Hantavirus: Zweite Niedrigrisiko-Kontaktperson in Österreich ausfindig gemacht
Hantavirus: Zweite Niedrigrisiko-Kontaktperson in Österreich ausfindig gemacht
Gesundheitsministerium und internationale Behörden setzen Kontaktpersonennachverfolgung fort – Risiko für Bevölkerung laut ECDC weiterhin „sehr gering“
Im Zusammenhang mit dem internationalen Ausbruch von Mensch zu Mensch übertragener Hantavirus-Infektionen auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik arbeiten das Gesundheitsministerium sowie die zuständigen nationalen sowie internationalen Behörden weiterhin intensiv an der Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen.
Mittlerweile konnte auch eine zweite der insgesamt drei an Österreich gemeldeten Niedrigrisiko-Kontaktpersonen ausfindig gemacht werden. Die Person weist keine Symptome auf, wurde jedoch - ebenso wie die erste Niedrigrisiko-Kontaktperson – über die empfohlenen Maßnahmen informiert und zeigt sich kooperativ.
Die Person hatte keinen engen oder längeren Kontakt mit jener infizierten Person, die sich kurzzeitig im Flug von Johannesburg nach Amsterdam befand. Die Person wird daher als Niedrigrisiko-Kontaktperson eingestuft. Sie saß nicht – wie auch die erste österreichische Niedrigrisiko-Kontaktperson – im unmittelbaren Umfeld der Erkrankten, wodurch ein enger oder längerer Kontakt nach derzeitigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden kann. Das Risiko einer tatsächlichen Ansteckung wird daher als äußerst gering eingeschätzt. Die dritte Person – die wie die zweite Person nicht in Österreich gemeldet ist, was das Auffinden sehr schwierig macht – konnte bislang nicht aufgefunden werden. Aus derzeitiger Sicht ist zudem auch unklar, ob sich die Person in Österreich aufhält. Die Gesundheitsbehörde setzt dennoch – wie bei der erfolgreichen Suche nach der zweiten Person – alles daran, auch die dritte Person ausfindig zu machen.
Derzeit gibt es keinen bestätigten Hantavirus-Fall in Österreich. International wurden seit Beginn des Ausbruchs bis zum 13. Mai 2026 elf Fälle gemeldet – acht bestätigte Fälle, zwei Verdachtsfälle sowie ein uneindeutiger Fall. Drei Personen sind verstorben. Alle bislang bekannten Fälle stehen in direktem Zusammenhang mit dem betroffenen Kreuzfahrtschiff.
Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa wird durch die Europäische Seuchenbehörde ECDC weiterhin als „sehr gering“ eingeschätzt. Dennoch beobachten nationale und internationale Gesundheitsbehörden die Situation laufend und stimmen die Maßnahmen eng miteinander ab.
Um auf ein mögliches zukünftiges Auftreten von Mensch zu Mensch übertragbarer Hantaviren vorbereitet zu sein, wurde die bestehende Meldepflicht bei Hantavirus-Erkrankungs- oder Todesfällen in Österreich erweitert. Seit dem 9. Mai 2026 müssen auch begründete Verdachtsfälle von Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Infektionen gemeldet werden.
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR NIEDRIGRISIKO-KONTAKTPERSONEN:
O Selbstbeobachtung auf Auftreten von Symptomen für sechs Wochen nach Letztkontakt und sofortige Kontaktaufnahme mit der Gesundheitsbehörde bei Symptomen
O Großveranstaltungen, medizinische Einrichtungen (nur im Bedarfsfall), Alten- und Pflegeheim und ähnliche Settings meiden und nach Möglichkeit in stark frequentierten Innenräumen eine FFP2-Maske tragen.
O Sie werden zudem aufgefordert, die Gesundheitsbehörde über einen Wechsel des Aufenthaltsorts zu informieren.
Ärzt:innen und Gesundheitspersonal sollten im Umgang mit Patient:innen persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe, Schutzkittel, Augenschutz und Atemschutzmasken tragen, sowie konsequent auf Händehygiene achten.
Pressesprecher Kabinett Sozialministerin Korinna Schumann
Martin Mandl
Telefon: 066488777542
E-Mail: martin.mandl@sozialministerium.gv.at
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