Das Energiesystem der Zukunft wird digital, resilient und souverän
Das Energiesystem der Zukunft wird digital, resilient und souverän
Green Energy Lab und BearingPoint erarbeiten in Alpbach mit Entscheidungsträger:innen aus Industrie, Energie und Technologie Handlungsfelder für ein souveränes Energiesystem.
Wie können wir Europas Energiesystem erneuerbar, flexibel und zugleich resilient und souverän gestalten? Welche Chancen bietet die Digitalisierung und welche Risiken für kritische Abhängigkeiten bestehen dabei? Beim Executive Roundtable von Green Energy Lab und BearingPoint in Alpbach wurden gemeinsam mit Entscheidungsträger:innen aus Industrie, Energiewirtschaft und der Tech-Branche drei zentrale Handlungsfelder für die Digitalisierung des Energiesystems identifiziert: eine verlässliche Datenbasis und intelligente Steuerung zur besseren Integration erneuerbarer Energien, die Einbindung unterschiedlicher Stakeholder sowie der gezielte Aufbau von Technologie- und KI-Kompetenz in Europa.
Der Umbau des Energiesystems hat bereits begonnen, es liegt aber noch ein langer Weg vor uns. Die Digitalisierung kann die nachhaltige Gestaltung des Energiesystems der Zukunft unterstützen, etwa durch eine flexible Steuerung von Erzeugungsanlagen und Energiespeichern sowie KI-gestützte Erzeugungs- und Verbrauchsprognosen. Gleichzeitig können dadurch neue, kritische Abhängigkeiten entstehen, etwa von Daten und IT-Systemen.
„Die Digitalisierung ermöglicht Flexibilität im Energiesystem. Das beschleunigt den Anschluss erneuerbarer Erzeugungsanlagen aus Windkraft und PV und macht uns unabhängiger von fossilen Importen“, sagt ANDREA EDELMANN, Obfrau und Vorstandssprecherin von Green Energy Lab. Gleichzeitig betont sie: „Neben der Energiesouveränität müssen wir auch die digitale Souveränität im Auge behalten, damit wir handlungsfähig bleiben.“
GERALD TRETTER, Partner bei BearingPoint, sieht die Notwendigkeit, den Umbau des Energiesystems und die Digitalisierung gemeinsam zu denken: „Ein resilientes und souveränes Energiesystem entsteht nicht allein durch neue Energiequellen. Entscheidend wird sein, ob wir die zunehmende Komplexität auch digital beherrschen – dort, wo aus Daten operative Intelligenz und aus Vernetzung Steuerbarkeit wird“, so Tretter.
ENERGIEQUELLEN DIVERSIFIZIEREN, ABHÄNGIGKEITEN REDUZIEREN
Im Zuge jüngster geopolitischer Spannungen und Konflikte wurden die Nachteile einer stark von Öl und Gas abhängigen Wirtschaft offensichtlich. Die Notwendigkeit, die Energieversorgung zu diversifizieren und neue Energiequellen zu erschließen, ist eine gemeinsame Herausforderung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Zwangsläufig wird man dabei auf erneuerbare Energien setzen, nicht nur im Hinblick auf die Eindämmung des Klimawandels, sondern auch aus Gründen der politischen Souveränität und der wirtschaftlichen Resilienz.
„Der Umbau des Energiesystems ist eine umfassende Herausforderung, die niemand alleine lösen kann. Die Digitalisierung nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Genau hier setzen wir an, indem wir Entscheidungsträger:innen aus Energiewirtschaft, Industrie und Technologiebranche an einen Tisch bringen“, sagt KLEMENS MARX, Managing Director von Green Energy Lab.
Es gilt, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, aber auch Risiken zu identifizieren, um daraus konkrete Ansatzpunkte für ein resilientes und souveränes Energiesystem zu entwickeln. Die hohe Konzentration von Software und Know-how in wenigen Technologiekonzernen außerhalb Europas ist vor diesem Hintergrund durchaus problematisch. Die Digitalisierung des Energiesystems selbst steht jedoch nicht in Frage, betont ANDREA EDELMANN: „Die Energiezukunft wird digital. Dafür verbinden wir Energie-, Daten- und Technologiekompetenz mit dem Wissen der Kundinnen und Kunden über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg. Diese Zusammenarbeit machen wir im Green Energy Lab seit Jahren möglich. Und genau darum ging es jetzt auch in Alpbach.“
FLEXIBILITÄTEN NUTZEN, STAKEHOLDER EINBINDEN, KOMPETENZ AUFBAUEN
Beim Executive Roundtable von Green Energy Lab und BearingPoint wurden konkrete Handlungsfelder identifiziert, die im Zusammenhang mit Digitalisierung und der Nutzung von künstlicher Intelligenz für das Energiesystem vorangetrieben werden müssen. Besonders wichtig sind dabei Daten in Verbindung mit einer intelligenten Steuerung, um Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch im Netz flexibel auszugleichen. Das ermöglicht mehr erneuerbare Erzeugung im Inland und ist ein Schlüssel für die nachhaltige Versorgungssicherheit und Energiesouveränität. Angesichts der steigenden Anzahl von dezentralen Produzenten und Verbrauchern braucht es einen Multi-Stakeholder-Prozess, um möglichst viele Akteure einzubinden. Dabei ist es wichtig, auch das Innovationspotenzial außerhalb der Energiewirtschaft zu nutzen, das beispielsweise in Technologieunternehmen und Startups zu finden ist. Und es gilt, in Europa Kompetenzen für eine digitale Zukunft aufzubauen. Einerseits braucht es Initiativen für den Auf- und Ausbau einer europäischen Technologiebranche im Digitalbereich. Andererseits gilt es auch in die Menschen zu investieren, eine kritische Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz zu fördern und entsprechende Kompetenzen in Bildungs- und Ausbildungsprogrammen zu stärken. Dabei besteht die Herausforderung, die entsprechenden Curricula flexibel genug zu gestalten, um mit dem rasanten Fortschritt mitzuhalten, den wir gerade im KI-Bereich erleben.
Green Energy Lab und BearingPoint werden diese Impulse aus dem Roundtable aufgreifen und gemeinsam mit Stakeholdern aus Energiewirtschaft, Industrie, Forschung und Politik weiter vorantreiben. „Wir laden alle Akteure ein, sich zur Entwicklung konkreter Innovationsprojekte zur Stärkung der österreichischen Energiesouveränität mit uns in Verbindung zu setzen“, sagt KLEMENS MARX.
ÜBER DEN EXECUTIVE ROUNDTABLE
Der Executive Roundtable „VOM MEGAWATT INS MEGABYTE UND WIEDER ZURÜCK“ fand am 3. September 2026 statt. Green Energy Lab initiierte und kuratierte das Format, BearingPoint war Durchführungspartner und Co-Host. Die Diskussion fand in einem vertraulichen Rahmen beim European Forum Alpbach statt.
FÖRDERHINWEIS
Der Executive Roundtable beim European Forum Alpbach wurde von Green Energy Lab im Rahmen der Allianz WärmeZukunft organisiert und gemeinsam mit BearingPoint umgesetzt. Die Allianz WärmeZukunft ist ein Innovationslabor von Green Energy Lab und AEE INTEC, gefördert durch den Klima- und Energiefonds aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
ÜBER GREEN ENERGY LAB
Green Energy Lab ist ein gemeinnütziger Verein für angewandte Forschung und Innovation im Bereich erneuerbarer Energie- und Wärmelösungen. Mitglieder sind Burgenland Energie, Energie AG Oberösterreich, Energie Steiermark, EVN und Wien Energie. Der Fokus der Vereinsaktivität liegt auf der Entwicklung, Umsetzung und Systemintegration von Energieinnovationen an der Schnittstelle zwischen Technologieentwicklung und dem Markt. Mit dem ‚Innovator Circle‘ verfügt Green Energy Lab über ein umfangreiches Netzwerk mit mehr als 350 Unternehmen und Institutionen aus marktnaher Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand.
Green Energy Lab
Ing. Mag. Ludwig Fliesser
Telefon: +43 676 47 19 347
E-Mail: ludwig.fliesser@greenenergylab.at
Website: https://greenenergylab.at/
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