Jagd Österreich: Nein zur Keulung tausender Sika in Österreich

Jagd Österreich: Nein zur Keulung tausender Sika in Österreich

Die Österreichische Wildtierstiftung und Jagd Österreich unterstützen die heimischen Farmwildhalter und lehnen die von der EU verordnete Massentötung von Sikawild ab.

Jagd Österreichs Präsident, Landesjägermeister Anton Larcher, und Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr Melnhof, Präsident der Österreichischen Wildtierstiftung, stellen sich an die Seite der Farmwildhalter und fordern Ausnahmeregelungen zum Erhalt des Sikawildes in Österreich.

Bis zum Sommer 2027 soll nach EU-Verordnung sämtliches Sikawild im EU-Gebiet abgeschossen werden. Dadurch ist die Existenz von rund 250 Betrieben in Österreich gefährdet. Viele Bauernfamilien leben von dieser extensiven und nachhaltigen Bewirtschaftung und produzieren hochwertige Lebensmittel für die Gastronomie und die Region. Das Fleisch von Sikawild ist bekannt für seine feine Struktur sowie einen geringen Fettanteil, hohen Proteingehalt und vollmundigen Geschmack.

„Die jahrzehntelange, aufopfernde Arbeit wird mit einer nicht nachvollziehbaren Entscheidung zunichtegemacht“, zeigt sich Max Mayr Melnhof empört. „Dass es in manchen europäischen Staaten zu Hybridisierung zwischen Sikawild und Rotwild in freier Wildbahn kommt, wird nicht dadurch unterbunden, sämtliche Sikabestände in umzäunten Gehegen in Österreich auszulöschen. Dieser Logik folgend, müssten auch alle Zoos und Tiergehege wie Hellbrunn in Salzburg oder etwa das Wolf Science Center in Ernstbrunn geprüft werden. Drei der dortigen nordamerikanischen Timberwölfe waren 2013 ausgebrochen. Auch in Deutschland kam es im März 2025 und im Januar 2026 zu Ausbrüchen von Wölfen aus einem Wild- bzw. Tierpark, in einem Fall wurde sogar ein drei Meter hoher Zaun überwunden. Würde man den Weg der EU hier konsequent zu Ende denken, müssten auch diese Tiere eingeschläfert werden, da sie als gebietsfremde Art eine Gefahr für die genetische Reinheit unserer europäischen Wölfe darstellen“, so Max Mayr Melnhof weiter.

Das Sikawild stellt keine Bedrohung für das Rotwild in Österreich dar, und viele Bauernfamilien leben von der nachhaltigen Bewirtschaftung und dem Erhalt dieser Tierart, deren Bestände in Österreich auf ein Geschenk des japanischen Kaiserhauses an Kaiser Franz Joseph zurückgehen. „Das Sikawild in Österreich ist auch Teil unserer jüngeren Geschichte und war nicht zuletzt ein diplomatisches Symbol unserer Freundschaft mit Japan und dem japanischen Kaiserhaus. Dass wir es jetzt ohne Not abschießen sollen, tut mir schirch“, so Anton Larcher, Präsident von Jagd Österreich.

Sikawild kommt in Österreich in freier Wildbahn nur in zwei kleinen Populationen nahe der Donauauen vor, und der Einfluss auf das heimische Rotwild ist aus Sicht von Jagd Österreich als gering einzustufen.

Daher hat sich der Dachverband der Jägerinnen und Jäger gegen eine Listung des Sikawildes auf die Liste der invasiven Arten auf nationaler und europäischer Ebene starkgemacht. „Unser Büro in Wien hat sich in allen Gremien immer gegen die Listung ausgesprochen und eng mit den Verwaltungsbehörden kommuniziert. Wir haben auch die ‚Gesellschaft zur Erhaltung des Sikawildes‘ in Bonn kontaktiert und auf die Problemstellung hingewiesen. Die Kommission mischt sich hier wieder in Angelegenheiten ein, die auf Ebene der Mitgliedstaaten beschlossen und gelöst werden sollten, und befeuert die Ausrottung sogar noch mit Fördertöpfen: Bei erfolgreicher Tötung regional abgegrenzter Bestände aus der freien Wildbahn gibt es bis zu 20.000 Ꞓ. Ich lehne diese Schädlingsbekämpfungsprämie aus ethischer Haltung ab“, so Larcher.

Jagd Österreich und die Österreichische Wildtierstiftung fordern ein Einlenken der Europäischen Kommission zum Sikawild und stehen an der Seite der betroffenen Bauernfamilien.

„Wir unterstützen die Bauernfamilien und stärken Bundesminister Norbert Totschnig den Rücken in seinen Bemühungen um Ausnahmegenehmigungen für das Sikawild in Österreich. Zudem haben wir in der Landesjägermeisterkonferenz beschlossen, entsprechende Ausnahmeanträge betroffener Betriebe zu unterstützen, sofern die Farmtiere sichtbar und dauerhaft mit Ohrmarken gekennzeichnet werden. So können wir im Zweifelsfall besser und frühzeitig reagieren“, so Präsident Larcher abschließend.

Jagd Österreich
Lutz Molter, Generalsekretär-Stv.
Telefon: 0660 8216932
E-Mail: lutz.molter@jagd-oesterreich.at

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