Creditreform KMU-Umfrage, Frühjahr 2026 unter 1.400 österreichischen Unternehmen
Creditreform KMU-Umfrage, Frühjahr 2026 unter 1.400 österreichischen Unternehmen
Das Geschäftsklima der heimischen KMU bessert sich, bleibt aber weiter negativ
1.400 im März/April befragte österreichische Unternehmen des Mittelstandes haben folgendes beantwortet:
– PREISAUFTRIEB DURCH IRAN-KRIEG SPIEGELT SICH BALD WIEDER, INFLATIONSÄNGSTE SIND ZURÜCK.
– JEDES 5. UNTERNEHMEN RECHNET MIT RÜCKGÄNGEN BEI DEN AUFTRÄGEN.
– SCHLECHTE ERTRAGSLAGE FÜHRT ZU SINKENDER EIGENKAPITALQUOTE.
– IMMER WENIGER INVESTITIONEN.
– 79% FORDERN BÜROKRATIEABBAU.
– 60% BEURTEILEN DIE WIRTSCHAFTSPOLITIK NEGATIV.
KONJUNKTURELLE TRENDWENDE VORERST AUSGEBLIEBEN
Die Stimmung im heimischen Mittelstand bleibt insgesamt verhalten. Das zeigt die aktuelle Frühjahrsumfrage von Creditreform unter ca. 1.400 mittelständischen Unternehmen in Österreich. Demnach liegt das Creditreform Geschäftsklimabarometer für den Mittelstand mit minus 3,8 Punkten weiterhin im negativen Bereich, hat sich jedoch leicht von den Tiefständen der Vorjahre erholt. Für einen positiven Indexwert reicht es bislang aber noch nicht.
„Die österreichische Wirtschaft befindet sich in einer Phase der fragilen Stabilisierung. Zwar sind erste Erholungszeichen erkennbar, doch dominiert weiterhin die Unsicherheit – insbesondere aufgrund des Nahostkonflikts und steigender Energiepreise. Die erhoffte konjunkturelle Trendwende lässt weiter auf sich warten“, sagt Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer vom Österreichischen Verband Creditreform. Im Mittelstand ist ein nachhaltiger Aufschwung bislang jedoch ausgeblieben und die aktuelle Geschäftslage wird weiterhin überwiegend negativ beurteilt.
MEHR ALS EIN DRITTEL BERICHTET VON SINKENDEN AUFTRÄGEN
Die Auftragslage war in den vergangenen Monaten erneut von Rückgängen geprägt: 35,4% der befragten Unternehmen verzeichneten sinkende Auftragsbestände und lediglich 13,9% meldeten Zuwächse. Auch die Umsatzentwicklung leidet weiterhin unter den Folgen der Rezession. Nur 14,9% der Unternehmen berichteten von Umsatzsteigerungen – ein im historischen Vergleich niedriger Wert. Gleichzeitig verzeichneten 36,1 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge
WIRTSCHAFTSAUFSCHWUNG BLEIBT FRAGIL
Die Einschätzungen der Unternehmen lassen auch für die kommenden Monate keinen kräftigen Aufschwung erwarten. In allen Wirtschaftssektoren sind die Geschäftserwartungen negativ, besonders ausgeprägt im Bauwesen. „Im heurigen Jahr dürften die Auswirkungen des Nahostkonflikts das Wirtschaftswachstum dämpfen und die Geschäftserwartungen im Mittelstand bleiben verhalten. Zwar haben sie sich im Vergleich zum Vorjahr etwas aufgehellt, insgesamt überwiegt jedoch weiterhin der Pessimismus“, erklärt Weinhofer.
Im Mittelstand rechnen 17,3% der Befragten in den nächsten Monaten mit steigenden Auftragseingängen, während 21,3% Rückgänge erwarten (i.e. negativer Saldo von 4,0 Prozentpunkten, siehe Abb. 2). Der Anteil der Pessimisten ist damit zwar gesunken, dennoch bleiben positive Erwartungen die Ausnahme. Nur im Dienstleistungssektor überwiegen mehrheitlich steigende Auftragserwartungen.
Die Umsatzerwartungen zeigen eine leichte Aufhellung: 19,6% der Unternehmen rechnen im nächsten halben Jahr mit steigenden Umsätzen. Gleichzeitig erwarten weiterhin 21,3% einen Rückgang – im Vorjahr waren es noch rund 30 Prozent. Insbesondere im Handel und im Dienstleistungssektor überwiegen inzwischen die positiven Erwartungen.
Weinhofer warnt jedoch: „Einen kräftigen Aufschwung wird es 2026 wohl nicht geben. Die wirtschaftliche Dynamik dürfte deutlich schwächer ausfallen als erwartet. Auch eine Phase der Stagnation ist nicht auszuschließen.“ Vor allem im Bauwesen und im Verarbeitenden Gewerbe bleiben die Umsatzerwartungen pessimistisch.
INFLATION ZIEHT AN
Die Preisdynamik dürfte in den kommenden Monaten wieder etwas zunehmen. 22,0 Prozent der mittelständischen Unternehmen planen Preiserhöhungen – im Vorjahr hatten dies 19,1 Prozent der Befragten angekündigt. Weniger als jeder zehnte Betrieb (9,4 Prozent) plant hingegen Preissenkungen. Aufgrund gestiegener Rohstoffkosten dürfte die Inflationsrate erneut über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von rund zwei Prozent liegen.
Steigende Preise zeichnen sich vor allem im Bauwesen ab. Knapp 30 Prozent der befragten Bauunternehmen planen Preiserhöhungen – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch im Handel werden Preiserhöhungen erwartet. 27,4 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen, ihre Preise anzuheben. Auch dieser Anteil liegt über dem Vorjahreswert (21,5 Prozent). Im Verarbeitenden Gewerbe dürften die Angebotspreise in den kommenden Monaten hingegen weniger stark steigen.
BESCHÄFTIGUNGSPLUS BLEIBT AUS
Die Personalplanungen im Mittelstand haben sich erstmals seit zwei Jahren leicht verbessert. Kurzfristig ist jedoch weiterhin nicht mit steigenden Beschäftigtenzahlen zu rechnen. Zwar planen 13,1% der Unternehmen einen Personalaufbau, gleichzeitig beabsichtigen aber 16,3% einen Stellenabbau. Im vergangenen Winterhalbjahr setzte sich der Personalabbau fort: 29,2% der Unternehmen meldeten einen Rückgang der Beschäftigtenzahl,
Österreichischer Verband Creditreform
Mag. Gerhard M. Weinhofer
Telefon: +43-1-2186220-551
E-Mail: g.weinhofer@wien.creditreform.at
Website: https://www.creditreform.at
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