„Universum History“-Dreiteiler „Krieger aus dem Norden – Die Normannen“ am 15. und 29. Mai in ORF 2 und auf ORF ON
„Universum History“-Dreiteiler „Krieger aus dem Norden – Die Normannen“ am 15. und 29. Mai in ORF 2 und auf ORF ON
Zum Auftakt: „Rollo der Wikinger“ und „Wilhelm der Eroberer“
Jahrhundertelang machen Wikinger aus Skandinavien Europas Küsten unsicher. Doch im 10. Jahrhundert lässt sich ein Wikingerführer auf einen Handel ein: Rollo wird zum Schutzherrn einer Region im westfränkischen Reich und erhält dafür ausgedehnte Ländereien. Die von ihm begründete Dynastie der Normannen wird Europas Geschichte in den folgenden Jahrhunderten entscheidend prägen. Der „Universum History“-Dreiteiler „Krieger aus dem Norden – Die Normannen“ von Juliette Desbois zeichnet am Freitag, dem 15. Mai, und am Freitag, dem 29. Mai 2026, in ORF 2 und auf ORF ON Aufstieg und Wirken des nordischen Volkes am Beispiel dreier Herrscher nach. Den Anfang macht am 15. Mai um 22.35 Uhr ein Film über dessen Ahnherrn, „Rollo der Wikinger“, es folgen die Dokus „Wilhelm der Eroberer“ (15. Mai, 23.20 Uhr) und „Richard Löwenherz“ (29. Mai, 23.05 Uhr).
Krieger aus dem Norden – Die Normannen: Teil 1 – Rollo der Wikinger (15. Mai, 22.35 Uhr)
Im 9. Jahrhundert erschüttern Raubzüge aus dem Norden das Westfränkische Reich. Wikingergruppen aus Skandinavien verwüsten nicht nur die Küsten, sondern dringen über Flüsse wie die Seine immer häufiger auch tief ins Landesinnere vor. Die Krieger plündern Klöster sowie Städte und verbreiten Angst und Schrecken. Einer ihrer Anführer ist der Wikinger Rollo, der Mitte des 9. Jahrhunderts in Skandinavien geboren wird. Es gelingt ihm, sich im Nordwesten des heutigen Frankreich festzusetzen – bis der westfränkische König ihm schließlich sogar einen Handel anbietet: Rollo wird zum Schutzherrn über ausgedehnte Besitzungen. Es ist der Ursprung des späteren Herzogtums Normandie, das die Krieger aus dem Norden im Namen trägt. Die Dokumentation beleuchtet die politischen sowie militärischen Rahmenbedingungen jener Epoche und schildert, wie aus wikingischen Beutezügen zunächst nordische Siedlungen auf Zeit und dann allmählich dauerhafte Machtansprüche entstehen. Rollo der Wikinger wird zum Begründer der Dynastie der Normannen. Seine Nachkommen werden Europas Geschichte entscheidend prägen.
Beleuchtet werden auch die Hintergründe der Wikingerexpansion. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen erklären, wie die Raubzüge Teil einer opportunistischen Expansionsstrategie wurden – durchaus flankiert von normalen Handelsbeziehungen. Entscheidend für den Erfolg der Wikingerraubzüge war demnach vor allem die besondere Konstruktion der Langschiffe: In Klinkerbauweise gefertigt, leicht und zugleich stabil, konnten sie sowohl offene See als auch seichte Flüsse befahren und verschafften den Nordmännern den technischen Vorsprung, der ihre Strategie der schnellen Überfälle erst möglich machte.
Die Dokumentation verbindet die historische Einordnung mit eindrucksvollen filmischen Rekonstruktionen. Die Spielszenen und die Einschätzungen der Historikerinnen und Historiker sowie Archäologinnen eröffnen ein vielschichtiges Bild der Wikingerzeit und der Anfänge der von Rollo begründeten normannischen Dynastie. Der Film „Rollo der Wikinger“ ordnet Mythen und Überlieferungen historisch ein und zeigt, wie aus einem gefürchteten Plünderer eine prägende Gestalt europäischer Geschichte wurde.
Krieger aus dem Norden – Die Normannen: Teil 2 – Wilhelm der Eroberer (15. Mai, 23.20 Uhr)
Die aus dem fränkischen Reich hervorgegangene Dynastie der Normannen prägt das europäische Mittelalter. Ihre Heimat ist das Herzogtum Normandie. Einst begründet von Rollo dem Wikinger, festigen seine Nachkommen ihre Machtposition. Bis Generationen später einer von ihnen gar nach der englischen Krone greift. Wilhelm der Eroberer siegt im Jahr 1066 in der Schlacht bei Hastings und wird zu einem der mächtigsten Herrscher seiner Zeit. Teil 2 des „Universum History“-Dreiteilers „Krieger aus dem Norden – Die Normannen“ erzählt seine Geschichte.
Zu Beginn des 11. Jahrhunderts zählt die Normandie zu den wohlhabendsten Regionen im Königreich der Franken. Handel, Landwirtschaft und Fischerei sichern den Menschen ein gutes Leben. Als Herzog Robert I. im Jahr 1035 stirbt, folgt ihm sein erst achtjähriger Sohn Wilhelm nach. Er wächst in einer Welt auf, die geprägt ist von Gewalt, Verrat und politischen Intrigen. Früh lernt Wilhelm, dass Macht nur durch Entschlossenheit und Stärke zu sichern ist. Er entwickelt sich zum militärisch geschickten Herrscher, der sich gegen aufrührerische Adelige durchsetzt und der Normandie eine Phase relativer Stabilität ermöglicht: Wilhelm lässt in Caen eine monumentale Festung errichten und gründet mit Saint-Étienne und Sainte-Trinité zwei bedeutende Abteien – sichtbare Zeichen seines Machtanspruchs. Seine Ambitionen reichen schließlich weit über die Grenzen des Herzogtums hinaus: Der kinderlose englische König Eduard der Bekenner hat Wilhelm die Thronfolge in Aussicht gestellt. Als nach seinem Tod Harold Godwinson zum König gekrönt wird, fühlt sich der Normannenherzog um sein Recht gebracht. Die Dokumentation beleuchtet die Hintergründe, die den Weg zu einer der großen Entscheidungsschlachten der Geschichte bereiten.
Wilhelm organisiert seine Truppen: Innerhalb weniger Monate versammelt er ein Heer aus Normannen, Bretonen und Flamen, lässt Schiffe bauen, Pferde und Ausrüstung bereitstellen. Die logistischen Herausforderungen sind enorm. Schließlich gelingt die Überfahrt über den Ärmelkanal. Am 14. Oktober 1066 treffen die Heere bei Hastings aufeinander. Die Schlacht, aus der Wilhelm siegreich hervorgeht, wird zur Zäsur. Mit dem Tod König Harolds wird für den normannischen Eroberer der Weg zur englischen Krone frei. Der Herzog der Normandie wird als Wilhelm I. zum König von England gekrönt.
„Universum History“ erzählt die Geschichte dieses Machtwechsels als vielschichtiges Porträt eines Herrschers, der strategisches Kalkül, politische Weitsicht und militärische Entschlossenheit vereint – und damit die politische Ordnung Westeuropas nachhaltig verändert. Die Dokumentation verbindet die historische Einordnung durch renommierte internationale Expertinnen und Experten mit bildgewaltigen szenischen Darstellungen. Sie zeigt den Normannenherrscher Wilhelm als Architekten eines neuen Machtgefüges in Europa.
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