Stärkung Ehrenamt: Kärnten schnürt Maßnahmenpaket mit Ehrenamtskarte

Stärkung Ehrenamt: Kärnten schnürt Maßnahmenpaket mit Ehrenamtskarte

LH Fellner präsentiert Maßnahmenpaket, um Ehrenamt zu stärken: Wertschätzung erlebbar machen – Ehrenamtskarte startet , Ehrenamt als Bonus bei Jobvergaben im öffentlichen Bereich

KLAGENFURT. Um das Ehrenamt, freiwillig tätige Personen in den verschiedensten Bereichen, zu unterstützen, hat das Land Kärnten das Freiwilligenzentrum errichtet und dieses mit Leben gefüllt. In den letzten Monaten wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, damit die Wertschätzung, die das Land ehrenamtlich Tätigen entgegenbringt, noch besser sichtbar und erlebbar wird, fasste LH Daniel Fellner bei der heutigen Pressekonferenz im Freiwilligenzentrum zusammen. Gemeinsam mit Gemeindebundpräsident Günther Vallant (1. Obmann Stv. FWZ) und Patrick Egger vom Freiwilligenzentrum (FWZ) präsentierte Fellner die Maßnahmen.

Der Landeshauptmann begründete die weitreichende Stärkung der freiwillig, weit über ihren Beruf hinaus und in ihrer Freizeit Tätigen: „Ehrenamt ist mehr, als anderen Menschen zu helfen, ihnen etwas Gutes zu tun, zu retten, zu schützen, zu unterhalten. Ehrenamt ist eine Säule der Demokratie. Menschen beteiligen und engagieren sich – in Vereinen, in politischen Umfeldern. Sie alle kämpfen gemeinsam für eine Sache und machen damit deutlich, dass es keine Ohn-macht gibt. Und die Zahlen belegen, dass wir Europameister darin sind“, so Fellner. Mehr als 48 % der über 15-Jährigen in Österreich seien ehrenamtlich tätig, der höchste Wert im internationalen Vergleich. Nur Niederlande und Schweden haben ebenfalls einen Ehrenamt-Anteil von mehr als 40 Prozent.

„Ehrenamtliche Arbeit ist damit ein essentieller Beitrag an der Gesellschaft. Weit mehr als 20 Millionen Stunden pro Woche werden in Österreich ehrenamtlich und freiwillig geleistet. Das ist ein riesiger Schatz, den muss man hüten. Die Wertigkeit dieser Arbeit muss viel mehr in den Fokus gerückt werden. Es muss mehr Vorteile für Menschen geben, die freiwillig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen“, betonte Fellner.

* Es werde in den Vergaberichtlinien des Landes künftig verankert werden, dass Betriebe, die ihren ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern positiv gegenüberstehen, auch bei Vergaben durch die öffentliche Hand zum Zug kommen. Dafür werde man in den jeweiligen Zuständigkeiten den Spielraum ausnützen, den das Gesetz erlaubt.
* Für Ehrenamtlichkeit solle es Bonuspunkte geben, beispielsweise, wenn sich freiwillig Tätige für einen Job im öffentlichen Dienst bewerben. Ehrenamt sollte laut Landeshauptmann Fellner ein wichtiger Parameter bei Jobzusagen werden. Auf Gemeindeebene wurde dieser Job-Bonus in Kärnten bereits umgesetzt – „mit vollem Erfolg“, wie Günther Vallant erklärte. „Bei gleichen Qualifikationen kann dann eine ehrenamtliche Tätigkeit entscheidend werden.“
* Die neue Kärntner Ehrenamtkarte startet bereits heute: Laut Patrick Egger bietet diese bei aktuell 26 Partnern Rabatte und andere Vorteile beim Einkaufen. „Bitte registrieren sie sich unter fwz-ktn.at, das dauert eine Minute. Dann erhalten sie die Kärntner Ehrenamtkarte – und los geht es mit den vergünstigten Einkäufen“, appellierte Egger. „Die Liste der Partner, die damit auch das Ehrenamt unterstützen, wird täglich länger“, so Egger.
* Zudem wiederholte der Landeshauptmann seine Forderung nach einer Berücksichtigung beim Zivildienst, sollte dieser auf elf Monate verlängert werden: „Ehrenamtliches Engagement, von dem die Gesellschaft massiv profitiert, muss anerkannt werden.“ Konkret fordert Fellner eine Anrechnung des Ehrenamtes und damit eine zeitliche Reduzierung des Zivildienstes.
* Zu guter Letzt kündigte LH Fellner die Kärntner Ehrenamt-Charta an, die allen Partnern noch heuer zur Unterschrift vorgelegt werden wird. „Damit wollen wir die gemeinsame Verantwortung, das Ehrenamt in Kärnten weiterhin zu unterstützen und zu schützen, festschreiben und manifestieren“.

Günther Vallant bezeichnete, ebenso wie Patrick Egger, die ehrenamtlichen Tätigkeiten als „unbezahlbaren Wert für die Gesellschaft“. Der Gemeindebundpräsident hielt fest, dass die Kommunen etwa die Infrastruktur erhalten, die von den vielen Vereinsmitgliedern genutzt werden können, seien es Gebäude für Sportvereine, Kulturhäuser, Rüsthäuser und andere Vereinsgebäude. Vallant nannte für die vier Gemeinden in seiner Heimatregion das Beispiel der Community Nurse – einer Pflegenahversorgung, die dank 43 Freiwilliger und ehrenamtlich Tätiger 644 Transporte bzw. Fahrten für und mit Gemeindebürgerinnen und -bürger übernehmen, diesen zu Ärzten, zum Friseur, zum Friedhof oder zum Einkaufen bringen. „Ehrenamt ist unbezahlbar. Mit unserem Maßnahmenpaket wollen wir von Herzen danke sagen“, erklärten Fellner, Vallant und Egger unisono. (SCHLUSS)

Landespressedienst/Landesregierung Kärnten
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