ÖGB-Neumayer-Stickler: Krank arbeiten darf nicht zur Normalität werden – Gesundheit ist kein Verhandlungsgegenstand

ÖGB-Neumayer-Stickler: Krank arbeiten darf nicht zur Normalität werden – Gesundheit ist kein Verhandlungsgegenstand

Immer mehr Menschen gehen trotz Krankheit arbeiten – der ÖGB fordert bessere Arbeitsbedingungen, mehr Prävention und Schutz für Beschäftigte.

Die heute von der AK Oberösterreich vorgelegten Zahlen sprechen eine klare Sprache: Fast drei Viertel der Beschäftigten in Oberösterreich gehen trotz Krankheit arbeiten. Österreichweit waren es 2025 laut Arbeitsklima Index sogar 65 Prozent.

„Wenn Menschen krank arbeiten gehen, ist das kein Erfolg, sondern ein Alarmsignal. Niemand darf das Gefühl haben, trotz Krankheit funktionieren zu müssen, weil sonst Nachteile im Betrieb drohen. Gesundheit ist kein Verhandlungsgegenstand. Wer krank ist, braucht Schutz und Erholung – keinen Druck“, sagt Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des gesundheitspolitischen Referats im ÖGB.

Krank zur Arbeit zu gehen, kann die eigene Gesundheit langfristig gefährden. Erkrankungen können verschleppt werden. Erholungsphasen fehlen. Psychische und körperliche Belastungen nehmen zu. Am Ende leidet nicht nur die einzelne Person, sondern auch die gesamte Arbeitswelt.

Besonders betroffen sind Beschäftigte in Bereichen mit hoher körperlicher oder psychischer Belastung. Wenn Arbeitsdruck, fehlendes Personal und ständige Erreichbarkeit den Alltag bestimmen, steigt auch der Druck, krank zur Arbeit zu erscheinen.

„Die Antwort auf steigende Krankenstände und Belastungen darf nicht Misstrauen gegenüber Beschäftigten sein. Wer Probleme in der Arbeitswelt lösen will, muss bei den Ursachen ansetzen: bei zu hohem Arbeitsdruck, fehlender Prävention und schlechten Rahmenbedingungen. Krank zur Arbeit zu gehen darf keine Normalität werden“, so Neumayer-Stickler.

Der ÖGB warnt davor, die Verantwortung auf Arbeitnehmer:innen abzuwälzen. Beschäftigte brauchen Arbeitsplätze, die gesundes Arbeiten ermöglichen. „Prävention, ausreichend Personal, realistische Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, die Krankheit nicht sanktioniert, sind dafür ein maßgeblicher Baustein“, schließt Neumayer-Stickler.

DER ÖGB FORDERT:

* Bessere Arbeitsbedingungen und wirksame Maßnahmen gegen Arbeitsdruck, Personalmangel und übermäßige Belastungen.
* Mehr Investitionen in Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung, damit Krankheiten verhindert und Beschäftigte geschützt werden.
* Den Schutz von Arbeitnehmer:innen im Krankheitsfall – keine Verschlechterungen bei der Entgeltfortzahlung und keine zusätzlichen Hürden für kranke Menschen.

Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.

ÖGB Kommunikation
Mag. Peter Leinfellner
Telefon: +436503636399
E-Mail: peter.leinfellner@oegb.at

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