Tierschutz Austria: Wolf – Hausverstand statt Panik und Populismus

Tierschutz Austria: Wolf – Hausverstand statt Panik und Populismus

Tierschutz Austria (TSA) zur Wolf-Diskussion: Weniger Panikmache, mehr Hausverstand. Bevölkerung muss sachlich informiert werden.

Vösendorf (OTS) – Kaum geht die Meldung durch das Land, dass die Wolfspopulation in Österreich wächst, da nimmt auch schon die Populismusmaschine gegen das streng geschützte Raubtier wieder volle Fahrt auf. Statt die Bevölkerung mit fundierten, wissenschaftlichen und sachlichen Informationen zu versorgen, ziehen es viele Politiker – insbesondere Kommunal- und Lokalpolitiker – vor, die Menschen mit Märchen, Mythen und Legenden zu verunsichern und in Panik zu versetzen. Insbesondere die Angst vieler Landwirte um ihre Nutztiere wird hier – so hat es den Anschein – zum Spielball für ein paar Wählerstimmen. Richtige Informationen zur Lebensweise der Wölfe sucht man indes vergebens.

Tierschutz Austria (TSA, ehemals Wiener Tierschutzverein) wünscht sich daher in der Diskussion rund um das Thema Wolf mehr Hausverstand. Gerade weil die Bevölkerung verlernt zu haben scheint, wie es ist, mit Raubtieren wie Wolf, Luchs oder Bär zusammenzuleben, braucht es hier eine sensible Herangehensweise. Die Verbreitung blutrünstiger Ammenmärchen bewirkt genau das Gegenteil.

Stattdessen orten Lokalpolitiker hierzulande schon ein Umdenken in der EU und sehen sich gar bestätigt, dass der „böse Wolf“ bald abgeschossen werden darf. Glücklicherweise ist es nicht so leicht, geltendes EU-Recht auszuhebeln. Denn der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat erst im Herbst 2019 in einem Urteil festgehalten, dass eine Ausnahme vom strengen Artenschutz nur dann zulässig ist, „wenn es an einer anderweitigen Maßnahme fehlt, mit der das verfolgte Ziel in zufriedenstellender Weise erreicht werden kann und die in der FFH-Richtlinie vorgesehenen Verbote beachtet werden.“ Gelindere Mittel sind etwa: Herdenschutzhunde oder fachgerecht aufgestellte Schutzzäune. Hier wäre es eigentlich die Pflicht der Politik, die heimischen Bauern über Möglichkeiten und Förderungen in diesem Bereich aufzuklären. Denn diese gibt es, sie werden nur wenig bis gar nicht kommuniziert.

Außerdem ist Österreich durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH) dazu verpflichtet, entsprechend günstige Gebiete und Erhaltungszustände für Bär, Luchs und Wolf zu schaffen. Im „Bergwaldprotokoll“ der Alpenkonvention (ein völkerrechtlicher Vertrag zum Schutz der Alpen) befürwortet Österreich sogar eine Wiedereinbürgerung der großen Beutegreifer zur Wiederherstellung eines natürlichen Selektionsdrucks auf Schalenwild wie Reh oder Gämse.

Es bedarf also in Österreich eines umfassenden Maßnahmen- und Informationspaketes, um die Bevölkerung mit diesem Thema vertraut zu machen. Die Mär vom bösen Wolf hat längst ausgedient. Und Artenschutz wäre auch eine der vielen Aufhaben des Landwirtschaftsministeriums. Diesem sei auch ein Blick in die Schweiz empfohlen – dort funktioniert das Wolfsmanagement hervorragend.

Über Tierschutz Austria

Tierschutz Austria – der neue Name es Wiener Tierschutzvereins:
Tierschutz Austria (TSA) ist erste Anlaufstelle für tierische Notfälle und bringt bald 175 Jahre Expertise in Sachen Tierhaltung und Tierpflege mit, bietet praktische Hilfe für Haus-, Wild- und Nutztiere (erstklassige Versorgung, Pflege und Vermittlung). Des Weiteren setzt sich TSA für die Rechte der Tiere ein, für faire Lebensbedingungen und artgerechte Haltung und den Erhalt von Arten und Lebensräumen. In ganz Österreich. UnterstützerInnen können sich auf www.tierschutz-austria.at informieren.

Mag. (FH) Oliver Bayer
Pressesprecher

Tierschutz Austria
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