AVISO: Übergabe des jüdischen Friedhofs St. Pölten

AVISO: Übergabe des jüdischen Friedhofs St. Pölten

Nach umfassender Sanierung wird der Friedhof an die Stadt St. Pölten übergeben

Der im Jahr 1906 gegründete „neue“ jüdische Friedhof in St. Pölten diente der örtlichen jüdischen Gemeinde als Begräbnisstätte. Wie viele jüdische Friedhöfe in der Region spiegelt auch dieser Friedhof die Geschichte und Kultur der örtlichen jüdischen Gemeinschaft wider. Insgesamt wurden hier rund 340 Personen beerdigt, 188 Grabsteine sind erhalten. Während des Nationalsozialismus erlitt der Friedhof schwere Schäden, viele Gräber und Grabsteine wurden zerstört.

1951 ließ die Stadt St. Pölten die noch vorhandenen Grabsteine wieder aufstellen, und 1954 wurde der „arisierte“ Friedhof an die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien als Rechtsnachfolgerin der IKG St. Pölten restituiert. Ein besonderes Merkmal des Friedhofs ist die repräsentative Zeremonienhalle, die im Jahr 2000 mit öffentlichen Geldern und privaten Spenden saniert wurde. Bemerkenswert ist auch das Massengrab auf dem Gelände, das die Überreste von mindestens 228 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern beherbergt, die in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 von der SS in Hofamt Priel bei Persenbeug erschossen wurden. 2015 wurde am Friedhof mit Unterstützung des Nationalfonds ein Grabstein mit den Namen der Ermordeten errichtet.

Nachdem die IKG Wien und die Stadt St. Pölten eine Vereinbarung über die langfristige Instandhaltung des neuen jüdischen Friedhofs St. Pölten getroffen hatten, wurde dieser zwischen 2022 und 2024 instandgesetzt. Die Sanierung umfasste Baumeister-, Steinmetz-, Schlosser- und gärtnerische Arbeiten, darunter die Sanierung der Einfriedungsmauer, der Eingangstore und der Grabanlagen, die statische Sicherung der Grabstellen, Terrazzo-Ergänzungen in der Zeremonienhalle, Reinigungs- und Sicherungsmaßnahmen, Gartendenkmalpflege sowie Planungsarbeiten und Generalplanerleistungen.

Der Fonds zur Instandsetzung der jüdischen Friedhöfe finanzierte die Instandsetzung mit Bundesmittel in Höhe von insgesamt rund 880.000 Euro. Das Land Niederösterreich förderte die Instandsetzung des Friedhofs in Höhe von insgesamt rund 280.000 Euro.
Am Freitag wird der sanierte Friedhof an die Stadt St. Pölten für die langfristige Instandhaltung übergeben.

Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
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