WasserRadar Kärnten: Hochschule Campus Wien bringt KI in die kommunale Wasserversorgung
WasserRadar Kärnten: Hochschule Campus Wien bringt KI in die kommunale Wasserversorgung
Pilotprojekt in Neuhaus nutzt Künstliche Intelligenz für eine resilientere Trinkwasserversorgung – Erkenntnisse sollen auf andere Gemeinden übertragbar sein
Mehr Wetterextreme, längere Trockenperioden und steigender Wasserverbrauch stellen Gemeinden vor neue Herausforderungen. Wie digitale Technologien und Künstliche Intelligenz dabei helfen können, die kommunale Wasserversorgung vorausschauend zu steuern, zeigt das Pilotprojekt „WASSERRADAR KÄRNTEN“ in der Gemeinde Neuhaus. Die Hochschule Campus Wien ist als wissenschaftlicher Partner gemeinsam mit dem Software Competence Center Hagenberg und weiteren Partnern an dem vom Land Kärnten finanzierten Projekt beteiligt.
VON DER DATENERFASSUNG ZUR INTELLIGENTEN ANALYSE
In Neuhaus werden Wasserverbrauchsdaten bereits seit 2021 digital erfasst. Die Hochschule Campus Wien hat die Gemeinde dabei bereits im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Digitalisierung der Wasserversorgung unterstützt. Die dabei entwickelte Lösung ermöglicht unter anderem eine laufende Überwachung von Wasserbilanzen sowie die frühzeitige Erkennung von Auffälligkeiten und Wasserverlusten. Ein bereits in der Gemeinde erkannter Rohrbruch zeigt den konkreten Nutzen der Echtzeitdaten: Ein ungewöhnlich hoher Verbrauch wurde festgestellt, obwohl die Bewohner*innen nicht zu Hause waren, sodass rasch reagiert und größerer Schaden verhindert werden konnte.
Mit „WASSERRADAR KÄRNTEN“ geht die Zusammenarbeit nun den nächsten Schritt: Die vorhandenen Daten werden mithilfe Künstlicher Intelligenz analysiert, um Muster und Anomalien automatisiert zu erkennen und daraus Prognosen und Warnhinweise abzuleiten. Ziel ist es, Wasserverluste und ungewöhnliche Verbrauchsspitzen frühzeitig sichtbar zu machen und Gemeinden damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen zu geben.
FORSCHUNG FÜR DEN „SMART VILLAGE“-ANSATZ
Für HEIMO HIRNER, Leiter des Forschungszentrums AI, Software and Safety an der Hochschule Campus Wien und Projektleiter der bisherigen Forschungsaktivitäten in Neuhaus, liegt die besondere Stärke des Projekts in der Verbindung von Forschung und konkretem kommunalem Bedarf: „Gerade kleinere Gemeinden stehen vor der Herausforderung, mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen eine sichere und zukunftsfähige Wasserversorgung zu gewährleisten. Mit digitalen Daten und Künstlicher Intelligenz können wir aus dem laufenden Betrieb wertvolles Wissen gewinnen und Auffälligkeiten frühzeitig erkennen. Unser Ziel ist nicht Technologie um der Technologie willen, sondern Lösungen zu entwickeln, die im kommunalen Alltag einen konkreten Mehrwert schaffen und auch für andere Gemeinden nutzbar sind.“
Bereits 2024 wurde die Zusammenarbeit zwischen Neuhaus und der Hochschule Campus Wien für das Digitalisierungsprojekt „LoRaWAN“ mit dem Primus VOR Award ausgezeichnet. Damals lag ein Schwerpunkt auf der digitalen Erfassung des Wasserverbrauchs und der automatisierten Erkennung von Wasserverlusten. Die Entwicklung einer KI zur Anomaliedetektion war bereits als nächster Schritt angekündigt worden.
LAND KÄRNTEN FINANZIERT PILOTPROJEKT VOLLSTÄNDIG
Das Land Kärnten unterstützt das Pilotprojekt „WasserRadar Kärnten“ zu 100 Prozent aus Mitteln des Gemeindereferats. Insgesamt stehen dafür 175.000 Euro zur Verfügung. Für Landesrätin MARIKA LAGGER-PÖLLINGER, zuständig für Wasserwirtschaft, ist die vorausschauende Auseinandersetzung mit der Ressource Wasser ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Kärntner Gemeinden: „Wasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen – und gleichzeitig stehen wir durch den Klimawandel vor neuen Herausforderungen. Kärnten verfügt grundsätzlich über ausreichende Wasserressourcen, dennoch können längere Trockenperioden regional und zeitlich zu Engpässen führen. Mit dem Projekt ‚WasserRadar Kärnten‘ wollen wir Gemeinden dabei unterstützen, ihre Wasserversorgung auf Basis verlässlicher Daten vorausschauend zu planen und effizient zu steuern.“
TRINKWASSERVERSORGUNG VORAUSSCHAUEND PLANEN
Die KI-gestützte Auswertung soll künftig nicht nur dabei helfen, akute Probleme schneller zu erkennen. Die gewonnenen Daten können auch für die Bedarfsplanung, die Optimierung des Betriebs sowie langfristige Infrastrukturentscheidungen genutzt werden. Damit entsteht eine fundierte Datengrundlage etwa für Wartungsmaßnahmen, Investitionen oder die Planung der kommunalen Entwicklung. „Wir wollen zeigen, wie aus vorhandenen Daten konkrete Handlungsoptionen für Gemeinden entstehen können“, so HEIMO HIRNER. „Wenn eine Gemeinde frühzeitig erkennt, wie sich Verbrauch und Ressourcen entwickeln, kann sie gezielter handeln, statt erst dann zu reagieren, wenn ein Engpass bereits eingetreten ist.“
BLAUPAUSE FÜR ANDERE GEMEINDEN
Neuhaus dient dabei als Demonstrator für weitere Kommunen. Bis Ende des Jahres soll ein Leitfaden entstehen, der die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Pilotprojekt für andere Gemeinden nutzbar macht. Geplant ist zudem ein Bürgerportal, das Informationen zum eigenen Wasserverbrauch bereitstellt und bei ungewöhnlichen Verbrauchswerten oder möglichen Versorgungsengpässen warnen kann.
Damit verfolgt das Projekt einen über Neuhaus hinausgehenden Anspruch: Es soll zeigen, wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und wissenschaftliche Expertise dazu beitragen können, die Wasserversorgung auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen resilient, effizient und vorausschauend zu gestalten.
FACTBOX WASSERRADAR KÄRNTEN
(STAND AUGUST 2026)
* Pilotgemeinde: Neuhaus, Kärnten
* Ziel: Wasserversorgung mithilfe von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz resilienter und effizienter gestalten
* Datenbasis: Digitale Echtzeitdaten zu Wasserverbrauch und Wasserversorgung
* KI-Einsatz: Automatisierte Analyse von Verbrauchsmustern und Erkennung von Auffälligkeiten und möglichen Wasserverlusten
* Nutzen: Frühzeitige Erkennung von Problemen, Ressourcenschonung, geringere Betriebskosten und bessere Bedarfsplanung
* Perspektive: Datengrundlage für Infrastrukturinvestitionen und kommunale Planung
* Bürger*innen: Geplantes Portal mit Informationen zum eigenen Wasserverbrauch und Warnungen bei ungewöhnlichen Werten
* Projektpartner: Software Competence Center Hagenberg, Hochschule Campus Wien und weitere Partner
* Förderung: 175.000 Euro durch das Gemeindereferat des Landes Kärnten
* Ergebnis für andere Gemeinden: Ein Leitfaden zur Übertragbarkeit der Erkenntnisse soll bis Ende 2026 vorliegen
HOCHSCHULE CAMPUS WIEN
Mit über 9.000 Studierenden am Campus Altes Landgut, einem weiteren Standort und zwei Kooperationsstandorten, ist die Hochschule Campus Wien die größte Fachhochschule Österreichs. In den Departments Angewandte Pflegewissenschaft, Applied Life Sciences, Bauen und Gestalten, Gesundheitswissenschaften, Sozialwissenschaften, Technik sowie Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik steht ein Angebot von mehr als 70 Studienprogrammen in berufsbegleitender und Vollzeit-Form zur Auswahl. Anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung wird in neun fachspezifischen Forschungszentren gebündelt. Fort- und Weiterbildung in Form von Seminaren, Modulen und Zertifikatsprogrammen deckt die Hochschule über die Campus Wien Academy ab. Die Hochschule Campus Wien ist Gründungsmitglied im Bündnis Nachhaltige Hochschulen.
> Besuchen Sie unseren Press Room: www.hcw.ac.at/pressroom
Hochschule Campus Wien
Silvia Haselhuhn, MA, MSc
Teamleiterin Public Relations
Telefon: +43 1 606 68 77 6441
E-Mail: silvia.haselhuhn@hcw.ac.at
Website: www.hcw.ac.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender