Herr Nepp, Wien ist nicht Brüssel – Ihre verbalen Prügel treffen die Falschen

Herr Nepp, Wien ist nicht Brüssel – Ihre verbalen Prügel treffen die Falschen

Mit klarer Ansage reagiert Vizebürgermeisterin Barbara Novak auf die heutige Aussendung von FPÖ-Landesparteiobmann Dominik Nepp zur europäischen AI-Gigafactory.

„Herr Nepp richtet seine Kritik an die falsche Adresse. Die Entscheidung über den nun veröffentlichten AI-Gigafactory-Call wurde nicht im Wiener Rathaus getroffen, sondern auf europäischer Ebene. Wer Wien dafür verantwortlich machen will, ignoriert bewusst die Fakten.“

WIEN MACHT SEINE HAUSAUFGABEN

Novak verweist darauf, dass sich das Projekt gegenüber dem ursprünglich vorgestellten Modell grundlegend verändert hat.

„Zu Beginn stand ein Modell im Raum, bei dem Infrastruktur, Standortentwicklung und eine öffentliche Mitbeteiligung eine deutlich größere Rolle gespielt hätten. Für Wien war das deshalb interessant, weil es nicht nur um den Betrieb eines Rechenzentrums gegangen wäre. Über die Infrastruktur hätte die öffentliche Hand an einer strategischen Zukunftsinfrastruktur mitwirken und langfristig Einfluss auf eine zentrale digitale Infrastruktur sichern können. So wie Städte Verantwortung für Wasser, Energie oder den öffentlichen Verkehr übernehmen, stellt sich künftig auch bei digitaler Infrastruktur die Frage nach öffentlicher Mitgestaltung und öffentlichem Nutzen.“

„Genau dieser Ansatz wurde durch den nun veröffentlichten EU-Call deutlich geschwächt. Im Mittelpunkt steht heute nicht mehr primär die Entwicklung und teilweise öffentliche Miterrichtung von Infrastruktur, sondern die langfristige Beschaffung von KI-Rechenleistung. Aus einem Ansatz mit konkretem Standortbezug und strategischer Infrastrukturpartnerschaft wurde wesentlich stärker eine europäische Einkaufsgemeinschaft für KI-Rechenleistung.“

BUNDESREGIERUNG GEFORDERT

Gerade dadurch komme der Rolle der Mitgliedstaaten besondere Bedeutung zu.

„Wenn die zugesicherte Abnahme von Rechenleistung zum entscheidenden Faktor wird, stellt sich die Frage nach den Beiträgen der Mitgliedstaaten. Eine aktive Rolle des Bundes wäre daher wichtig gewesen. Dass entsprechende Signale ausgeblieben sind, macht die Realisierung eines Wiener Standorts jedenfalls deutlich schwieriger.“

WIEN IST SEHR GUT VORBEREITET

Die Vizebürgermeisterin weist zugleich die Darstellung zurück, Wien hätte seine Hausaufgaben nicht gemacht.

„Wien ist sehr gut vorbereitet. Wir verfügen über starke Forschungseinrichtungen, innovative Unternehmen und die notwendige Energieinfrastruktur. Ein besonderer Vorteil ist, dass die bei einem solchen Rechenzentrum anfallende Abwärme nicht verloren geht, sondern für das Wiener Fernwärmenetz genutzt werden kann. Was andernorts zur Herausforderung wird, kann in Wien einen konkreten Nutzen für die Menschen bringen.“

Das sei ein Standortvorteil, den Wien auch künftig konsequent nutzen werde.

„Ungerechtfertigte und grundlose Schuldzuweisungen bringen keinen einzigen Arbeitsplatz nach Wien und keine einzige Investition nach Österreich. Die Stadt Wien trägt soziale, wirtschaftliche und technologische Innovation in ihrer DNA. Ich stehe dafür, Chancen für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort frühzeitig zu erkennen, sorgfältig zu prüfen und mutig zu verfolgen“, so Novak abschließend.

Karin Jakubowicz
Mediensprecherin
Vizebürgermeisterin Barbara Novak
Telefon: +43 676 811881218
E-Mail: karin.jakubowicz@wien.gv.at

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