ÖGB zum Equal Pension Day: Unser Umlagesystem funktioniert – braucht aber faire Arbeit!
ÖGB zum Equal Pension Day: Unser Umlagesystem funktioniert – braucht aber faire Arbeit!
ÖGB-Frauenvorsitzende Hörmann: „Die Pensionslücke beginnt nicht erst im Ruhestand, sondern bereits am ersten Arbeitstag.“
Am 9. August ist Equal Pension Day. Ab diesem Tag arbeiten Frauen in Österreich statistisch gesehen bis zum Jahresende „gratis“, da ihre Pensionen im Durchschnitt deutlich niedriger sind als die von Männern. Für den ÖGB steht fest: Die Weichen für die Altersarmut von Frauen werden mitten im Erwerbsleben gestellt.
„Niedrige Pensionen sind kein Schicksal und kein persönliches Versagen. Sie sind das Resultat von Strukturdefiziten: fehlende Kinderbetreuung, unbezahlte Care-Arbeit, schlecht bezahlte Frauenbranchen und unfreiwillige Teilzeit. Die Quittung folgt Jahrzehnte später – beim Blick aufs Pensionskonto“, stellt die gf. ÖGB Bundesfrauenvorsitzende Christa Hörmann klar.
STRUKTURELLE HÜRDEN STATT „FREIWILLIGER“ TEILZEIT
Ob magere Einstiegsgehälter, Karenzknicke oder prekäre Jobs: Die Schieflage ist systemisch. „Frauen flüchten nicht freiwillig in die Teilzeitfalle. Sie tun es, weil Betreuungsplätze fehlen oder sie Angehörige pflegen. Wer der Gesellschaft den Rücken stärkt, darf dafür im Alter nicht die Zeche zahlen“, so Hörmann.
DER GENERATIONENVERTRAG FUNKTIONIERT: SOLIDARITÄT KENNT KEIN ALTER
Vehement zurückgewiesen werden vom ÖGB die Versuche, das staatliche Pensionssystem schlechtzureden. Hörmann betont: „Der Generationenvertrag lebt. Die Jungen finanzieren die Älteren, und die heutigen Pensionist:innen haben das Fundament unseres Wohlstands gebaut. Jung und Alt stehen nicht gegeneinander – sie tragen einander. Solidarität kennt kein Alter.“ Wer stabile Pensionen will, müsse jetzt an den Schrauben für gute Arbeit und echte Wahlfreiheit drehen.
ACHT HEBEL GEGEN DIE PENSIONSLÜCKE
Wer die Pensionslücke schließen will, muss die Ursachen an der Wurzel packen. Der ÖGB fordert:
* KINDERBETREUUNGSGARANTIE: Flächendeckender, kostenloser und ganztägiger Ausbau.
* PFLEGE-OFFENSIVE: Stärkere Infrastruktur, mehr Personal und echte Entlastung für pflegende Angehörige.
* FAIR PAY: Höhere Mindestlöhne und -gehälter in typischen Frauenberufen.
* VOLLZEITRECHT: Ein gesetzlicher Anspruch auf Aufstockung statt erzwungener Teilzeit.
* HALBE-HALBE BEI CARE-ARBEIT: Gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit.
* LOHNTRANSPARENZ JETZT: Rasche Umsetzung der EU-Richtlinie gegen den Gender Pay Gap.
* SICHERE KARENZ: Bessere Bewertung der Kindererziehungszeiten in der Pensionsversicherung.
* STARKES STAATLICHES SYSTEM: Konsequenter Schutz vor schleichender Privatisierung.
„Die Pension ist ein Grundrecht, kein Privileg. Die Politik von heute bestimmt die Armut von morgen. Gute Pensionen gibt es nur mit guter Arbeit – generationenübergreifend“, so Hörmann abschließend.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich und setzt sich als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
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