf im globalen Wettbewerb nicht durch Dumpingpreise, staatliche Subventionen und Wettbewerbsverzerrungen benachteiligt werden. Es kann nicht sein, dass batterieelektrische Fahrzeuge aus China von Ausgleichszöllen erfasst werden, Plug-in-Hybride aber durch eine Regelungslücke davon ausgenommen sind. Deshalb braucht es eine konsequente Nachschärfung der Anti-Dumping- und Anti-Subventionsinstrumente auf europäischer Ebene. Wer europäische Industrie schützen will, darf keine Schlupflöcher zulassen. Faire Wettbewerbsbedingungen sind die Voraussetzung dafür, dass Wertschöpfung, Investitionen und Arbeitsplätze in Europa bleiben.
* MADE IN EUROPE BEI BATTERIEKOMPONENTEN STÄRKEN UND INVESTITIONEN ERLEICHTERN: Europa darf bei der Transformation der Mobilität nicht in neue Abhängigkeiten geraten. Deshalb braucht es klare Made-in-Europe-Vorgaben bei zentralen Batteriekomponenten – von Vorprodukten über Zellfertigung bis hin zu kritischen Materialien. Gleichzeitig müssen Investitionen in europäische Batterieproduktion, neue Antriebe und industrielle Wertschöpfung durch bessere Finanzierungsmöglichkeiten und steuerliche Erleichterungen unterstützt werden. So bleiben Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätze in Europa.
* INNOVATION, DIGITALISIERUNG UND HALBLEITER ALS INDUSTRIELLE BASIS STÄRKEN: Die Zukunft der Autoindustrie entscheidet sich nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei Software, Chips, Sensorik, Automatisierung und digitaler Produktion. Europa muss bei diesen Schlüsseltechnologien unabhängiger und stärker werden. Deshalb braucht es gezielte Investitionen in Innovation, digitale Infrastruktur und Halbleiterkompetenz – damit das Auto der Zukunft nicht nur in Europa gebaut, sondern auch mit europäischer Technologie entwickelt wird.
AUTOMOBIL- UND ZULIEFERINDUSTRIE AUF EINEN BLICK
* Rund 900 Unternehmen im automotiven Wertschöpfungsbereich
* Mehr als 190.000 Beschäftigte im Bereich Automotive; inklusive vor- und nachgelagerter Wirtschaftsbereiche rund 368.000
* Exportquote von 87 Prozent (2024)
* Besondere Bedeutung für Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Vorarlberg
* Für Q1 2026 stellt die Statistik Austria für Branche C29 – Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen folgendes fest: Die abgesetzte Produktion lag im Jänner bei 1,342 Mrd. Euro und -11,9 Prozent, im Februar bei 1,508 Mrd. Euro und +15,1 Prozent, im März bei 1,583 Mrd. Euro und +15,0 Prozent. Zusammengerechnet ergibt das rechnerisch rund 4,43 Mrd. Euro im 1. Quartal 2026 und etwa +5,3 Prozent nominell gegenüber Q1 2025.
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
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